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Die Presse-Hose

Schade, dass ich nicht schon eher auf die Idee gekommen bin, mir
für das Ausüben von Dienstreisen auch ein ausübendes Zimmer zu reservieren. Das Holiday Inn bietet ausübende Zimmer sogar doppelt, das wohl bedeutet, dass man über den angrenzenden Badesaal (!) in Morgenrock und Hausschuhen in das andere Zimmer gelangen kann. Und dann die Minibar – um Getränke breiter als in anderen Hotels! Wie dämlich, dass ich mich bisher – verheiratet aber allein auf Reisen – immer in das Zimmer für Alleinstehende in Modegeschäft Hotels einquartiert habe! Die sind vielleicht schöner anzusehen, aber von Badesaal kann man dort wohl kaum sprechen, wenn man während dem Geschäftemachen simultan die Hände im Waschbecken baden kann und beim Duschen in der Badewanne ohne Duschwand und Duschkopfhalterung die 50 Quadratzentimeter große Bodenfläche unter Wasser setzt.

Manchmal hat man Glück und muss für so ein ausübendes doppeltes Zimmer nicht einmal die Spendierhosen anziehen. Denn die Kammer Executive stellt Ihnen auch eine Pressehose zur Verfügung. Die kann man dann getrost im Badesaal ausziehen und in Morgenrock Zeitung lesen.

ausuebendesDoppeltesZimmer

Raus hier!

Strandbad Mannheim, Sonntagmorgen 7:20

Ein Traum von Morgen! Mit 25°C zu heiß um auszuschlafen, mache ich mich auf meiner Perle von Pedelec (Pepe) auf durch die erwachende #Fahrradstadt #Mannheim Richtung Strandbad. Dort angekommen – für eine kurze Trinkpause auf einer Bank – passiere ich angesichts der drei Personen, die sich derzeit auf dem Gelände befanden, radfahrend die Schranke.

Es ist Sonntagmorgen, 7:20 Uhr. Während dieser Akt den entfernt auf einer Bank sitzenden Mann und den älteren Herrn, der mit aufgesetztem Fahrradhelm Tai-Chi ähnliche Übungen auf der Grasfläche ausübte, wenig interessierte, fühlte sich der Mitarbeiter der Mannheimer Stadtreinigung auf einem motorisierten Cart mit Anhänger angesichts seiner aggressiven Reaktion auf meine Untat – offenbar bedroht. “Raus hier!”, musste ich vernehmen. Der aggressive Müllmann setzte zur Wende an und fuhr in einem Tempo auf mich zu, dass der mit Müll beladene Anhänger nur so schepperte. Ich stieg ab und wollte wissen, ob es denn erlaubt sei, mein Fahrrad zur nächstgelegensten Bank schieben zu dürfen. “Nein! Das Fahrrad muss raus. Wenn Sie es nicht abschließen können, dann ist das Ihr Problem. Bringen Sie gefälligst nächstes Mal ein Schloss mit!”. Vermutlich wurde der Tai-Chi Mann vom offenbar selbsternannten Neckarauer Dorf Sheriff ebenfalls belehrt. Der hatte sein Fahrrad ordnungsgemäß am ersten der gefühlt 30 leeren Fahrradständer vor der Schranke abgestellt. Und hatte womöglich vor Schreck ganz vergessen, dass er seinen Fahrradhelm für Entspannungsübungen im Gras absetzen könnte. Ich ließ mich dummerweise einschüchtern und verließ mit aggressiven Gedanken verärgert den Strand. Nächstes Mal parke ich mein Fahrrad ordnungsgemäß, beschalle das Naherholungsgebiet mit fürchterlicher Musik aus meinem Handy aber bringe einen Sack voll Müll mit, welchen ich zur Förderung der Stadtreinigung vor Ort ausleere. Vermutlich hat der allmorgendliche Anblick der Hinterlassenschaften unserer grillfreudigen – aber vermutlich zum Großteil respektloser Strandbad-Grünflächennutzer – den Herrn von der Stadtreinigung erzürnt. Dass er dabei aber Radfahrer am frühen Sonntagmorgen “in der Stadt in der die Räder laufen lernten” des Naherholungsgebiets verweist, ist zumindest zur Reduzierung der zukünftigen Arbeitslast die falsche Zielgruppe angegriffen.

#Fahrradstadt #Mannheim #monnemBike

felgenLYRIK – und was hat dein Fahrrad so zu sagen?

felgenLYRIK sind Aufkleber mit Message, die auf Fahrradfelgen – oder andere beklebbare Fahrradbestandteile – aufgeklebt werden. felgenLYRIK bietet vorgefertigte Exemplare mit Zitaten, Radlerweisheiten (Kein Berg zu hoch), Beschimpfungen (Quäl dich, du Sau – Udo Bölts), lokale Aussprüche (Weesch wie isch mään?), prinzipiell lässt sich jeder Spruch als Aufkleber für Felge oder andere Fahrradteile gestalten. Deiner Kreativität bei Textauswahl sind also keine Grenzen gesetzt, außer der durch dein Fahrrad vorgegebenen.

