Wird Schweden wieder zu Schweden?

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Morgen ist Wahl in meiner neuen Heimat. Und einer Partei, die mit blau-gelb dopaminfarbigen Postern und dem unspektakulären Slogan Schweden wieder zu Schweden machen will habe ich zu verdanken, dass Immigranten wie wir nun statt fünf mindestens acht Jahre ausharren müssen, bis man sie überhaupt aus der Regierung wegwählen dürfte: Sverigedemokraterna. Sozusagen die Alternative für Schweden. Machen ganz hübsche Wahlwerbung mit schöner Landschaft statt den Nasen die für diese Partei kandidieren – dummerweise mit einer Typografie wegen der sie kürzlich von Fjällräven verklagt wurden. Das Programm ganz unscheinbar – man setzt sich ein für billigeres Benzin, besseren ÖPNV, besseres Gesundheitswesen, niedrigere Steuern und das Bienchen im Logo mit den Initialen SD auf den Flügelchen lässt einen denken man hat es hier mit einer Naturschutzpartei zu tun. Was die Partei eigentlich im Sinn hat stellt der Regenbogenfonds, eine gemeinnützige HBQTI Organisation in dieser Kampagne klar.

Schweden war ein Land in dem Homosexualität eine Krankheit war. Schweden war ein Land in dem Männer ihre Frauen vergewaltigen durften.
Schweden war ein Land in dem Eltern ihre Kinder schlagen durften.
Wir machen Schweden wieder zu Schweden.

Ludwig-Heidelmann-Stadt

plapperlaplapp, TEXT

Zur anstehenden OB-Wahl in Heidelberg nun heute abend auch die passende Kandidaten-Vorstellungsrunde in der Stadthalle.
Da diese Veranstaltungen nicht ausschließlich der politischen Willensbildung, sondern gleichwohl der allgemeinen Volksbelustigung diente, erkläre ich Heidelberger Kommnunalpolitik hiermit als lustig.
Die Kandidaten wünschten sich, dass das Volk wählen geht. Damit’s nicht wieder eine 50%- Wahlbeteiligungs-Blamage wie beim letzten Mal gibt.
Dementsprechend die Aufstellung der Kandidaten:
Wer nicht ernsthaft wählen will (als vorbeugende Maßnahme, wenn man Versprechungen zu ernst nimmt und diese dann letztenendes doch die Luftblasen der Regierung widerspiegeln) kann immerhin zum Spaß wählen. Hauptsache wählen gehen.

So da wäre im Angebot die eingeborene Unternehmungsberatung, die die Heidelberger wählen müssen, wenn sie einen waschechten Heidelberger wollen;
die Vertretung der Arbeitslosenfront, für mehr Nahversorgung in Problemvierteln;
die Schauspielerei (soll ja schon vorgekommen sein, dass Menschen dieses Berufsfeldes in der Politik landen), die sich für alternative Kulturstätten einsetzen will und die Partei der Grünen als Öko-FDP schimpft;
ein unauffälliger Kollege aus der bunten Linkspartei, der nicht wirklich OB werden will, aber dem Volk klarmachen, dass man mit dem bisschen Geld, das vorhanden ist, sinnvoll umgehen sollte;
ein charmanter Iraner, der Ausländern den Gang zur Urne schmackhaft machen will;
und zu guter Letzt der absolute Lacher des Abends:

Zur effizienteren Lösung aller Probleme werden die Rhein-Neckar-Städte nunmehr zusammengelegt: zu Ludwig-Heidelmann-Stadt.
Damit wäre die Sache mit der Erweiterung des Kongresszentrums ein für allemal geklärt: der Rosengarten Mannheim wird erweitert, der idyllische Stadtteil Heidelberg bekäme eine elitäre Messe- Lokation im Schloss.
Außerdem auf dem Programm:
in 10 Minuten am RheinMain Flughafen dank Transrapidstrecke ab Ludwig-Heidelmann-Stadt. Abschaffung der Universität, stattdessen Bewerbung als Landeshauptstadt – aus Stuttgart könnte man alternativ einen Stausee machen. Der Kessel eignet sich hierzu wohl besonders.
Und – nicht zu vergessen – was die Wahl des Kandidaten der Partei schmackhaft machen soll: Eierkuchen für alle. Aber mit Erdbeermarmelade, bitteschön!