Diskotheken werden ersetzt durch Apotheken…

plapperlaplapp, TEXT

Dosis heute : Acetazolamid 500mg, Prednisolon 100mg. Bäh!

Bin todmüde, habe Gliederschmerzen und kann nicht schlafen 😦
So ist das mit dem hörgeschädigten Altwerden. Diskothek wird ersetzt durch Apothek. Man verbringt seine Vormittage in den Wartezimmern diverser Arztpraxen und schläft nachmittags von den verordneten Medikamenten bei Kaffee&Kuchen ein.
Meine Freundin habe ich gebeten, mich in der Dementen-WG anzumelden, die ihre Nachbarin betreut. Da könnte ich in Ruhe Mensch-Ärgere-Dich-Nicht spielen, vergessen wo meine Männchen stehen und  keinen stört’s.
Verstehen tu ich das langsam nicht mehr. 9 Tage Mallorca und eine Woche entspanntes Arbeiten bzw. sich auf der Entwicklerkonferenz vom Co-Vorstand dafür motivieren lassen und denken ‘Dänen lügen nicht’ kann doch eigentlich nicht so schlimm gewesen sein. Meine Hobbysportkarriere gilt als beendet und ich will doch nur Leihboot-Kapitänin werden. Warum?

Mein rechter Arm strömt warm, es atmet mich, meine Stirn ist kühl und glatt und mein Nacken heiß.

Das Würfelspiel und die Rabattständer

plapperlaplapp

Tiffy, Tülgül und Hase haben mich gestern besucht, sie haben sich spontan bei mir zum Abendessen eingeladen. Das ging sogar so weit, dass Tiffy das Bier selbst mitbrachte sowie Tülgül und Hase sogar die Absicht gehabt haben mussten, mit Blumen hier aufzutauchen, hätte der Blumenladen Samstag abend um halb acht auch noch für Frauen von Welt aufgehabt. Schlechte Ausrede eigentlich, bisschen von der offiziellen Bepflanzung um den Wasserturm hätte mir vollkommen gereicht. Das wäre eine Geste gewesen 😉

Das Essen scheint mir wieder prächtig gelungen zu sein, Tülgül musste noch fünf Zentimeter aus der Tube Harissa(1500-1900 Scoville)darunter mischen, damit es genießbar war.

Dennoch verbrachten wir noch eine herrliche Zeit miteinander, die nicht zuletzt Tülgüls konstruktivem Rahmenprogramm zu verdanken war. Zuletzt saß Tiffy in Unterhose da und weigerte sich vehement
    1) ihr Oberteil auszuziehen
oder auf die Alternativstrafen einzugehen wie
    2) Griechischer Wein singen
    3) schreien.
Dabei war sie es, die die “Falscher-Wurf -> Null-Punkte-Regel” von Tülgüls tollem Würfelspiel als zu langweilig erachtete und die Zusatzstrafe “was ausziehen” einführte. Selig jene die genügend sog. Accessoires an sich trugen. Im Verlauf des Spiels brachte ich ein vorher ungeahntes Verständnis für Frauen mit aufgeklebten Fingernägeln auf. Auch Hase wirkte wesentlich entspannter, als sie zwei Haargummis und eine Spange in ihren Haaren entdeckte.

Warum der Abend so enden musste, dass wir unsere FKK-Camping-erfahrene Tiffy fast nicht wieder erkannten? Ich weiß es nicht. An interessanten Alternativgesprächshemen, die vielleicht auch das Würfelspiel überflüssig gemacht hätten, mangelte es jedenfalls nicht.

So fragten wir uns, ob Tülgüls durchgängies gstar-Outfit etwa von einem Rabattständer stammte, dessen Existenz obligatorisch auf Tülgüls Einkaufsbummeln zu sein schien, wo hierzulande das “eine Tüte Obst um 50 Cent mit demonstrativem Look, for these fruits here I paid 4 Lira and now you want 5 Lira from me!? herunterhandeln” unüblich ist. Waren die Accessoires die Tülgül an diesem Abend nach und nach ablegte, etwa auch voneinem Rabattständer?

