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Ich werde Hafenmeisterin!

Unsere heutige MILVA Tour brachte die zwei alten Zungen nach drei-Nächte-bezahlen-vier-bleiben im Süßwasserhafen zu Oude Tonge per Freddy le Vibrateur durch zwei Schleusen ins 6 Seemeilen entfernte Bruinisse ins Grevelingen Meer. Nach fast eineinhalbstündigem Warten an der laut Wateralmanak #2 fernbedienten Schleuse mit einem alten Motorboot und einem Plattbodenbodenschiff mit Riesenhund an Bord liefen wir mit Bug voraus in den Meldesteg im kleinen Vereinshafen der Watersportvereningen Bruinisse ein. Die bei diesem Manöver hilflos am Vant stehende Kapitänin wollte eigentlich einen Aufschießer in den Wind, aber wenn sie das der Steuerfrau nicht vorher erklärt, kann das ja nichts werden. Der neue Bugfender kam so gleich mal zum Einsatz 🙂

Im Gegensatz zum WSV Noord Beveland Hafen zu Colijnsplaat, wo man am ‘Meldesteiger’ per Sprechanlage dem Hafenmeister den Liegeplatzwunsch mitteilen kann, ist das in Bruinisse am Nachmittag so gedacht, dass man zum Havenkantoor latscht, dort die Mitteilung liest, dass das Büro dann um vier wieder besetzt ist und man sich einfach einen freien Platz aussuchen kann. Neben einem vor Bewuchs bald mit dem Meeresgrund verbundenen, sofagelben Segelboot ward Platz #99 für die kleine MILVA frei. Während eine große Yacht ihr Anlegemanöver in den einzig freien größeren Liegeplatz im kleinen und mit 1.70€/Meter Länge um 50 Cent billigeren Hafen als die nebenanliegende Marina aufgab, legten wir MILVA in den kleinen Platz mit Aussicht ins Hafenbüro.

Während meine Crew zum Klo rannte, kam eine an die langhaarigen blonden Mädels vom Volvo Ocean Race Team erinnernde Frau an den Steg und fragt was freundlich klingendes auf niederländisch. Ah, you are the harbour master?! kommts mir und damit auch die Antwort, was ich denn tun könnte, wenn mir das Softwareberaterdasein und Lagerprozessieren zu langweilig wird: ich werde Hafenmeisterin! Wohlgemerkt keine wie das Mädchen, das sie in Sint Annaland in den Tower gesetzt haben, die zwar Liegeplätze im Natoalphabet aufsagen kann (Foxtrott Six), aber sonst nur auf Bootslänge die Liegeplatzgebühr einkassiert und unmotiviert lächelt, sondern so eine wie die hier in Bruinisse. Die über die Stege läuft, kuckt, ob noch alles gut vertäut ist, Wettervorhersagen für Gäste raussucht, Tipps für die Umgebung hat und nebenbei noch ein gut laufendes kleines Café betreibt. Jawohl!

Wie wird man denn Hafenmeisterin? frage ich sie gleich und erwarte so etwas wie “ja also ich bin schon mit acht mit meiner Mama in einer Jolle über den Ärmelkanal und mit 14 allein um die Welt und bin die segelnde Holländerin vom für Hygieneartikel werbendem Volvo Ocean Race Team” Sie lächelt und antwortet: Indem man sich bewirbt. Der Verein hat jemanden gesucht und ich habs letzte Saison mal probiert und es hat mit gefallen. Also bin ich diese Saison wieder hier. Zum Segeln komme ich nicht, da ich parallel noch einen anderen Job habe.  

Trotzdem: Bruinisse hat uns gefallen. Gleich nach der Schleuse backbord in den Meldesteg reinrauschen, trotz notwendiger 50 Cent Münzen wenigstens lange genug heißes Wasser, nicht so ein lauwarmes Getröpfel für 5 Minuten wie in Sint Annaland, wo man sich fragt, wie jemand Langhaariges damit das Shampoo aus den Haaren waschen will ! 😉

