MILVA Expedition Zeeland

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MILVA Zeeland Expedition from Greenyoghurt on Vimeo.

Einkaufserlebnis für Lagerverwaltungsnostalgiker

plapperlaplapp, TEXT

Einkauf des Notwendigen statt Internet der Dinge.  Keine Suche nach Kleingeld oder Einkaufswagen-Chip, keine die Kauflust auf optimal platzierte Lebkuchen anregende Weihnachtsmusik, kein Hetzen an der Kasse, das Gekaufte möglichst schnell in der Tasche unterbringen zu müssen, ohne dabei die Gurkengläser auf die Tomaten zu stellen oder den nachfolgenden Kunden  samt Kassiererin zu nerven. Stattdessen übersichtlich ausgeschriebene Einkaufsbelege die einem das Gefühl eines METRO-Privilegierten geben. colruytDer belgische Discounter Colruyt, aber auch der nach einem ähnlichen Prinzip gestaltete Bioplanet erscheinen mir wie Pioniere im Vergleich zu dem, was der deutsche Lebensmitteleinzelhandel so zu bieten hat.

Statt aufwendiger Laufbänder und die in Discountern sowieso schon wegrationalisierten Ablageflächen kommissionieren hier die Kassierer die Waren mit Handscannern einfach von dem einen Einkaufswagen in einen schon bereitstehenden Wagen von der vorigen Abwicklung (quasi von der Kommissionier-Handling Unit in die Versand-Handling Unit), statt Kälte in den warmen Laden ausstrahlender Kühlschränke gibt es hier einen großen Kühlraum, in dem Gemüse wie Joghurt und Wurstwaren lagert, Fleisch wird statt in Plastiktüten in wiederverwendbare Hartplastikboxen verpackt, am Ende einer Regalreihe steht eine Maschine mit Gratiskaffee und das spärlichem Leuchtröhrenlicht reicht aus, um in den Metallregalreihen die palettierten Artikel zu finden.

Brussel Centraal

BXL, plapperlaplapp, TEXT


Brüssel. Zentrum Europas. Stadt der Bettler und Gammler. Ich nehme alle Beschimpfungen, die ich je über die Deutsche Bahn gemacht habe zurück. Nachts um halb eins sind alle Bahnhöfe grau. Der kalte Bahnsteig 3 von Brussel Centraal besonders und erinnert an einen schmuddeligen Kleinstadtbahnhof. der Ärger über den um zehn minuten verpassten letzten Zug im 30minuten Takt lässt auch nicht gerade nach, wenn man allein aus der Sorge, den letzten Zug nicht zu verpassen keine coole Bar mehr ausfindig macht und stattdessen wegen ab 23:45 verschlossenener Warteraumtüren eine dreiviertel Stunde auf dem Bahnsteig fröstelt, nur um dann zu erfahren, daß der IC Richtung Liège sich um environ vingt-six minutes verspätet, Wenigstens durften wir als Aufwärmmaßnahme noch den Bahnsteig wechseln und an dessen Anfang marschieren, da der verspätete Zug auch noch gekürzt und vollbesetzt war.

MILVA & TECHNIK: Segelboot auf einem Trailer sichern

Küstenwache

Weil das bei der ersten Fahrt mit der MILVA auf dem Anhänger (frisch aus der Werft) fast schiefgelaufen wäre, hier ein weiteres Tutorial aus der Reihe Frau…verzeihung..MILVA und Technik: Wie sichert man ein kleines Segelboot mit Festkiel auf einem für 100km/h zugelassenen Bootsanhänger, sodass man auch bei gegebenen Straßenverhältnissen die zugelassene Höchstgeschwindigkeit fahren kann und nicht mit 60 km/h auf der Bundesstraße herumgurkt und jeden zögernden Fahrer an Einfahrten verflucht – nur um nicht abrupt bremsen zu müssen, was die 800kg Schiff schräg über einem ins Wanken bringen könnte. Das Wanken kann natürlich auch bei richtig gesichertem Schiffchen passieren, und das Schneckeln mit einer kilometerlangen Autoschlange hinter sich trainiert ungemein das Selbstbewusstsein, aber man könnte, wenn man so will, Risiken vermeiden und das mit dem Selbstbewusstsein zum Beispiel beim Verrichten der Notdurft mitten in der Schleuse in einen – mangels Platz für ein Bordklo – Eimer üben. Nur so als Anregung für Adrenalinjunkies.fixOnTrailer-24