Mir hingegen wurde unterstellt, während des Würfelspielverlaufs heimlich im Bad ein Unterhemd angezogen zu haben, dabei hing dort nur eine Schwimmütze rum. Schwimmütze ??? Das heißt Badekappe klärt mich (stets bemüht ihr schwäbisch zur Laufzeit auf hochdeutsch zu übersetzen: Badkapp Schwimmütze) die aus dialektfreiem Sachsen-Anhalt stammende Tiffy auf.

Tiffy hätte sich mal heimlich im Bad die sogenannte Badekappe samt Schwimmbrille aufsetzen sollen! Das hätten wir anderen am Würfelspiel Beteiligten garantiert nicht bemerkt und sie wäre damit ihrem auf totales Unverständnis stoßendem Drama mit dem Ausziehen ihres letzten Oberteils entkommen.

Tiffy sang zum Abschluss Mein kleiner grüner Kaktus steht draußen am Balkon Hollari Hollari Hollaro und ging dann heim, während wir anderen dann noch bisschen …ähem… kuckten. Sagte nicht letztens Frau Jahnke (die mit dem G-Punkt Autogramm auf Trudes damaligem Gips) in der Feuerwache: “Frau Kebekus kuckt Pornos zur Entspannung, ich um mich zu erinnern.”

Wird Schweden wieder zu Schweden?

postkartenmotive, TEXT

Morgen ist Wahl in meiner neuen Heimat. Und einer Partei, die mit blau-gelb dopaminfarbigen Postern und dem unspektakulären Slogan Schweden wieder zu Schweden machen will habe ich zu verdanken, dass Immigranten wie wir nun statt fünf mindestens acht Jahre ausharren müssen, bis man sie überhaupt aus der Regierung wegwählen dürfte: Sverigedemokraterna. Sozusagen die Alternative für Schweden. Machen ganz hübsche Wahlwerbung mit schöner Landschaft statt den Nasen die für diese Partei kandidieren – dummerweise mit einer Typografie wegen der sie kürzlich von Fjällräven verklagt wurden. Das Programm ganz unscheinbar – man setzt sich ein für billigeres Benzin, besseren ÖPNV, besseres Gesundheitswesen, niedrigere Steuern und das Bienchen im Logo mit den Initialen SD auf den Flügelchen lässt einen denken man hat es hier mit einer Naturschutzpartei zu tun. Was die Partei eigentlich im Sinn hat stellt der Regenbogenfonds, eine gemeinnützige HBQTI Organisation in dieser Kampagne klar.

Schweden war ein Land in dem Homosexualität eine Krankheit war. Schweden war ein Land in dem Männer ihre Frauen vergewaltigen durften.
Schweden war ein Land in dem Eltern ihre Kinder schlagen durften.
Wir machen Schweden wieder zu Schweden.

Zettelwirtschaft

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Nun sind wir also ausgewandert. Das hat auch alles wunderbar geklappt, im Einwanderungsland. Das Auswanderungsland hingegen – ‘Schland, wie ein Freund unser Heimatland mit Unterschlagung der Vorsilbe “Deut” bezeichnet, als wären wir mit Hooligans im Fussballstadion patriotisch am Grölen – wollte die Fachkraftabwanderung offensichtlich nicht wahrhaben, daher lief das eher etwas holprig, Kurz zusammengefasst:

trotz monatelang vorheriger Ankündigungen ist die per Online-Portal und E-Mail übermittelte Information zur Hundesteuer und Ankündigungen geänderter Bankverbindungen nicht rechtzeitig bearbeitet worden. Zwar wurde online bestätigt, dass die E-Mail eingegangen sei und sich die Bearbeitung mangels Personal etwas hinziehen kann, beim Verfassen von Mahnbriefen und EInzug der Hundesteuer fuer ein komplettes Jahr fuer einen ausgewanderten Hund besteht aber offenbar kein Personalmangel.

Ein Nachsendeantrag wurde gestellt und bezahlt, aber erst nach per Briefpost (bei vierfach höheren Portokosten aus Schweden nach Schland anstelle von Schland nach Schweden) angedrohter Rückforderung des Betrages ein Monat vor Ablauf das sechs Monate laufenden Nachsendeantrags wird genau ein Brief nachgesandt.

