Je voudrais

plapperlaplapp

Französischkurs … wer macht schon einen Französischkurs. Außer meiner Schwester 😉
Ich will mehr Spass haben, um aus meinem fünfjährigen und seit dreizehn Jahren kontinuierlich degradierten Schulkenntnissen mehr herauszuholen als in Paris mit perfekt aus dem Hals gerolltem “R” ein Bonjour, huit Croissants, s’il vous plait, Merci, Au Revoir zur Sprache bringen zu können.
Und nicht mit anderen, Savoir-Vivres und ‘wir lieben Bordeaux-Wein, nouvelle cuisine ete-pe-te-te Volkshochschülern abends in einem Klassenzimmer eines linguistisch orientierten Gymnasiums gähnend unprickelnde Konversation über die Dauerausstellung im Louvre unter Berücksichtigung grammatikalischer Tücken zu betreiben und eigentlich nur dort zu sein, um mal wieder eine Schule betreten zu dürfen ohne an einem Elternabend teilzuhaben.

Ich will Spass haben. Und bestelle also ein Buch, das die Amazon-User mit fünf Sternen gewertet haben und den interessant klingenden Titel ‘Je voudrais que quelqun m’attend quelque part’ trägt. Erkenne beim Überfliegen des Klappentextes ein Dutzend bekannter Vokabeln und gelange beim Nachschlagen des Titels des ersten Kapitels bereits an die Grenzen meines wichtigtuerisch im Elsaß gekauften ‘Pratique allemand’ – Dictionaire
francais-allemand, allemand-francais. (Pons ist langweilig). Aber was um alles in der Welt sind auch Petites Pratiques Germanopratines? Deutsche Pralinen… vielleicht? Immerhin weiß ich jetzt, dass eine Kornblume eine bluette ist, kann also beruhigt auf Seite 2 mit einem Halbverständnis umblättern, finde aber momentan hebräisch lernen mit israelischen Kollegen viel spannender (Boker Tov), und sollte mir eher langsam Gedanken darüber machen, wie das Zeichen für vegetarisches Essen, Damenklo und Hotel auf chinesisch aussieht…

Cranberries mit Haaren

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Eigentlich wollte ich hier und jetzt folgendes bloggen:

I was at Dolores O’Riordans concert. And all I got is this lousy pick.

Aber nicht einmal das habe ich bekommen! Keines, der vielen mit dem Namen der Cranberries-Sängerin – die doch mit mittellangen Haaren, also direkt einer Frisur, viel besser aussieht als zu Zombie-Zeiten – beschrifteten Plektrons, die in die Menge geworfen wurden.

Spitzenidee dann von mir, nach dem Konzert gegen den Strom nach vorne zu laufen, auf andere drauf, weil die genau die gleiche dämliche Aktion unternahmen wie ich: den Fußboden nach kleinen Plastikplättchen abzusuchen.
Das erinnerte mich irgendwie an unseren London-Urlaub, in jenem Sommer 1997, als ganz England weinte und ich nichts besseres zu tun hatte, als mich mit Haasi zu verkrachen: wegen meines Drangs, ein Musikgeschäft zum Erwerb eines Plektrums mit einer den Aufenthalt in dieser Stadt erkennbaren Aufschrift zu finden. Sie weigerte sich mitzukommen, wo ich doch den halben Tag schon geduldig die Besichtigung und Anprobe adliger englischer Jagdmode ertragen hatte. Ich habe kein Londoner Plektrum erworben. Und Londoner Musikgeschäfte sind seither tabu.

Im übrigen war das Konzert irgendwie gar nicht rührend. Die Cranberries-Jungs mit ihren Pilzfrisuren hätte ich aber bei weitem cooler gefunden, als diese ungepflegten Hardrocker im Achtziger-Langhaar-Look.

Ja, herrliche Krawallmucke, klare Stimme, schönes Kleid, italienische Fans. Die Gitarren ein wenig übersteuert (werd wohl langsam alt), auch mal falsch gespielt, die Pause vor der Zugabe eher als notwendigen Gitarrenstimmservice wahrgenommen, und das letzte angekündigte Lied war auch unverhofft das letzte Lied. Seltsam, irgendwie.
Viel sympathischer war da doch die Frau Rainbirds, die spielte, was wir wollten, solange wir wollten. Und sich zweimal vorm Publikum verbeugt, sich bedankt, und lacht, und lustig ist.

entfesselter phosphor des abends

plapperlaplapp

noch immer sage ich die gleichen worte
noch immer fasse ich nichts kann ich nicht halten
was so unsäglich vorüberzieht