Wasserrette

11326989_475697899266574_278779832_nWATER YOU THINKING ? BRING IN THE DUTCH! steht auf einem großen Betonklotz am Deltaworks Damm, der Oosterschelde von der Nordsee trennt. Offenbar habe ich auch Wasser im Kopf. Das mit dem mal auf die Schnelle Niederländisch lernen klappt so nicht. Ich bin seit Wochen in Hoofdstuk 1, Oevening 3b des Lehrbuchs. Nee, dit is geen glas met Gin, dit is en potje koffie! Und Flamen wie Niederländer sagen mir, das sei aber auch eine sehr schwere Sprache. In der Marina habe ich heute wieder ein Mißverständnis enthüllt, nachdem ich den jungen deutschen Segler, der statt zu grüßen nur komisch glotzt, mit einem Eimer voller gespültem Geschirr aus dem Raum mit dem Schild ‘WASSERRETTE’ kommen sah. Bis dahin hielt ich den Raum zweifelsfrei für den Sitz der niederländischen Seenothelfer – Wasser Rette, logisch! Dort stehen aber ein paar Bücher zum Zeitvertreib auf der Fensterbank, zwei Waschmaschinen, zwei Trockner und ein großes Waschbecken,  an welches der afrikanische Putzmann jeden Morgen den Wasserschlauch anschließt. Ich bin auch so eine Wasserrette!

Die Zuvielmachers mit Hangover seit 1977 

Gestern habe ich im Spar zu Colijnsplaat ein Joghurt gefunden, das meine Persönlichkeit beschreibt. Denn als ich vor zwei Monaten meine Auszeit begann – jetzt habe ich den Bezeichnung dafür gefunden – fühlte ich mich wie ein OUD HOLLANDSE UITGELEKTE YOGHURT, ein altes holländisches ausgelecktes Joghurt.

“Ik spreek geen nederlands” sage ich immer, wenn der Schwall niederländisch meine Ratekapazitäten übersteigt. Eine alte Dame auf der Toilette eines Restaurants in Wissenkerke meinte darauf dann, ‘ wat spreek du dann?’  – ‘Duits’  worauf sie lachend erwiderte, ‘mar du spreek dok nederlands!’ und dass wenn sie ein arabisches Theaterstück mit französischen Übertiteln verstünde, denn werde ich als Deutsche wohl auch niederländisch begrijpen. 

  
Genau! Das alte ausgeleckte Joghurt von 1977 kann auch Koffie met Appelgebak en slagroom alstublieft (a.u.b.) bestellen. Oder Tiramisu und Pizza Margerita met Rucola im La Barca in der Marina Kortgene bei unserem vom EON Mitarbeiter zum Restaurantbetreiber umgesattelten Freund Ab. Ist eigentlich ganz einfach 😀 Mit dem Hintergrund dass es in Zeeland zum Nachmittagskaffee gar nichts anderes gibt als Koffie met Appelgebak in den Variationen met Slagroom oder ganz besonders Kanelijs, Zimteis. Oder einfach mit allem. Ich möchte aber Himbeer-Joghurt-Torte, bis zum Teller ablecken!  

The Oosterschelde and its underestimated tidal streams

N 51° 36.173  E 003° 50.686′  | Marina WSV Noord Beveland . Colijnsplaat

After a month hanging around at Delta Marina on the Veerse Meer, MILVA is excited to enter new seas. The weather forecast looked reasonable to go out at 3 Beaufort with less wind expected towards the evening. MILVAs former owner Jogi joined me on the trip, as i didn’t dare to mess up the manoeuvre alone in Zandkreeksluis lock, and felt enough challenged after having again touched the ground two days before and being unable to reef the main sail. So, this time more preparation.oosterschelde 1 Beaufort

My last night’s lecture about reefing in Steve Sleight’s Complete Sailing Manual gave me some idea, that the yellow rope coming out of the boom’s end might be the solution. For the first time I prepared life jackets and life buoy to be at hands immediately in case of an emergency situation, the line bound to the bath ladder (just to avoid the crew searching for it, and finally found – throw it out without having tied the rescue line somewhere on the boat) and the main sail prepared to hoist in a reefed state. The black cloud over Kortgene made me asking the harbour master for any weather warnings, which he assured being no problem, so finally we left Kortgene at 3 o’clock in the afternoon, two hours already after low tide at the lock, which I knew would be suboptimal, but having enough wind should work out, as I only saw a difference of half a knot in speed going out the Zandkreekpassage one week before at a similar point of time. This however turned out to be a misconception. 

It is always a question in front of the locks to decide to berth on the available berths, or to make some turnarounds until the bridge and lock are going to open. As the comfortable berth was already occupied by three boats, and four more boats more or less optimally bound to the dolphins plus a big tank vessel waiting in front of the lock, the decision was easy to make, but cost in the end 20 minutes of waiting and 25 minutes to get inside and out of the lock.