Die Gesetzliche Deutsche Krankenversicherung erlaubt den Austritt aus jener lediglich nach Nachweis des Arbeitsvertrages im neuen Land. Lediglich zu kuendigen oder die Information des Austritts aus dem deutschen Arbeitsvertrages des Arbeitgebers zählt offenbar nicht. Was wäre denn, hätte ich keinen ausländischen Arbeitsvertrag und nur eine Wohnsitzbestätigung im neuen und Abmeldebestätigung im alten Heimatland?


Neulich bestätigte sich diese Erfahrung in der Tageszeitung unserer neuen Wahlheimat durch den Erfahrungsbericht einer Journalistin, die quasi andersrum migriert ist. Die Hürden sind also nicht der Prozess (Auswanderung versus Einwanderung), sondern die Zettelwirtschaft in Deutschland an sich.

Anna-Lena Laurén: Sie wollen Kindergeld? Dann engagieren Sie sich einen Anwalt.

Jeder, der ins Ausland zieht, landet im Papierkram. Aber die deutsche Bürokratie ist einzigartig: hart wie Stein und misstrauisch wie ein alter Bock.

Wir in den nordischen Ländern haben ein ziemlich übertriebenes Selbstbild, was unsere Verwaltung angeht. Da sollte ich mich also nicht über Deutschland beschweren. Nur ist der deutsche Papierkram anders. Unerbittlich.

Es fing mit dem Kindergeld an. Die Sache sollte eigentlich einfach sein: Ich bin EU-Bürgerin und bin in ein anderes EU-Land gezogen, dafür habe ich mich in meinem Heimatland Finnland abgemeldet.

rödbetor

fressen - einfach nur fressen, TEXT

  1. Dezember. ICA Maxi in Nacka. Wollte eigentlich nur schnell Kartoffeln wiegen – und erlebe stattdessen eine kleine soziolinguistische Weihnachtsstudie.

Da steht man also geduldig mit seinen Kartoffeln an der Gemüsewaage, wählt – endlich an der Reihe – die festkochende Sorte aus, druckt das Etikett, erblickt Rote Beete in der Auslage daneben und denkt: Perfekt für eine Suppe, die mich über die Feiertage trägt. Etikett drauf, 10 Kronen, alles korrekt. Dachte ich.

Doch dann diese ungeduldige blonde Erscheinung, die mich auf Englisch (!) darauf hinweist, dass ich gerade beim Wiegen die falsche Sorte Knollengemüse ausgewählt hätte. Polkabetor (RIngelbeete) müsse ich auswählen. Viel teurer – aber definitiv „richtig“. Muss sie ja wissen. Schließlich ist nichts so authentisch wie eine Englisch sprechende Person, die mich im schwedischen Supermarkt über die verschiedenen Sorten Wurzelgemüse belehrt.

Im Gerangel mit Etikett und Knolle fällt mir eine Rote Beete zu Boden. Die Blonde zeigt sich plötzlich hilfsbereit, hebt sie auf, legt sie zurück – und druckt mir beherzt ein Etikett für die doppelt so teuren Polkabetor. 20 Kronen. Voilà.

Mein entsetzter Hinweis auf den Kilopreis der losen Rote Beete und die fertig verpackten Rödbetor direkt daneben führt dazu, dass sie sich zu ihrem diskret schweigenden Partner umdreht, ihn auf Deutsch mit österreichischem Akzent belehrt, dass man das Gemüse ja eigentlich gar nicht wiegen müsse, schnappt sich eine fertige Packung – und lässt mich einfach stehen. Mit meiner Rote Beete, zwei Etiketten und angeschlagenen Würde.

Vielleicht wäre es an der Zeit, gewissen Sprachgenossen zu erklären, dass man sich vor missionarischem Eingreifen in fremde Wiegeprozesse erst einmal mit schwedischen Gemüsenamen vertraut machen sollte. Besonders im vorweihnachtlich stressigem Einkaufsgetümmel. Besonders, wenn man anderen ihre Sprachkompetenz abspricht.

Aber gut – Weihnachten ist ja auch das Fest der Menschlichkeit.
Und der Demut.