Kulturbanausin war zum dritten Mal innerhalb vier Tagen auf einem Konzert. Beim Konzert meines lieben Compañero de Trabajo. Ich geh gern dahin. Weil, so die Aussage meines Begleiters, man sich danach selbst auf die Schultern klopfen kann, dass man bei so einem Konzert war. Neue Musik. Nicht so Mozart-Beethoven-Trallala, sondern richtige neue krasse E-Musik. Gespielt von richtig netten jungen Talenten, die man wegen ihrer Professionalität bewundert, und deshalb klatscht. Und nicht, weil man sich gerade so richtig hat entspannen können… bei DEN Klängen, Geräuschen, und der immer wieder aufkommenden Freude, wenn man gerade für drei, vier Töne eine Melodie hat erkennen können.

ich senke ich hebe
die stimme winke mit beiden händen wie wild
während rings in dünsten von flammen geht aller
entfesselter phosphor des abends und manchmal
lautlose grelle ungeheuer stehn in mir auf

in meinem tiefsten ICH … die Ungeheuer erweckt … bei dem Stück Schwarze Stille. Es war alles andere als Stille. Und Meditationsmusik ist nicht zu verwechseln mit musikalischer Meditation, die dieses Stück angeblich war…“musikalische Meditation über die Frage nach dem Verhältnis von innen und außen, der Frage des philosophischen Verhältnisses zwischen der Gehör- und Sprachlosigkeit eines Partiturbildes und seiner klanglichen Realisierung.
Der Komponist von heute ist ständig auf der Suche, Partiturbilder für emotionale, geistige und soziale Vorgäng zu entwerfen.
Diese Arbeitsweise im Sinne einer permanenten Grenzausdehnung macht ihn deshalb zum potenziellen Aggressor gegen all diejenigen, die genau dieses
Durchbrechen aus gesellschaftlichen Opportunitätserwägungen um jeden Preis verhindern wollen.

ich suche den sommer in der dunklen diktion
meiner worte und heiß fällt der abend
herab
von blutigen horizonten
fällt abend und läuft mir davon

[ aus einem Gedicht von Wolfgang Hilbig ]

Auf dem Heimweg gönnte ich mir dann doch wieder was leichtes. Gesprochene Popmusik. Mit lustigen, romantischen Texten. Ja!

Diese Stücke sind ganz sicher künstlerische Hochleistungen. Analogien zu Hurz rein zufällig…

Wunschkonzert

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katharina franck live in Heidelberg

Endlich! Mein langersehnter erster Besuch eines Rainbirds Konzerts.
Katharina Franck solo und live im Heidelberger Kulturfenster, dieser kuschelig kleinen Lokation.
Gesungene und gesprochene Popsongs, über geliebtes Holz… so eindringlich und authentisch aufgeführt… begleitet von einem den Rainbirds-3000-live Sound perfektionierenden Gitarristen, der selbst bei dem spontanen Sea-of-Time Publikumswunsch (…ja, auch in allen 24 Teilstücken…) keine Zweifel an seiner Kompetenz ließ. Schmacht!

Diwali und der thematisierte Projektleiter

company talk

Mein lieber Herr Projektleiter wurde heute thematisiert. Von unserem Chef. In einer Email mit der Anrede ‘Hi Thema’.
Tolle Sache, sowas. Man ist im nu geschlechtsneutral, kann mit ‘Das’ angeredet werden, und hat prompt einen superwichtig klingenden Spitznamen.
Neben Thema, der früher Benjamin Blümchen genannt wurde, habe ich auch Toblerone mit im Büro sitzen. Mir ist das jetzt schon fast unangenehm, dass ich weder früher noch heute einen Spitznamen vorzuweisen habe, bei dem die Kollegen brüllen vor Lachen. Ich bin so L A N G W E I L I G ! Vielleicht wäre ja Louise was. Thema & Louise.

Im übrigen war heute Diwali. Diwali ist das Santa-Lucia von Indien. Obwohl Diwali eigentlich erst morgen ist, hat mein Tischkickerturnier Team-Hot-Chai-Partner behauptet, das sei heute. Und zum Zwecke des Tischkicker-Dopings leckere Diwali Sweets mitgebracht. Da soll mir doch seine Wife mal ein Rezept zukommen lassen. Dann fang ich auch wieder mit backen an, wenn ichs auch nicht kann. Das Zeug war richtig lecker! Wo wir dann auch wieder bei dem Thema wären –> KEKSE!

Glückskekse

fressen - einfach nur fressen

Nein, ich bin kein Glückskeks. Ess nur welche. Manchmal. In meiner Verzweiflung. Und wer auch immer sich die Sprüche dafür ausdenkt … dieser Mistdinger machen fett und treffen irgendwie zu…

+++ Die Zeit heilt alle Wunden
+++ Es wird Dir Vorteile einbringen, wenn Du Dein soziales Umfeld erweiterst
+++ Eine Begegnung lässt Ihr Herz höher schlagen

Ja… in der Tat… Kekse! Ich will Kekse!