Rauchverbot Light

Der neue Herr-schmeiß-Hirn-runter-Gesetzentwurf, erlaube ich mir mal den neuesten Arbeitsnachweis der Bundesregierung zu nennen.
Rauchverbot-Light klingt für mich nach genauso sinnvoll wie ‘Light’ Zigaretten zu rauchen, weil die ja weniger schädlich sind. Gestern erfuhr ich im SWR3 Topthema, dass nun der Vorschlag gemacht wurde, in Restaurants ein Rauchverbot einzuführen, in Kneipen, Bars, Discotheken aber weiterhin gequalmt werden darf.

Tolle Idee, Vater Staat! Wow – Deutschland fällt doch immer ein Workaround ein, der Tabakindustrie nicht ganz so in den Rücken zu fallen und weiterhin Steuergelder zu kassieren (die bei anderen Maßnahmen aber sicherlich über die Ersparnisse im Gesundheitswesen wieder reinkämen…).

Ich wache gerade auf – mit einem höllisch brennenden Hals, brennenden Augen, krächzender Stimme und stinkenden Haaren (von der Kleidung ganz zu schweigen), und dem Gedanken, ob mein Asthmaspray vielleicht dagegen hilft – nach dem gestrigen etwa sechsstündigen Aufenthalt in zwei sogenannten Café / Bars, wobei wir im einen abend“gegessen” und im anderen noch etwas getrunken haben. Beidesmal passivrauchend, wobei letztere Lokation leider noch verrauchter als erstere war.

Klar, wir sind selbst schuld. Man kann bei 7 Grad Wärme auch in so Trend-Cafés draußen sitzen, die Heizstrahler aufgebaut haben, wenn’s einem drin zu verraucht ist. Warum sollen die Raucher draußen stehen, wenn auch die Nichtraucher draußen sitzen können?
Außerdem stellt sich mir schlichtweg die Frage nach dem Kriterium, unter dem ein/e Café / Bar mit ausgezeichnetem Essen ein Restaurant ist (und Rauchverbot herrscht), und wann eine Kneipe/Bar/Disco, in der geraucht werden darf. Zusätzlich käme noch die Sache dazu, dass man in Restaurants vielleicht zwei Stunden zum Essen verbringt, in Clubs aber gut und gerne mal fünf, und dort – tanzt man denn – einen wesentlich höheren Sauerstoffbedarf hat. Auch glücklicherweise ein Argument einer Drogenbeauftragten der Regierung. So kann man also noch hoffen, dass sich unser so fortschrittliches Deutschland vielleicht doch endlich mal an einen der sinnvollen europäischen Standards anpasst, und man das Nachtleben auch endlich ohne lästige Nachwirkungen genießen kann.