Category Archives: die lieben nachbarn

Sperrmüllzone Neckarstadt

Sehr geehrte Damen und Herren,

wann wird die Stadt Mannheim den Sperrmüll in der Kobellstrasse abholen? Eine Mitarbeiterin von Ihnen teilte mir am Montag, 4.Februar mit, dass der Müll an diesem Tag abgeholt werden würde, und dass es nicht möglich gewesen sei, den Sperrmüll wegen geparkter Autos abzuholen.

Mein Nachbar, der den Gehweg seit mittlerweile 3  Wochen nicht allein mit Sperrmüll, sondern auch anderem Müll fast nicht mehr begehbar belagert, ruft die entrüstete Nachbarschaft nun auf, die Beschwerde direkt an Sie zu adressieren.

Am 4.Februar war den ganzen Tag ein Parkplatz mit Sperrmüll für die Abholung blockiert – und es wurde kein Sperrmüll wie angekündigt abgeholt. Daher werden Aufrufe des Nachbars nun auch nicht mehr ernstgenommen. Ein mit Müll blockierter Parkplatz wird von parkenden Autos sicherlich nicht als Strafzettel relevant eingestuft. Außerdem ist mir auch neu, dass für Sperrmüllabholungen Parkplätze freigehalten werden müssen. Die normale Müllabfuhr kann ihre Arbeit ja auch erledigen. Der Sperrmüll meines Mitbewohners vor 3 Wochen und eine Woche später der der Nachbarn gegenüber wurde schließlich auch abgeholt. Ohne private Parkverbote.

Vielmehr vermute ich, dass der Sperrmüll nicht abgeholt wird, weil das,was der Herr Nachbar auf die Straße stellt, nur zu einem Teil Sperrmüll ist, und er wohl erst den Kleinkram ordnungsgemäß entsorgen müsste, damit Ihre Sperrmüllmitarbeiter den tatsächlichen Sperrmüll abholen. Warum weißt niemand den Nachbar darauf hin?

Wann gedenkt die Stadt Mannheim, den Müll abzuholen oder meinen Nachbarn darauf hinzuweisen, was Sperrmüll ist und welche anderen Entsorgungsmöglichkeiten es gibt (Recyclinghof). Auf die Entsorgungstipps der Nachbarschaft reagiert der werte Herr ja nicht…

Sollten Sie irgendwann den Sperrmüll tatsächlich abholen, so wie es jetzt aussieht, wird der Gehweg danach mit anderem Müll belagert sein, Stoffe, Plastiktüten, Kleinteile.

Na also!

Der Müllhaufen ist inzwischen Neckarstadtgespräch. Ich bin gespannt, ob er noch da liegt, wenn wir in 10 Monaten aus dem Slum wegziehen.

Mit hoffnungsvollen Grüßen, auf dass wir bald nicht mehr mit geschlossenen Augen aus dem Haus gehen müssen.

die Sextante von obendrüber 

Normalerweise gehts so gegen Mitternacht los, plus minus eine Stunde. Das ging schon eine ganze Weile so. Seit letzten Sommer, als ich mich zufällig mit Herbert, meinem Nachbarn schräg obendrüber auf dem Balkon über die von uns beiden wahrnehmbaren Geräusche ausgetauscht habe, bin ich erleichtert, dass ich mir das alles nicht einfach nur einbilde. Die Nachbarin über mir, bzw. ihr Partner, über dessen Erscheinung wir immer noch spekulieren und nur andere Hausbewohner ausschliessen können, sind  keine Schreiner, die Nachts in den Flow kommen und Designermöbel zusammenklopfen. 

Seit zwei Wochen nun habe ich nichts mehr gehört. Ein junger Mann, dem ich die Geräuschkulisse nicht zutraute und der sich letztens an meine Wohnungstür verirrt hatte, liess  mich glauben, den Rassler, wie das mein guter Freund aus dem Milieu ausdrücken würde, gibts nicht mehr. Stattdessen steht meine Nachbarin vorgestern kurz nach neun Uhr abends bei mir auf der Matte und bittet freundlich, das Wummern der Bässe aus meinen Lautsprechern doch etwas zu reduzieren, da sie gerade Besuch mit Kleinkind habe. 

