O Tannebaum geht spazieren

Strandflucht nach Dänemark. Bewusster Verzicht auf O Tannebaum und so.

Vergeblich.

War schön sonst.
Schön, nur Deutsche im Urlaub zu treffen.
Schön, wenn die im Supermarkt alle deutsch reden.
Schön, wenn man sich abends Gedanken darüber machen kann, wieviele der Fünf-Sekunden-Leuchtturmphasen es dauert, bis mein Ahoi-Brausebonbon auf der Zunge zergangen ist.
Schön, dem Herr Nielsen sein maritim überdekoriertes Ferienhaus, wo Holzsegelschiffchen durch die Wohnung fliegen, sobald ein Fenster aufgeht.

“Gutes Wetter sollte normal im Miete einschliesslich sein – wenn aber trotsdem Herr Petrus wass anderes will – ja dann können Sie einen Ausflug in den schönen Umgebung machen”.

In den schönen Umgebung haben wir Hot Dog und Cheeseburger gegessen. Steine gesammelt und Schaum fotografiert.

Während der langen, genüsslichen Rumlümmelphasen in dem von mir sofort eingenommenem Chefsessel blieb Zeit für zehn Folgen des Chinesisch-für-Anfänger-Podcasts und das Malen der Zeichen für Toilette, Damen, Herren.
Die Feuerzangenbowle war so gut, dass mich neuerdings sogar Geschichte interessiert. Dschinghis Khan passt ganz gut zu chinesischer Dynastie-Erzählungen, und Mao Zedong muss wohl ein Arsch gewesen sein.

Vier Tage lang habe ich geglaubt, ich wäre im Zeichen der Schlange geboren – (“Charmant, doch besitzergreifend und selbstsüchtig;zurückgezogen und geheimnisvoll;skuriller Humor, mysteriös und wissbegierig, aber auch skrupellos; liebt die schönen Dinge des Lebens; ebenso besinnlich wie abergläubisch.”) In meinem großen Stolz kam dann die Ernüchterung: ich bin ein Drache: stark, gebieterisch, führungsstark, beliebt, athletisch, galant und idealistisch, doch nicht immer konsequent, neigt zum Glauben an die Gleichheit.