Paris in Frankreich

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ziert ein gelbes Post-it Zettelchen den Kühlschrank der Güterhallengenossenschaft voller Bier, anderen alkoholhaltiger Getränke und vermutlich angebrochener Flaschen Ketchup, Barbecuesoße und Mayonnaise. Paris in Frankreich. So so.

Nicht Paris in Texas, den Film den ich mir anschauen solle, so die Genossen. Es gibt auch ein Marion in Kansas, schlaumeiere ich. Und Petra in Jordanien, schlaumeiert der Kfz-Sachverstände des DEKRA (Genetiv, maskulin bitteschön, weil es ist nicht die DEKRA sondern der Verein ist zur Begutachtung deutscher Kraftfahrzeuge) zurück. Der gestandene Mann mit seinem Osama-bin-Laden Bart ist da sogar mal mit der gleichnamigen Gemahlin hingefahren. Über Israel. Also nach Petra. Da kann man ja heutzutage auch nicht mehr hin. Es ist traurig. Sehr sogar, finde ich. Entweder kann man nicht mehr an Orte, weil dort Krieg ist, oder der Präsident das Landes, in dem sich die Orte befinden, ist von allen guten Geistern verlassen.

Oder die Orte existieren so gar nicht mehr, beispielsweise Geldautomaten in Mannheim im März 2025 genau dann wenn man in die seltene Verlegenheit einer Bargeldabhebung kommt, für die einen jede KI pauschal der Geldwäsche bezichtigen würde.

Welches Glück wurde mir doch zuteil an jenem letzten Tag der Existenz des Geldautomaten meiner Cashgroup in Mannheim Bargeld abheben zu können, nachdem mich ein Busfahrer am Karlsruhe-Baden Airport mangels ebensolchem – und defekter EC-Karten Bezahlfunktion des Fahrscheinautomaten – zum Schwarzfahren einladen musste.

Nun, knapp zwei Monate später gibt es keine Postfiliale mehr in der Neckarstädter Langen Rötterstraße. Die Geldautomaten der Commerzbank an der Ecke Schimperstraße wurden bereits im vorigen Jahr abgebaut, die Sparkasse verlangt 30 Euro Bargeldabhebegebühren. Die einzigen Geldautomaten meiner Hausbank in der Innenstadt sind offenbar angesichts der seltsamen Gestalten am Eingang zum Self-Service-Bereich, die man beim Geldabheben spät am Abend lieber nicht um sich herumstehen haben möchte, nach 21 Uhr nicht zugänglich.

Nächster Versuch am Samstagmorgen am Speckrand in Mannheim-Waldhof. Google Maps und ein Schild an der Fassade versprechen einen EC-Geldautomaten im Innern der Filiale. Fünf Minuten vor 9 Uhr bildet sich dort schon eine kleine Warteschlange der Menschen aus dem trostlos wirkenden Viertel am Speckweg, was mich stets an die Kassiererin Frau Fettich bei Penny in der Langen Rötterstraße erinnert. Gähnende Leere wo im Vorraum der Bank offenbar einmal ein Geldautomat gestanden haben muss. Ich frage die Wartenden und erhalte als Antwort ich könne ja am Schalter Geld abheben. Nicht ich, falsche Bank, wenn auch mittlerweile gleicher Verein.

Ohne bargeld, mit der Handgreifkraft einer 75-jährigen, einigen Langzeit-EKG Ausschlägen von meiner letzten Teilnahme an der NAKO Gesundheitsstudie in einer nervaufreibenden Woche verlasse ich in Kalenderwoche 11 2025 mein Geburtsland für Stockholm in Schweden, dem Land der gläsernen Bürger, Barbezahlverboten und Banken mit strikten Prüfvorgaben zur Eliminierung von Geldwäsche und Steuerhinterziehung.

Statt Paris in Frankreich oder Texas zu besuchen lohnt sich vielleicht noch Beten in Schweden, Linsengericht essen in Hessen und Fucking in Österreich.