Gestern nacht fand ich erst nach fünf Kartoffeln mit Frankfurter grüner Soße und einem Baileys den Schlaf, nachdem dezent von oben Gitarrenklänge in D Moll mit Selbstgesungenem ertönten. 

Heute um 23 Uhr war die Schreinerei (nach Osterferien, auch Karnickel müssen mal ruhen) wieder im Betrieb… 

Verstopfung

Mannheim. Sonntag Morgen um 8:00 Uhr MEZ. Lola und Mala sind Nachbarinnen und haben sich in letzter Zeit häufiger zum gemeinsamen Laufen um und Eistauchen im See verabredet. Doch heute läuft alles anders. Beim Ankleiden in Badeanzug und Laufklamotten vernimmt Lola ein anhaltendes Stöhnen außerhalb ihrer Wohnung. Wer ist das, schießt es Lola ins Hirn, horcht an der Tür und identifiziert eindeutig ihre herzkranke, 77 Jahre alte Nachbarin, die ihr schon diverse Einzelheiten ihrer Gallen-OPs und nervigem Ex-Freund bei gelegentlichen Paketübergaben in der Türschwelle erzählt hatte. Lola vermutete Nachbarin Magenplass mit Herzinfarkt im Treppenhaus liegend.
Es ist 7:58 Uhr, Lola weiß, dass Mala am Pizzaladen um die Ecke stehen und auf sie warten würde. Lolas Hirn rast. 2 Minuten. Sie betritt das Treppenhaus und stellt fest, dass das Stöhnen direkt aus der benachbarten Wohnung kommt. Sie klopft, ruft Frau Magenplass, vernimmt einen stammelnden Hilferuf und rennt. Rennt zu Mala am Pizzaladen um die Ecke. Mala hat Erfahrung mit sowas, dachte sie. Nach kurzer Beschreibung der Situation folgt Mala Lola vor die Wohnungstür der stöhnenden Nachbarin. Mala horcht an der Tür von Frau Magenplass, ruft ihren Namen in den stillen Flur der noch schlafenden Nachbarschaft. Keine Reaktion, Die Frau stöhnt weiter. Lola trifft die Entscheidung und wählt 110 von ihrem Festnetztelefon. Der Polizeibeamte nimmt die Adresse auf und verspricht schnelle Hilfe durch einen Kollegen, die Feuerwehr und einen Krankenwagen.
Wenige Minuten später erreicht das Tatütata den Ort des Notrufs, fünf Feuerwehrleute, ein Polizist und ein Sanitäter stürmen Lola gefolgt ins Haus vor die Wohnungstür von Frau Magenplass. Der Feuerwehrmann klingelt an der Tür. Die einem Herzinfarkt erlegen gedachte Nachbarin öffnet verdattert im Nachthemd, entschuldigt sich bei den Beamten wegen ihres Aussehens und erklärt den Grund ihres Stöhnens mit ihrer Verstopfung. Aus Verweigerung der Schmerztabletten stöhne sie beim morgendlichen Stuhlgang.
Und so fuhren Lola und Mala auch an diesem Morgen beruhigt an den Badesee.

