I k e a . sucks

Meinen Fehlkauf rieche ich bereits beim Auspacken, und auch die leckere scharfe Kirschpaprikapaste des Olivenhändlers meines Vertrauens als Aufstrich kaschiert den enttäuschenden Geschmack nicht. Ich hatte es mir schon gedacht, aber probieren geht über studieren und wo mich schon die Bügelbrettauswahl nicht zum Kauf überzeugen konnte wollte ich nicht ganz leer den Möbel-Aldi verlassen. Die Auswahl an original schwedischen Lebensmitteln beschränkte sich auf ein paar Rollen Marabou Schokolade schätzungsweise kurz vorm Verfalssdatum. Der Rest – billig hergestellte Imitate der Produkte, die es vor ein paar Jahren noch in schwedischem Original im kleinen Lebensmittellädchen hinter der Kasse zu kaufen gab und den nach Schweden reisenden Bekannten das Übergepäck an Mitbringsel ersparte. Zum Beispiel Knäckebrot der Marke Leksands. Schwedisches Knäckebrot schmeckt anders als das unter selben Namen für den deutschen Markt hergestellte. Mit anderen Worten: besser. Vor etwas mehr als einem Jahr, als Ikea damit begann, Originalprodukte durch Waren mit der Kennzeichnung ‘hergestellt *irgendwo* für Ikea’ zu ersetzen und selbst der Kassierer dies ohne Aussicht auf Änderung bedauerte, habe ich am Feedbackterminal eine Beschwerde aufgegeben. Ich erhielt dafür sogar eine E-Mail mit bedauernden Worten und einen Gutschein für eine Portion Köttbullar und ein Softgetränk. Das fand ich nett, hat mich erneut in das Geschäft mit der Kinderabgabestelle gelockt, ein paar Kerzen oder Pflanzen findet man ja immer, aber wirklich berauschend war das Mahl auch nicht mehr. Es gab schon andere Zeiten, da bin ich begeistert durch die Ausstellung gelaufen und mich der Produktbezeichnungen belustigt. Da haben noch die grünen Hyperintellektuellen mit ihren Kastenvolvos dort eingekauft. Und ich wollte auch so eine sein. Heute ist der mitleidige Kassierer vielleicht auch schon entlassen (zu verständnisvoll und ehrlich), und die Dame an der Hotdog-Ausgabe versichert mir zu meinen Knäckebrotgeschmackszweifeln in vollster Überzeugung, dass der Inhalt der ‘Knäckebröd Råg’ Verpackung garantiert das gleiche Produkt enthalte. Indes zuhause angekommen versuche ich mit den edelsten Gourmetbrotaufstrichen den faden Geschmack des Pseudobrots zu übertünchen und mit meinem Gewissen zu vereinbaren, ob ich das Knäckebrot nun sofort wegschmeiße oder warte, bis es sich von allein durch Maden zersetzt. In diesem Sinne: act globally, buy locally (mit Ryanair ab 37 € von Karlsruhe nach Stockholm-Skavsta, dann für 24 SEK mit der Buslinie 515 bis Nyköping Bussterminalen, dort Umstieg auf Linie 2 bis zu ICA / Coop Stormarknad). Empfehlung:  Das Pyramid Spisbröd. Und gegen 15 € Gepäckaufpreis auch noch ein paar Liter Filmjölk für die Blogautorin mitbringen. Tack!

One thought on “I k e a . sucks”

  1. Es geht halt nix über eine richtig gute Manta Platte, oder Pizza bzw. Gyros Pitta auf’er Hand von den Leuten meines Vertrauens.

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