It is always a good advice to keep some distance to big vessels, as the water masses moved by a starting ship’s engine make quite some turbulence, thus difficult to hold a small boat and its spreader away from the lock’s wall.

ZeelandsbrugWe left the lock and set sails to get out of the small passage with the wind coming from behind in run and broad reach direction. The maximum speed of 5.2 knots over ground we made just during this short trip, competing against bigger yachts and regretting that we had reefed the main sail. At green buoy #Z1 we turned to beam reach towards Zeelandbrug, intending to take the path on the left side of the channel along the green buoys. Zeelandsbrug zeelandbrug-8462Until a red buoy appeared and wind and boat speed decreased rapidly. After a while we reached the green buoy again but still didn’t make any progress into the intended direction towards Zeelandbrug. Checking the Navionics app on the IPad showed 2.5 knots less speed over ground than what the log instrument displayed, and revealed to us having sailed a big circle instead keeping a straight course  towards the final destination. As Freddy – le vibrateur is meanwhile running without any issue, that was finally the solution to reach Colijnsplaat harbour within the expected time around 7 p.m.

Lola Bodum Diver

N 51° 33.242′   E 003° 48.530′ | Delta Marina .  Kortgene

The initial plan was a good one. To get up early, have a quick breakfast and start sailing when other sailors start sailing: in the morning. The point is, that during the passed three weeks of having MILVA swimming in saltwater, we never managed to get out of the harbour before 3 in the afternoon. It was a cloudy day, Windfinder gave a forecast with wind from north-west of 4 beaufort. Our idea was to sail to Veere for a coffee. We started with coffee from my specifically for MILVA acquired Bodum french press (like all other dishes actually too fancy to use on a boat with the kitchen utilities stored in four wooden wine boxes) on the day after having met Roxani, Greg and the twins in Woluwe shopping mall. A special french press so to say. Even though I prefer espresso and Lola under circumstances of yachting the quick instant coffee solution. And the breakfast took longer, as I normally can spend hours sipping on a black tea, kind of meditation, and Lola went through some state of nostalgy telling Argentinian stories.VA18breakfast-8412

Around ten Lola started washing the dishes, the quick way – with cold water from the water hose attached to the berth. Everything was clean but during rinsing the french press filter attached to the metal stick on the pot’s lock the three metal pieces making out the filter went into the sea. underground. we could hardly see the three pieces due to the cloudy weather. “OK – I jump!” – Lola announced, Astonishing me, as i didn’t feel for swimming today. It took some time, some legs in the water, until I took initiative to make use of the scuba diving equipment and the thought that any sailor should be able to dive underneath her boat. I hate diving. It scares me. in several tries diving in 2m deep dark water, which was harder than what my memory gave of accomplishing the silver swimming badge at the age of 10, I could rescue two of the three metal pieces. the third one stayed on the ground, hidden under the dust, seaweed and oysters I dispersed during my panicking dives. We gave up. Seeing a french press some days later in a shop, the diving was totally useless anyway, as with the three metal pieces the most important part, a tiny screw, went underground too. And MILVA is just no submarine.va18-8414
In the end, we departed at 1 p.m. and realizing at the corner towards Veere that the wind coming from the front is with 5 Beaufort just too strong to get there. So we turned and went back for two unnecessary Kiss & Rides 😦   

Kiss & Ride

N 51° 31.846′   E 003° 43.518′ | Veerse Meer around red buoy S4

In Belgium there’s an expression for a car dropping a person and continue onwards: Kiss and ride.  MILVA under command of her all female crew seems to be a gooder kisser and rider as well – especially in narrow-shallow Veerse Meer at stronger wind forces losing speed in failing tacks and drifting onshore. Kiss the ground with 1.15 metres draught of her keel and get herself floating again without external aid! Just the five horse power outboard engine, the crew hanging on the sidestay to get the boat tilt a bit, in extreme cases pushing with a paddle, and MILVA with her 800kg and keel is in maneouvrable state again. Our neighbours with their 22 feet longkeel boat and 6HP engine reported never having been able to get out of the mostly sandy ground by own forces. And just recently saw a far to big yacht for this area getting stuck in the middle of the fairway. Which brings me to my other observation sailing in Zeeland: never ever navigate and trust fancy navigation apps! Use a recently updated paper nautical chart. Following screenshot of Navionics app shows my track doing the two times kissing & riding by drifting too far starbards of the imaginary line marked by the red buoys. Considering the paper chart during sailing (as on the IPad with daylight beaming  on its surface you cannot see any dot on the digital chart) I knew that the depth was around 1.3m – 1.1m. The echolot showed 0.8-0.9 when the boat got stuck on ground. There is almost no tidal range in Veerse Meer. But Navionics showing 2.4m depth is just wrong and proofs that it should only be used for planning, tracking and checking the current position with where you think you are pointing on the paper chart.

