Nun sind wir also ausgewandert. Das hat auch alles wunderbar geklappt, im Einwanderungsland. Das Auswanderungsland hingegen – ‘Schland, wie ein Freund unser Heimatland mit Unterschlagung der Vorsilbe “Deut” bezeichnet, als wären wir mit Hooligans im Fussballstadion patriotisch am Grölen – wollte die Fachkraftabwanderung offensichtlich nicht wahrhaben, daher lief das eher etwas holprig, Kurz zusammengefasst:
trotz monatelang vorheriger Ankündigungen ist die per Online-Portal und E-Mail übermittelte Information zur Hundesteuer und Ankündigungen geänderter Bankverbindungen nicht rechtzeitig bearbeitet worden. Zwar wurde online bestätigt, dass die E-Mail eingegangen sei und sich die Bearbeitung mangels Personal etwas hinziehen kann, beim Verfassen von Mahnbriefen und EInzug der Hundesteuer fuer ein komplettes Jahr fuer einen ausgewanderten Hund besteht aber offenbar kein Personalmangel.
Ein Nachsendeantrag wurde gestellt und bezahlt, aber erst nach per Briefpost (bei vierfach höheren Portokosten aus Schweden nach Schland anstelle von Schland nach Schweden) angedrohter Rückforderung des Betrages ein Monat vor Ablauf das sechs Monate laufenden Nachsendeantrags wird genau ein Brief nachgesandt.
Die Gesetzliche Deutsche Krankenversicherung erlaubt den Austritt aus jener lediglich nach Nachweis des Arbeitsvertrages im neuen Land. Lediglich zu kuendigen oder die Information des Austritts aus dem deutschen Arbeitsvertrages des Arbeitgebers zählt offenbar nicht. Was wäre denn, hätte ich keinen ausländischen Arbeitsvertrag und nur eine Wohnsitzbestätigung im neuen und Abmeldebestätigung im alten Heimatland?
Neulich bestätigte sich diese Erfahrung in der Tageszeitung unserer neuen Wahlheimat durch den Erfahrungsbericht einer Journalistin, die quasi andersrum migriert ist. Die Hürden sind also nicht der Prozess (Auswanderung versus Einwanderung), sondern die Zettelwirtschaft in Deutschland an sich.
Anna-Lena Laurén: Sie wollen Kindergeld? Dann engagieren Sie sich einen Anwalt.
Jeder, der ins Ausland zieht, landet im Papierkram. Aber die deutsche Bürokratie ist einzigartig: hart wie Stein und misstrauisch wie ein alter Bock.
Wir in den nordischen Ländern haben ein ziemlich übertriebenes Selbstbild, was unsere Verwaltung angeht. Da sollte ich mich also nicht über Deutschland beschweren. Nur ist der deutsche Papierkram anders. Unerbittlich.
Es fing mit dem Kindergeld an. Die Sache sollte eigentlich einfach sein: Ich bin EU-Bürgerin und bin in ein anderes EU-Land gezogen, dafür habe ich mich in meinem Heimatland Finnland abgemeldet.

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