Punkt 1: Wenn das Boot schon in der Werft mit Spanngurten auf dem Anhänger gesichert ist, keinesfalls einfach losfahren und dabei denken, das mit den lockeren Gurten gehört so, das Boot muss bisschen Freiraum zur Selbstverwirklichung haben während der Hängerfahrt. NEIN! Das gehört so bei der Lagerung des Schiffs auf einem Anhänger, damit sich nichts verzieht. Für die Fahrt müssen die Spanngurte festgezurrt werden. Nach dem Prinzip des Aufbaus einer Slackline. Damit die Gurte während der Fahrt nicht flattern, am besten die Gurte etwas drehen, bevor man den Haken am Anhänger einhakt und den Spanngurt festzurrt, um die Windangriffsfläche zu reduzieren. Altes Brummifahrerlatein.

Was passiert, wenn man das nicht tut: nach der ersten Unebenheit verschiebt sich während der Fahrt das Boot auf dem Trailer, und man wundert sich beim Blick in den Rückspiegel, warum der Spanngurt, der vorher doch noch fest war, plötzlich so flattert.

Punkt 2: Wenn alles nur so auf OLYMPUS DIGITAL CAMERAdem Schiff herumliegt, Mast mehrfach auf Tragekreuz und Auflage mit Verbindung zu Ösen und Klampen am Schiff befestigen.

Punkt 3: Was auf längeren Fahrten am Schiff herumflattern und Schaden nehmen könnte (Windex, Windmesser,  ans Heck klappernde Badeleiter) abmontieren. Am besten auch noch das Vorstag mit Furlex vom Mast oben lösen und dicht am Mast befestigen, damit die Furlex nicht so einsam am Mast unten rumhängt, bei der Fahrt flattert oder sich sogar vom Flattern Gewinde lösen …

fixingOnTrailer-6813Punkt 4: Fallen und Rollreffanlage gut um den Mast binden und/oder mit Frischhaltefolie(und dann Tape) sichern.

Das Tape mit der Klebeseite nach außen um den Mast und Leinen wickeln und nach einer Umwicklung zurück- KlebeSeite an Klebeseite – dann ist alles mit Tape gesichert, aber hinterlässt keine Klebespuren die man nie wieder wegbekommt.

Punkt 5: Spanngurte anbringen, entweder einen alten Feuerwehrschlauch als Polsterung an den Kanten verwenden, oder Teppichreste oder Lappen an den Bootskanten als Schutz unterlegen. Spanngurtverschluss wenn möglich (Bug Spanngurt) auf der rechten Seite (in Land mit Rechtsfahrgebot) positionieren, um bei eventuellen Nachspannmanövern auf der Autobahn nicht auch noch in der Schußweite von Rasern zu hantieren.

Punkt 6: Spanngurte so fest wie möglich zurren und überhängenden Gurt mit Knoten/Folie/Tape sichern (siehe Punkt 1)

Punkt 7: steht der Mast mehr als einen Meter nach achtern über, rotes Fähnchen anbringen

Punkt 8: Für Brückendurchfahrten die Höhe des Boots samt Mast auf dem Trailer bestimmen. Die VA18 maß 3.40m und passte damit gerade so unter den Brücken um Kortgene in Zeeland (4m Durchfahrtshöhe)

Punkt 9: Mastauflage am Trailer. Die taugt leider nichts, weil die VA18 mit ihrem sicher 9m langem Mast übertakelt ist. Wie auf dem Foto oben sichtbar ist, steht der Mast hinten einige Meter hinaus, womit man in der Höhe sicherlich mal beim Fahren einer Kurve irgendwo hängen bleibt. Der Mast ist besser oben montiert. Kürzt man das Mastkreuz, kommt man auch auf unter 3m Höhe. Desweiteren wackelt der Mast auf der Mastauflage unten enorm, was ihm auch garantiert nicht gut bekommt.

