Straf-ZL

die lieben nachbarn

Die Parksituation In der Neckarstadt scheint angespannter. Die Schnauze meines Autos schaute offensichtlich aus der Perspektive des Benutzers der Garage, an deren EinfahrtsKANTE ich am Freitag abend hin- und am Sonntag morgen wegparkte (‘seit Stunden’) wohl etwas zu weit in die Verbotszone. Ich bin so schrecklich rücksichtslos und sollte mich unheimlich schämen! Aber irgendwie stellt sich bei mir nur ein freches Grinsen ins Gesicht, weil Sich jemand wirklich die Mühe gemacht hat, mir kleine Briefchen zu schreiben – statt Gebrauchtwagenhändlerglanzvisitenkärtchen im Fensterheberschlitz kleine handbeschriebene StrafZL
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Von Fahrradfahrer beschimpft

die lieben nachbarn

” BOAH SCHEISSGROSSES AUTO! ” – so ein falschrum in die “Radfahrer frei” Einbahnstraße fahrender Radfahrer mir in mein offenes Autofenster reinbrüllend, während ich versuche in eine Parklücke zu fahren, die nur deshalb so klein war, weil ein SCHEISSKLEINES AUTO ziemlch dämlich geparkt hat. Zuvor habe ich mein SCHEISSGROSSES (Fahrradtransporter) AUTO neben das SCHEISSKLEINE zu 90% auf dem Gehweg geparkte Auto warnblinkend gestellt, um meinen begehbaren Kleider- und Sportequipmentschrank mit Waren meines selten eintretenden heutigen Kaufrausches auszuladen. Es war leider kein Fahrrad dabei für den Nachbarn mit dem SCHEISSHÄSSLICHEN FAHRRAD. Ich gebe zu, das Fahrrad nicht wahrgenommen zu haben, weil ich mit dem Parkmanöver beschäftigt war, aber wäre es ein schönes Fahrrad gewesen, wäre mir das garantiert aufgefallen. Meine Schlagfertigkeit läßt zu wünschen übrig, sonst hätte ich dem Neidhammel gerne eine Runde Einparken angeboten. Ich kann das. Inzwischen. Vornehmlich mit SCHEISSGROSSEN AUTOs. Im besten Einparkübungsparcours Mannheims, der Neckarstadt: dem Stadtteil wo so mancher sich nicht mal mit Parkhilfe traut hinzuziehen. Und wenn ich nicht schon den SMEDSTA Sessel (der SCHMID-Sessel), der mehr als ein Drittel meines Eigengewichts ausmacht, den nostalgischen Wasserkocher, die lila Schuhe und das verliehene Bettzeug (dankeschön @patricius – ich habe die BIBBISURR Bettwäsche seit Anschaffung nie wieder so korrekt gebügelt gesehen) ausgeladen hätte, hätte ich als Belohnung fürs ‘Einparken dürfen’ noch eine Runde Entladen und in meiner Wohnung einlagern gestiftet.

Gelassenheit

die lieben nachbarn

Hupen von draußen. Ich schaue raus.
Auf der Straße stehen zwei Autos und kucken sich an. Das eine Auto steht richtig, das andere Auto steht verkehrt. Jedenfalls in Anbetracht der Tatsache, dass ich in einer Einbahnstraße wohne.

Wenn ich mir das mal genau überlege, habe ich in meinem Leben immer in Einbahnstraßen gewohnt. Oder in einer Sackgasse. Außer in Hamburg und Schweden. Sollte mir das auch im übertragenen Sinne auf mein Leben zu denken geben? Mein Leben in Süddeutschland eine Sackgasse? Meine Liebesbeziehungen Einbahnstraßen? Soll ich auswandern?

Aber eigentlich wollte ich über die zwei sich ankuckenden Autos schreiben. Die sind in der Zwischenzeit auch nicht mehr in der Einbahnstraße, sondern haben ihr Problem mit dem Rückwärtsgang gelöst. Der, der falschrum stand. Deutsche Korrektheit. Man weiß schon selbst wenn man einen Fehler gemacht hat und gibt nach. Meistens.
Der Konflikt bestand zwischen einem Mercedes und einem Kleinwagen. Nicht schwer zu erraten, wer gehupt hat.
Der Typ in dem Kleinwagen demonstrierte für mich etwas, was mir mein Versicherungsfuzzi (der erste, ich hab nämlich zwei) am Samstag nahegelegt hat, als ich mich nicht überreden lassen wollte, doch noch einen Kaffee zu trinken, jetzt, wo er auch endlich mal im Café eintrudelte, in welchem wegen einer Transalp-Tour des Besitzers nun wohl auch eine Woche folgendes herrschen wird: Gelassenheit.

Die demonstrierte mir nun also der Falschrumfahrer, während der Mercedesfahrer mittlerweile das Hupen hat sein lassen und die Nachbarin kopfschüttelnd auf dem Balkon stand. Der Falschrumfahrer hielt einen Zettel und tippte eine Adresse in sein Navigationsgerät ein. Das dauerte, und der Mercedes konnte nicht weiterfahren. Als das Navigationsgerät im Falschrumfahrerfahrzeug endlich bedient war, kam der Rückwärtsgang im Kleinwagen an die Reihe und der Mercedesfahrer konnte passieren. So etwas nenne ich wirklich: Gelassenheit.

Tülgül und der SLK

die lieben nachbarn

Es gibt Nächte, da kann ich nicht einschlafen, bevor nicht das, was mir durch den Kopf geistert, niedergeschrieben ist. So heute. Bevor ich mich vor Lachen im Bett krümme, und kichernd Einschlafen mir noch nicht gelungen ist, berichte ich über meine Freundin Tülgül, und ihren heutigen Besuch.

Tülgül heißt in Wirklichkeit ganz anders, wird mir die Freundschaft kündigen, wenn sie das liest (aber wenn ich halt mal nicht einschlafen kann, kann ich nicht einschlafen!), unterrichtet sogenannte Stupids* und lernt türkisch an der vhs. Da kann man zwecks der Anonymität ja auch ruhig mal eine Freundin Tülgül nennen,nicht!?. Fiel mir halt gerade so ein. Und konnt schon allein deswegen nur noch in mein Kissen kichern.

Tülgül wirkte sehr bekümmert heute abend. Hat gestern ihr Auto kaputtgefahren und war auch noch selbst schuld 😦 Dreitausendfünfhundert Euro soll der Spass kosten. Zuviel. Zurecht! Reparatur ja/nein. Geld ist knapp, ist ja auch Finanzkrise. Und der Australienurlaub samt dem Kack-Camper schon gebucht und bezahlt. Tülgül wollte eigentlich bis Frühjahr für einen SLK sparen. Das zu reparierende oder mit Wertverlust als Schrott zu verkaufende Auto passt Tülgül für ihren SLK-Traum aber mal gar nicht in den Kram.
Ich nenne Tülgül daraufhin Material Girl und lache. Haben wir noch andere Sorgen? Außer mit einem Kack-Camper durch Australien fahren zu müssen und der SLK erst im übernächsten Frühjahr zusammengespart ist? Ach, Tülgül! Und da lacht se!

* Kreuzung aus Pupils und Students. Wortschöpfung bei einem Raki englischsprechend in Istanbul. Ein Oberknaller an unbeabsichtigtem Witz, der mich wohl noch Jahre an diesen herrlichen Städtetrip erinnern lässt.