Ödet dich deine Felge auch an? Mach’s wie beim Yogi-Tee oder sende dein Wunschgedicht, Felgenfarbe, Felgengröße, Profilhöhe und Textfarbe an felgenlyrik <at> greenyoghurt.de.

Wir gestalten mit dir dein Fahrrad mit Statement!

Felgenlyrik @ Monnem Bike

greenyoghurt . felgenlyrik     freut sich auf das      monnem bike festival 2017 am 10.Juni 2017 und steckt tief in den Vorbereitungen die Fahrradpoesie marktfähig zu gestalten.

Will sich deine Felge auch mitteilen? Du bist Dichter und Denker und Radfahrer? Oder nur letzteres?

Dann lass Dich die kommenden Wochen bei greenyoghurt . felgenLYRIK inspirieren, sende deine Lyrik mit Modell oder Maßangaben deiner Laufräder oder anderer beklebbaren Flächen deines Bikes an greenyoghurt felgenlyrik und komme am 10.6. zum Monnem Bike Festival auf den Mannheimer Marktplatz.

felgenlyrikGreenyoghurtde

Wir freuen uns auf dich und dein monnem bike! felgenlyrik_portrait Continue reading Felgenlyrik @ Monnem Bike

Lyrisch fragmentierte Zeilen

“Die Kämpferin ist die Frau am Computer” erklärt der SWR-Musikredakteur die moderne Interpretation der Monteverdi Oper TRE VOLTI – Drei Blicke auf Liebe und Krieg.

Die gesamte Aufführung – hochmodern! Ein Frauenchor mit Schlagzeug, Saxophon und Elektrogitarrenbegleitung besingt in lyrisch fragmentierten Zeilen eine “emanzipatorisch umgedrehte” Geschichte um einen Handy Verkäufer in Jerusalem und eine Drohnenkriegerin.

Das ist nicht die erste moderne Oper die ich sehe.  Aber bisher immer auf Einladung von kulturell bewanderteren Freunden, die entweder selber geigten oder bei ARTE Eintrittskarten gewannen.
Das erste Missverständnis schon geklärt, es geht nicht um Verdi sondern um Monteverdi, Claudio – 250 Jahre älter.

Beim ersten Mal war es eben auch etwas mit italienischen Übertiteln. Die Sängerin erinnerte derartig verzottelt an Janis Joplin und sang sitzend aus einem Einkaufswagen. Der Sänger lief mit einem Röhrenfernsehgerät auf dem Kopf über die Bühne. Beide beklagten ihr Liebesleid und man hörte immer wieder Bahnhofsdurchsagen.

PORNO RONDO: nackig aussehend angezogene Tänzer(innen) machen anzüglich ekstatische Bewegungen und enden auf einer Waschmaschine

Die Einführungsrede des Musikjournalisten (der uns unser Underdressed?-Gefühl zur Vorstellung im Schwetzinger Schloss dank seines zotteligen Erscheinens besänftigte)  versprach mir eine der Bahnhofskneipenoper ähnliche Aufführung. Und es kam sogar besser:

 

Beim Waschen ist eine Socke verloren gegangen. Und da bricht der Ehekrieg aus – Eine große schrecklich schöne Entfremdung.

Geschichte ist wenn dir dein eigener Name zerfällt.

Himmel und Erde schweigen. Das Meer senkt sich in seine Gründe.

Jeden Tropfen Blut muss man mit einem Tränenmeer bezahlen.

Glorinda bittet Tancredi sterbend um die Taufe.

Untenrum

Saisoneröffnung im Segelverein 2017. Mangels neuer Vereinsmitglieder oder Schiffsneuzugänge am Steg gab es dieses Jahr keine Bootstaufe. Was unsere Takelmeisterei jedoch nicht davon abhielt, trotzdem mit Sektausschank auf die Neuerungen in den Tiefen unseres Vereinsdampfers anzustoßen: die neue Fäkalienpumpe. Ein Wunder der Technik, wenn man die bisherige Lösung für die Entsorgungen der Vereinsmitglieder kennen und riechen gelernt hat. Die nichtsegelnden Neuinstallation der SVM wurde somit getauft auf den Namen ‘Kleines Arschloch’.

Untenrum hätte auch die kleine MILVA einiges zu bieten gehabt fürs diesjährige Ansegeln. Muschelsuppe wurde gemunkelt, stattdessen wurden Steaks gegrillt und Flaschengeister entzündet.

Da der noch nicht ganz vergangene Winter, das Eis, die Vogelscheiße La Rossa statt mit allen Wassern gewaschen mit die Wasserqualität des Mannheimer Hafens bestätigenden Kleintierchen ganz schön zugesetzt hat, ist jetzt erst einmal eine kleine Wellnesskur von Nöten, damit sie auch morgen noch kraftvoll durch die Weltmeerchen singt.  So einem Jahr Süßwassergelage hält offenbar auch kein Offshore-Antifoulinganstrich stand.