Distance: 13 nm
Duration: 3h 48min
Max./Avg.Speed: 5.6 / 3.4 kts
Wind Speed: 4-5 Beaufort

Petersilienzoll

N 51° 33.242′   E 003° 48.530′ | Delta Marina .  Kortgene

Jeden Tag eine gute Tat. Heute: den beiden niederländischen Zollbeamten Einlass in die Hafentoilette gewährt. Ich musste eh, und die Herren von der Douane waren schon am umkehren ( vielleicht um woanders hinzumachen?). ‘Hjerteligt bedankt’ freuten sich die Jungs über das Einlassen zum Wasserlassen. 

Im Nachhinein frage ich mich, was niederländische Zollbeamte in einer niederländischen Marina zu verzollen suchen. Illegaler Petersilieanbau auf schwimmenden Kleinfahrzeugen etwa? Bin ich mal froh, dass mein Kräutergartenversuch unter der Sprayhood  durch intelligente Salzwasserbewässerung (mir Schwoba schbarat halt Wasser) selbst nach einem Süßwasserrettungsversuch gnadenlos gescheitert ist. Und dass wir das eine Tütchen aus Amsterdam mit unseren Zeltnachbarn auf dem Campingplatz für ältere Herrschaften beim Dranouter Musikfestival als Dank für den Wein beigesteuert haben. 

MILVA & TECHNIK: Freddy, le vibrateur

N 51° 32.639′   E 003° 51.837′ | Veerse Meer – Zandkreeksluis

Wollte MILVA etwa mit den Herren von der Schleuse flirten oder braucht auch ein Außenbordmotor etwas Zuneigung?
Und Vertrauen?Es wäre nicht das erste Mal, dass mich ein Mercury Außenbordmotor nicht so ganz mit seiner Zuverlässigkeit überzeugt, denke an das VIBRATEUR MALHEUR oder die Ausfahrt mit Madame C, nach welcher sie nie wieder wagte ein Boot zu besteigen. Jedenfalls keines, das ich steuerte oder gar segelte!

Wir haben die MILVA heute mal durch die Schleuse gejagt und die Oosterschelde schnuppern lassen. Sowas kann man ja mal fürn Ernstfall üben bei wenig Wind und Verkehr. Ein nettes niederländisches Seglerpärchen, das wir im Bistro La Barca getroffen hatten, gab uns den Tipp, eine Leine von der vorderen Klampe durch den Ring an der Schleusenwand nach hinten auf die hintere Klampe durchzuziehen. Eine Methode geeignet für Einhandsegler und MILVA, die eh zu kurz wäre für ein Festmachen in der Schleuse mit Vor- und Achterleine.

Die zwei Seemeilen zur Schleuse liefen wunderbar. Wir überstanden den Prozess des Schleusens an sich mit der Erkenntnis, dass es doch einige Meter aufwärts ging und man die Leine besser auf Slip hält und das Boot gut abfendert. Die Brücke ging auf. Wir werfen die Leine los, stoßen uns von der Schleusenwand ab, und der Motor geht aus. Die Frau mit den Fendern hat tolle Tipps parat, die Frau am Motor versucht vergeblich den Motor nach gelungenem Start mit Und ohne Choke am Laufen zu halten. Milva driftet wieder Richtung Schleusenwand, die Jungs von der Schleuse werden unruhig und fragen was los ist. In anderen Worten: man schreit sich panisch an, was nicht zur Lösung des Problems beiträgt. Wir bekommen Tipps vom Schleusenwärter, die Brücke bleibt offen, und schließlich hilft uns ein französisch sprechender Motorbootfahrer beim Starten des Außenbordmotors, indem er beim gelungenen Start ohne Choke Kurz Gas gibt.

MILVA ohne Segel. Findet den Fehler in der Betakelung!