Na dann allseits gute Fahrt, keinen Seitenwind und immer genügend Luft überm Anhänger!

le skipper, c’est moi

Cours Français, Küstenwache, TEXT

N 51° 44.313′  E 003° 50.869′  |  Scharendijke, Brouwersdam, Grevelingen Meer @ 5 Beaufort Wind, Nord-Ost, 1m Wellenhöhe

Geschichte war noch nie meine Stärke. Aber meine Aussagen glaubwürdig. Deshalb wurde ich im Französischkurs bis zu einer kurzen Lola rennt Rothaarrebellenphase auch Napoleon genannt. Klein. Aufmüpfig. Führungsstark. Mir rutschte da mal ein ‘L’État, c’est moi’  raus, als Antwort auf irgendwas, das ich garantiert nicht verstanden habe im Konversationskurs – aber alle lachten. Das Niveau des Kurses ist für meine Sprachbegabung eine Idee zu hoch. Ich rutschte da so rein, weil Lehrerin wie Mit-Francophile so unwiderstehlich waren, ich dank Stereo Total etwas französeln kann und das Thema des Schnupperabends ein von Anglizismen nur so Strotzendes war.

Da nimmt man das englische Wort und betont es französiiiisch, oder  assoziiert ‘L’État, c’est moi’ mit Napoleon und alle nicken. Bis einer Wochen später ins Zweifeln gerät, Wikipedia befragt und aus dem kleinen Napoleon Louisa Quatorze wird. Jetzt hat die an einem Siebzehnten Geborene Vierzehnte auch noch das Führen von Kleinfahrzeugen unter Segel in meerartigen Gewässern begonnen.

Einmal mit drei des Segelns unkundigen mittelalten Flamen auf einem fränkischen Wohnschiff, mehrmals mit des Segelns seit der Kindheit vertrauter, meist temperamentvoller argentinischer All-Female Crew auf einem sogenannten Weekender, der mit seinen 18 Fuß mal leicht bei Flaute an Dickschiffen vorbeizieht, oder aber bedrohlich bei Seegang schaukelt. Die Flamencrew hat gemacht, was La Capitana befohlen hat. Es war nur ein Tag, maximal drei Windstärken, der Dampfer 10 Meter lang und tonnenschwer, die Crew hatte Bier, nicht gefroren und keine Angst. VA18, Oosterschelde, 4BfAuf einem nah am Wasser gebauten 5,80m Schaukelschiff bei einem Meter Welle und fünf Windstärken, der Ungewissheit, ab wann bei wie hoher Welle eine Varianta 18 in ungünstiger Lage parallel zur Wellenrichtung umkippt, einer Argentinierin in beidseitiger Nicht-Muttersprache Sicherheit zu geben und Kommandozentrale spielen – der Skipper hat das letzte Wort, für Diskussionen keine Zeit und bei Patenthalsen keine Geduld mehr – ist eine andere Geschichte. Vielleicht gibt mir das Buch Psychologie an Bord hilfreiche Aufschlüsse zum Bändigen temperamentvoller Crew und Unterdrücken der eigenen Hilflosigkeit 😉

MILVA KOCHSTUDIO

fressen - einfach nur fressen, Küstenwache, TEXT

Chili Con Carne, Tacos, GuacamoleNoch bevor sich Heerscharen bei Aldi um den Thermomix Verschnitt kloppen konnten, wohl aus einer dem Hamburger Abendblatt geschuldeten Sinnkrise heraus, die “Ein Leben ohne Thermomix ist möglich, aber sinnlos” titulierte, übte sich unsereins glücklich und zufrieden in freiluftköchelnder Nahrungszubereitung mit Utensilien, die in vier Weinkisten Platz redcurryfinden mussten und einem glutenfreien, rindfleischveganen Ernährungsstil gerecht wurden. Man könnte es auch bezeichnen “Der Schlemmertörn”, und ich Varianta 18 Bordküche, Curryzubereitungverstehe nicht, was daran sinnlos sein sollte,wenn man nicht die Zeit meint, die bei derartigem Kochen, im Wasser schwankend auf kleinstem Raum draufgeht, während das Riesenungetüm, in der aktuellen ZEIT auch genannt “Das iPhone aus Wuppertal” gewisse Püriergerichte in einem Bruchteil der Zeit erledigt.

