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Jule Neigel und meine Eitelkeit

Meine Frisur ist schuld. Die war doof heute abend. Doch die Zottelfrisur hat am 23.12. um 9 Uhr ein Ende, und außerdem blieben uns zum Zeitpunkt der Doofen-Frisur-Erkenntnis noch zwei Stunden, um an der Abendkasse noch Karten fürs Julia-Neigel-Konzert zu bekommen und im gleichen Umschwung noch beim Italiener essen zu gehen. Prioritäten waren also wie so oft letztens von der Frisur auf wichtigere Dinge verlagert.

Dies ändert nichts an der Tatsache der Frisurenschuld. Meine Frisur ist daran schuld, dass ich mich nicht getraut habe, Jule Neigel vor der Kneipe anzusprechen, oder gar – wie peinlich – um ein Autogramm zu fragen, um dann sehr wahrscheinlich nicht mal zu wissen, womit und worauf denn die Signatur. So Sachen, wie ein Kumpel eines Kollegen, der Metallica auf seinem Personalausweis hat unterschreiben lassen, mache ich nicht.
Jedenfalls liefen wir Jule Neigel nach dem Konzert beim Verlassen der Kneipe nebenan fast in die Arme. Ich war aber so baff, um die Frisur besorgt, verärgert, dass ich’s in der verrauchten Kneipe nicht länger ausgehalten habe, dass ich einfach nur so dastand. Womit hätte ich sie auch ansprechen sollen? ‘Hallo, bist du Jule Neigel?’ Blöd auch. Das wusste ich ja. Jule Neigel hatte beim Konzert Angst, dass man von den Emporenplätzen zu weit in ihren Ausschnitt reinsieht. Man sah zu weit rein;-)
Ich hätte ihr anbieten können, Beweisfotos aus den entsprechenden Sitzreihen zu schicken und mich als Non-Profit-Hobby-Konzertfotografin anbieten. Schließlich habe ich nicht wild im Konzertsaal rumgeblitzt wie andere Fans. Und – im Gegensatz zur letzten Konzertfotoaktion bei einem klassichen Konzert – dieses Mal keiner Komponistin mit der lauten Spiegelreflexmechanik meiner Kamera die feinen Tönen des musikalischen Werks zunichte gemacht 😉

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