Ice Age 2017 | Mannheim Harbour

„If there’s more than one possible outcome of not getting your boat out of the water before onset of winter, and one of those outcomes will result in disaster or an undesirable consequence, then someway it will end up that way.“

An example of applied Murphys Law. Personal circumstances and some kind of procrastination were leading to the fact that my little sailyacht MILVA18 – who definitely is not built for an expedition to Antarctica – had to stay all winter long in her berth. Due to very low water level already in beginning of December, there was no way to get her with 1,15m draught into the wharf for craning at level 0,5m. Surely, exactly this winter is supposed to become a tought one.

Any ideas to prevent her from damage are more than welcome.

 

Inflación Argentina

Eine ahnungslose Touristin in Argentinien. Regierungswechsel und Inflation hin oder her, reiste ich nach Buenos Aires in der Überzeugung, dass dort die Beschaffung von Bargeld so einfach läuft wie anderswo:

  • man bekommt problemlos größere Beträge
  • weltweit etablierte Banken kooperieren mit den gängigen Kreditkartenunternehmen, so dass die Bargeldbeschaffung per Kreditkarte günstiger ist als der Umtausch von Sorten
  • mit der DKB VISA Karte kann weltweit kostenlos Bargeld an Automaten bezogen werden

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Die Erkenntnis:

  • Argentinien ist doch nicht anderswo
  • Der Maximalbetrag, der an Geldautomaten abgehoben werden kann, sei es HSBC, Santander Rio, citibank  oder Banco Patagonia liegt bei 2000 Pesos, wenn überhaupt, und das sind Stand September 2016 umgerechnet 120 €
  • Für jede Transaktion am Geldautomaten werden 91,20 Pesos fällig, das sind schlappe 5 €
  • Storniert man eine Geldabhebung – wie in meiner Hartnäckigkeit, dass es doch in ganz Buenos Aires wohl einen Geldautomaten geben muss, bei dem keine Gebühren fällig sind – unterliegt man bereits in dem kurzen Moment am Geldautomaten Kursschwankungen. Unter Umständen gewinnt man dabei. Fünfundvierzig Cent.
  • die Inflation ist in vollem Gange. Ausgehen ist teuer, Immobilien werden in US-$ gehandelt, nicht jedes Geschäft oder Restaurant akzeptiert Kreditkarten, manchmal nur ein Kreditkartenunternehmen, manchmal nur VISA Debit, manchmal bricht die Verbindung ab, manchmal wird man aus fadenscheinlichen Gründen aufgefordert, die Kreditkartenzahlung in zwei Rechnungen aufzuteilen. Das hat alleine den Grund, dass einem Unternehmen bei Splitten der Zahlung der Betrag innerhalb drei Tagen gutgeschrieben wird, während die Gutschrift bei Einmalzahlung erst nach vierzehn Tagen erfolgt.
  • Mit 2000 Pesos ist die Geldbörse voller Scheine, man steckt also ein paar Scheine in die Hosentaschen, die man wiederum beim Herauskramen gerne mal verliert.
  • Die vielen Scheine sind schnell aufgebraucht. Ein “Expresso” kostet zwischen 35 und 60 Pesos (2 € – 3,50 €), ein Abendessen für zwei Personen kann man für 500 Pesos (30 €) bekommen (Las Cholas), aber auch 1100 ARS (65€) in einem traditionellen Grill-Restaurant(La Fonda del Polo), oder gleich 3000 Pesos in einem japanischen Edelschuppen in der offensichtlich aus Schwarzgeld finanzierten Hafencity Puerto Madero liegen lassen
  • Im Gegensatz zu Luxusgütern sind die Kosten für Transport und lokale Waren glücklicherweise noch dem, was sich der Bruttonormalargentinier offenbar leisten kann, angeglichen. Eine ca. fünfzehnminütige Taxifahrt von einem Stadtteil in den nächsten kostet 70 Pesos, also günstiger als eine Geldabhebung. Will man nicht entführt, ausgeraubt und zusammengeschlagen oder gar ermordet werden, empfiehlt sich ein seriöses Taxiunternehmen zu wählen: RADIO TAXI
  • Eine U-Bahn oder Zugfahrt zwischen 4 und 5 Pesos, die von der SUBTE Karte, mit der man sich in ganz Buenos Aires mit Bus und Bahn befördern lassen kann, abgezogen werden. Bei Zugfahrten ist darauf zu achten, dass man beim Verlassen des Bahnsteigs, z.B. Retiro nicht zweimal entwertet, sofern man am Ausgangsbahnhof eine Quittung für den Abzug der Fahrkosten von der blauen Subte Karte bekommen hat. Stattdessen händigt man die Quittung an das Bahnhofspersonal aus, die einem den Durchgang durch das Tor ermöglichen.
  • UBER funktioniert in touristisch frequentierten Gegenden von Buenos Aires und ist kostengünstiger und sicherer. Den Taxifahrern gefällt diese Konkurrenz nicht, versteht sich.