Wir verlassen die Zandkreeksluis durch den schmalen Kanal in Richtung Oosterschelde, bis kurz vor der Einmündung an Tonne Z1 der Motor erneut ins Stottern kommt und ausgeht. Wir ziehen die Fock aus dem Rollreff, starten den Motor erneut und machen kehrt, zurück zur Schleuse, zurück ins Veerse Meer und den sicheren Hafen. Bei ein bis zwei Windstärken und wenig Strömung wie an diesem Abend ist ein unzuverlässiger Motor nicht das Problem, aber macht uns wenig Hoffnung bei ändernden Windbedingungen mit MILVA auf große Fahrt zu gehen.

Wir schaffen es mit drei weiteren Ausfällen in und durch die Schleuse und zählen bis zur Delta Marina dreizehn Motorneustarts. Verflixt! Was hat ein neuer Mercury 5PS Außenbordmotor gemeinsam mit dem alten 3.3 PS Mercury, genannt LE VIBRATEUR?

Le Vibrateur hatte zuletzt einen verschmutzten Vergaser. nach der Reinigung beim Neckarstädter Rasenmäherfachmann brachte ich ihn gar nicht mehr an, da das Gelbe Sofa ohne den Ballast besser zu segeln war. Das Vergaserproblem kann man vermeiden, indem man nach jeder Fahrt den Vergaser und die Benzinzuleitungen leerlaufen lässt. Wir taten das, mit jeder Hafeneinfahrt. Die Wasserkühlung funktionierte, bei Verwendung im Salzwasser sollte man den Motor mit Süßwasser spülen. Das konnte aber nicht der Grund sein. Ich gebe dem Außenborder den Namen Freddy und spreche ihm Vertrauen zu. Vielleicht ist es so wie mit Krankheiten. Je größer die Angst davor, desto wahrscheinlicher dass man betroffen wird.

Wir öffnen den Deckel und stellen fest, dass der interne Tank fast leer ist. Aber was das mit dem vollen externen Tank und den Ausfällen zu tun hatte, die so klangen, als bekäme der Motor nicht genügend Benzin kam uns nicht in den Sinn. Nach intensiverer Studie des englischen Handbuchs und Einholen mehrerer Meinungen von Autobastlern und Motorboothändlern hatten wir die Lösung: der Motor zieht Benzin von dem Ort des geringsten Widerstands. Und die Zuleitung zum fast leeren internen Tank war während aller unserer ca. 20stündigen gesamtnutzung des Motors geöffnet.

Bordleben

N 51° 33.252′   E 003° 48.616′     Delta Marina | Kortgene

MILVA liegt im Hafen und schaukelt bei 6 Windstärken neben der TEMPTATION Antwerpen mit vom Salzwasser schnell begrünendem Unterbau durch seinen Platz K17. 

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Um nicht ständig auf der Suche nach Dingen zu sein, von denen man weiß, sie sind auf dem Boot, aber nicht, wohin man sie zuletzt gelegt hat, hielt ich es für notwenig, ein paar transparente Plastikboxen für die Backskisten zu organisieren und die Seitenwand Taschen mit Etiketten zu versehen, die auch für Ordnungshüter oder Räuber die Suche erleichtern: BOOKS | VISUALS | SPIRITS | ELECTRIQUE | ROPES/GLOVES | WEEDS | SNACKS | CLOTHES

Kleines Rätsel für die Leser, die wichtigsten Dinge an Bord des so im Segelmagazin Yacht definierten Weekenders sofort aus finden. Wo befindet sich auf MILVA

– der Portwein zu Rasmus’ Ehren und der Monkey47 für eventuelle Bestechungsversuche?

– die in den Niederlanden und Belgien verpflichtend an Bord zu führenden zwei Bände des Wateralmanak?

– das Sammelsurium an homöopathischen Mittelchen?

– der alte Vorhang zum übern Kopf hängen als Schutz vor Blicken der Crew beim Toiletten- … äh … Eimergang?

Zur Einweihung der Bordküche, gelungener Verlegung der Aldi-Multifunktionsmehrfachsteckdose vom in der Backskiste angebrachten Landstromanschluß in die Kajüte, sowie der Nutzung des mitgebrachten Pürierstabs gabs frisches Basilikumpesto mit Buchweizenfussili zu einem belgischen Bierprobenpaket anlässlich der Tour de France, die Wochen zuvor in der Tat durch die Gegend sauste.

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