Holländischer Pfannkuchenarsch

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“…der hat ein bisschen zugelegt, hast du gesehen?” fragt mein nun selbst auch tanzender und damit kompetent beurteilender Ballettbegleiter und meint dabei den Tänzer, der dann zum Ende des Stücks I knew then von Johan Inger im Lichtkegel der Scheinwerfer den – wie soll man sagen – Geschlechtsakt des passiv im Hintergrund in einem Wald von Metallstäben stehenden, sich langsam bis auf die Unterwäsche entkleidenden Liebespaares tanzte, dabei glucksende, wie ein Gorilla grölende, wimmernde, ächzende Laute in Gibberish (Kauderwelschsprache) von sich gab und sich letztendlich ebenfalls bis auf die Unterhose entblößen durfte (der Arme). Ein großes Vergnügen für uns Zuschauer, dieses wo anders treffend als “sich in orgiastische Freude wandelnde Prüderie” beschriebene Tanzstück, aber ich habe bei dem Tänzer nur seinen neuen Tom Selleck Schnurrbart bemerkt, nicht den leichten Bauchansatz und schon gar nicht sein für Männer dieser Volksgruppe offenbar charakteristisches Hinterteil.
Ob mir das noch nicht aufgefallen sei, dass Holländer breitere Hüften als andere Männer haben.
– Nein, auch nicht dass ihre Wohnwägen breiter sind, werde aber zukünftig gezielt darauf achten, wenn ich wieder eine Videokonferenz mit meinem Amsterdamer Kollegen habe und ihn bitte mal kurz aufzustehen und sich umzudrehen.

Caramba, Carajo, ein Whisky

media, reisen, TEXT

Was hat eigentlich Carajo mit Karacho zu tun, außer dass die Begriffe voneinander abstammen sollen, sich in Deutschland aber mit Anwendungen wie “im Karacho über die rote Ampel gefahren” einer ganz anderen Bedeutung annahm? Und dann bringt mich meine Kulturbeauftragte bei Erklären des spanischen Begriffs Carajo nicht nur auf die Palme, äh, den Mast, sondern auch noch auf den Schlager. Von Heino. Das hat er davon, der Erklärbär! Einen Ohrwurm.

https://youtu.be/HPfnQ1o2vjw?si=FLvPwqtdEeOBsR_Y

Beim Nachschlagen im Wörterbuch stößt man bei Carajo erstmal auf die Übersetzung eines Geschlechtteils, welches der Sänger bestimmt auch eines hat. Vielleicht auch besingt.

Aber eigentlich kommt der Begriff aus der spanischen Seemannssprache.

Vete al carajo!

Ins Carajo hat man denjenigen, der was angestellt hat, an den Ort des Schiffes geschickt, an dem es am meisten schaukelt.
Und der sitzt wohl auf dem Ausguck am Mast eines alten Segelschiffes in etwa dort, wo unsere Hafennachbarin der schweizer Segelyacht Cervino gerade rumturnt und die Saling umhäkelt (oder so).
Wird dem Seemann auch an diesem unbequemen Ort nicht schlecht, empfiehlt sich der gehässigen Crew einfach den Schlager mit dem Geschlechtsteil aufzulegen um den Symptomen einer echten Seekrankheit im Karacho nachzuhelfen.

Und hier eine Erweiterung zum Originaltext des Hits von Adolf von Kleebsattel, der für Heino einfach was brauchte, das sich reimt und kleben tut. Im Hirn.

Hey, hey, hey
Caramba, Caracho, ein Whisky
Caramba, Caracho, ein Gin
Verflucht, sacramento, Dolores
Und alles ist wieder hin
Hey, hey

In Rio de Janeiro, vor einer klitzekleinen Hafenbar
wiehert störrisch die Dolores
die das Pferd des kleinen Gauchos war.
Und sie sprach: che boluda!
Bring mich wieder in die Pampa!
Da lachte der Gaucho, der gerne ein Seemann wär

Olé.

Digitale Tageszeitung mit altertümlichen Zahlungsmethoden

media, TEXT

Alter Schwede – geliebtes Land, welches ‘Schland der Entwicklung doch immer ein gefühltes Jahrzehnt voraus ist. Was ist los?