Wahrscheinlich ist das Kochen-2.0-Gerät zu wesentlich mehr imstande als nur die simultan Ribeye on Cobbs Barbecuewärmende Zubereitung von Püriertem.Erwarten würde ich von einem Wundergerät in derartiger Preiskategorie – das auch meine Vorwerk-affine Mutter in der Küche stehen hätte, wäre ihr Körper nicht schon längst von Unterirdischen Friedhofsarbeitern in der Sorgfalt eines Thermomixvorgangs zersetzt – auch das Entsaften von Spinat und Karotten und die Zubereitung einer Fleischbrühe, wo ich doch gerne Klare Brühe mit Brocken drin esse.

Pasta met ZeekraalDoch selbst wenn: wie soll so ein Riesenklopper (der für die sechsköpfige Familie meines Metzgers dann auch noch zu klein ist!) dem Leben einer Hobbyköchin Sinn verleihen, die nach drei Monaten in improvisierter Kombüse in die 20 Quadratmeter Wohnküche zurückgekehrt die Eier in einen Topf Wasser legt, um dann festzustellen, dass man ja einen automatischen Eierkocher hat. Unnötigerweise.

Bohnenpüree Avocado WrapDas sinnlose Bordleben im Milva Kochstudio wurde unterstützt durchTapasbar Varianta 18

  • zwei Campingkocher mit vier Töpfen und einer Pfanne
  • einem Stabmixer (Landstrom)gluten free pancakes
  • drei Schneide- und gleichzeitig als Teller verwendbare Holzbrettchen
  • ein Nudelsieb, überflüssig aufgrund des Trangia Nudelsiebdeckelsystems und dem verblüffenden FÖRBLUFFAD Kochtopf des pseudoschwedischen Möbelaldis
  • zwei Suppenschüsseln, Becher und Salatschüssel aus kompostierbarem Bambusmaterial, Besteck und Pfannenwender

Gegen niederländisches Appelgebak, Bitterballen und Kibbelinge hat die thermomixlose Kombüse durchaus leckere Resultate hervorgebracht, sowie einschlägige Erfahrungen wie zum Beispiel die Erkenntnis, dass man Küchenkräuter auch bei Lagerung auf einem Boot der Haltbarkeit und osmotischen Vorgänge wegen besser nicht mit Salzwasser wässern sollte;-)

saltWatering-1 buckwheat pesto

The time it takes to put on nail polish

english, Küstenwache, TEXT

One month. And it is not really that I am so stressed with work that i cannot even finish some cosmetics on my toes to let them look like as shiny rebel blue as my company car. nailpolish-8502

I do nothing. Nothing but sleeping, checking the weather, paying harbour fees, getting a hungry stomach filled, and starting to put on nail polish. Just to make use of the things I brought with my luggage for a 12 weeks vacation using a so-called work time account.

The word itself seems to be misleading, as I bought time from a yearly bonus added to my salary to just do not what the word is expressing: work.

milva18-8802Instead, I am literally hanging around on my 18 feet measuring sail yacht, as the size of this apparently fast racing ‘mini cruiser’ does not even allow a 1.60m person to stand inside (with the sprayhood attached, it almost does), but is giving indeed more comfort than a similar sized tent for two. Especially in the occasion of rain falling. In addition to that, staying in a harbour on a boat of that size in the Netherlands is much cheaper than staying on a camp site. The most expensive marina charged 15€ per night with free parking of my car outside, while the camping close to the harbour charged 41€ for a tent, two persons and a car.

Besides the partially used nail polish, i brought with me an Ukulele, a Guitarlele, the GarageBand app on my IPad for amateur music recordings, DVDs, a race bike, my Carver longboard, 7 novels to read plus the obligatory two bibles of Belgian-Dutch waterways -the Wateralmanak, two books about sailing and one to get a better understanding about the weather. According to my efficiency in putting on nail polish, now guess the equipment I could have left at home.