Schießereien, Restaurants die in die Luft gehen, Züge die vor 25 Jahren modern waren, 35 Grad im Sommer, meine Personnummer existiert nur noch bei der staatlichen Rentenversicherung, H&M läuft nicht mehr so (und verarscht die Gutgläubigen dass ihre nicht mehr gemochte Fast Fashion anständig recycled wird), das mit den NATO Verhandlungen auch nicht, obwohl sie das mit den russischen Spionen in den Schärengewässern jetzt mal ernst nehmen aber man einen Pølserfresser mit schwedischem Pass Koranverbrennen lässt…

Und nun ist auch noch das Abonnement einer schwedischen Tageszeitung aus dem europäischen Ausland eine organisatorische Herausforderung! Das bei den Schweden! Das Land der Startups, Streamingdienste und fortgeschrittenen digitalen Zahlungsmethoden (Swish dem Straßenmusikanten oder Bettler) – die leider nur mit einem schwedischen Bankkonto funktionieren, welches man ohne eine Residenz in Schweden nicht eröffnen kann #bankID #e-legitimation.

Vor etwa einem Jahr hatte ich versucht die schwedische Tageszeitung Dagens Nyheter über digitale und globale Zahlungsmethoden (Kreditkarte, Paypal) als digitale Version in der dafür bestimmten eDN. App in mein digitales Anzeigegerät zu abonnieren. Geklappt hat das zuletzt schon, aber war ein Kompromiss.

Iberische Tränen

logbook, No Hables boludeses, reisen, TEXT

Und hier die Highlights der kanarischen Küche .. bzw. der deutschen Übersetzung der Speisekarte eines durchaus guten Restaurants in den Gassen von Santa Cruz de Tenerife.

VORSÄTZE

Faltige Kartoffeln
Zusammengesetzte Linsen
Gift

FISCH & FLEISCH

Geröstete Schokolade (enthält Knoblauch)
Iberisches Geheimnis
Käfer (schwarzes Schwein)
Alte Kleidung
Meer und Land sautiert
Vegetarische zebrochene Eier

NACHSÄTZE

Oma-Kuchen
Staubig

In der Abbildung übrigens der geröstete Palmerokäse. Wir wollten das Risiko mit dem Gift und Staub nicht eingehen.

Die Übersetzung erinnert mich an meine Entwicklungshilfe im Hafen von Bastia:

Frühstück = Piccolo Mangiare Buongiorno

Die Sendung mit der Maroni

leibesertüchtigung, logbook, reisen, TEXT

Lach- und Sachgeschichten mit der Maroni und ihren Freunden. Heute: Seenotrettung

Wie kommt die Luft in die Rettungsweste?
Und wie kommt die kleine Maroni mit der Rettungsweste (Körbchengröße 275N) in die Rettungsinsel?

Wenn ihr etwas wissen wollt und eure Eltern nicht weiterwissen, hilft “Die Sendung mit der Maroni” mit ihren Sachgeschichten. Und daneben gibt es natürlich noch die Lachgeschichten mit den Stars des Segelvereins. Da sind die sympathischen Badehosenonkels, die der auf die Größe eines Elefanten explodierten Maroni den Zugang zur Rettungsinsel ermöglichen. Und die um das Geschehen versammelten schnatternden Enten, die alle mit guten Ratschlägen auf dem Steg stehen. Natürlich ist diese Simulation einer Seenotrettung ganz schön unrealistisch. Wenn jemand wirklich in Seenot geraten tut, dann ist die Wassertemperatur um einiges niedriger als Anfang September im Otterstädter Altrhein. Die Rettungsweste würde unter Umständen überhaupt nicht mehr wie eine Rettungsweste funktionieren, da die Wartungsintervalle nicht eingehalten oder nach letztem Silvester vergessen wurde eine neue Gaspatrone einzusetzen.

Die Rettungsinsel würde nicht mit Leinen befestigt in einem Liegeplatz im Yachtclub inmitten von anderen Schiffen liegen, sondern nach Sinken des Schiffes, von welchem sie ins Meer geworfen worden wäre, der einzige Schwimmkörper weit und breit sein neben den aus Seenot zu Rettenden, die versuchen werden, in die Rettungsinsel zu gelangen. Wenn die zu Rettenden nicht bereits im Wasser schockgefroren wurden, von der Körbchengröße der Rettungsweste erstickt oder von Walfischen und Haien aufgefressen wurden.