beknackt parken

Die Neckarstadt ist bekannt für anspruchsvolle Einparkmanöver am späten Abend. Es gibt Menschen, die schliessen den Stadtteil schon deshalb einer möglichen Bewohnung aus. manchmal sind das sogar Menschen mit eingebauten Einparkhilfen im Fahrzeug, deren Nutzen ich aus mir bekanntgewordenen Einparkschlamassel mit derartiger Technik ohnehin stark anzweifle. Mit drei die Parksituation noch weiter verschlechternden Wohnungsbaustellen innerhalb eines Radius von 50Metern ist die Parkplatzsuche auch nicht einfacher geworden und jeder ist darauf angewiesen, dass der Nachbar, wenn er Einfluss darauf hat, rücksichtsvoll einparkt. Zum Beispiel um in Gnade zu mir mit dem fahrenden Fahrradschuppen in vorgegaukelter BlueMotion Umweltfreundlichkeit hinter getönten Scheiben (SUW-sports utility warehouse) mit der Windangriffsfläche eines Segelboots mit 12Quadratmeter Segelfläche, mögliche Zentimeter zum Einparken offen zu lassen und stattdessen den auf die eigenen Fahrzeugmaße abgestimmten Parkraum zu nutzen.
SO nicht geschehen heute abend, 21:53 MESZ, Kobellstrooß, Monnem.
Nachdem mein 300 Meter entfernter Nachtankunftsparkplatz schon hoffnungslos überfüllt war, begab ich mich in die undenkbare Situation, dass direkt in meiner Straße mit Blick von meinem Schlafzimmer ein Parkplatz gerade frei geworden sein könnte. Es war so, eine Parklücke so groß, dass ein Sprinter ohne Korrektur vorwärts seitlich einparken hätte können, für den fahrradschuppen allemal ausreichend. Auf der benachbarten Seite ein Platz für einen Kleinwagen, oder mit einem Touran nicht Schrammenfreies Einparkmanöver, das allseits geöffnete Handbremsen so nach Pariser Manier erfordern würde. Ich befand mich 10m entfernt von dem Glückstreffer an der Kreuzung und gewährte Vorfahrt. Was dann passierte erinnerte mich an die Situation im Film ‘Grüne Tomaten’, als der liebenswürdigen Dame, die ihren Kummer gerne mit Schokoriegel kompensiert, auf dem Kaufhausparkplatz von zwei Zicken im Cabrio der Platz weggeschnappt wird: eine dreikäselange Kleinwagenknutschkugel japanischer Bauart parkt in den LKW-Parkplatz ein und ermöglicht mit ihren 2m Abstand zum Vorderen und 3m zum hinteren Fahrzeug nicht einmal einem weiteren Kleinwagen einen Parkplatz. Ich erwäge kurz die spontane Reaktion der Dame in ‘Grüne Tomaten’, aber besinne mich doch des Besseren, da dieses kleine Ärgernis doch keine 250€ Eigenbeteiligung wert wären.
Mir kommt bei der Gelegenheit des Schreibens zum Frustabbau gerade die Dalai Lama Variante zu der Situation: ich hätte anhalten können, aussteigen, der jungen Frau mein Einwinken in den für sie passenderen Parkplatz anbieten, um dann auch meinen Wagen in den größeren Parkplatz zu befördern. ich hätte einen Menschen kennengelernt und wenn dann ein anderes Kombifahrzeug rückwärts in die Einbahnstraße gefahren wäre um den Parkplatz wegzuschnappen, hätte ich wenigstens für den eine gute Tat vollbracht und Buddha würde es mir im nächsten Leben würdigen.

Stattdessen musste ich eine weitere Runde um den Block fahren, um mich letzendlich Kante an Kante zwischen ein Parkverbotschild und einen unschuldigen Kleinwagen zu plazieren, dessen Fahrer morgen früh meine Stoßstange beim Ausparken berühren wird und einen ganzen Tag bibbert, dass ihn hoffentlich keiner dabei beobachtet hat.

Straf-ZL

Die Parksituation In der Neckarstadt scheint angespannter. Die Schnauze meines Autos schaute offensichtlich aus der Perspektive des Benutzers der Garage, an deren EinfahrtsKANTE ich am Freitag abend hin- und am Sonntag morgen wegparkte (‘seit Stunden’) wohl etwas zu weit in die Verbotszone. Ich bin so schrecklich rücksichtslos und sollte mich unheimlich schämen! Aber irgendwie stellt sich bei mir nur ein freches Grinsen ins Gesicht, weil Sich jemand wirklich die Mühe gemacht hat, mir kleine Briefchen zu schreiben – statt Gebrauchtwagenhändlerglanzvisitenkärtchen im Fensterheberschlitz kleine handbeschriebene StrafZL
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Von Fahrradfahrer beschimpft

” BOAH SCHEISSGROSSES AUTO! ” – so ein falschrum in die “Radfahrer frei” Einbahnstraße fahrender Radfahrer mir in mein offenes Autofenster reinbrüllend, während ich versuche in eine Parklücke zu fahren, die nur deshalb so klein war, weil ein SCHEISSKLEINES AUTO ziemlch dämlich geparkt hat. Zuvor habe ich mein SCHEISSGROSSES (Fahrradtransporter) AUTO neben das SCHEISSKLEINE zu 90% auf dem Gehweg geparkte Auto warnblinkend gestellt, um meinen begehbaren Kleider- und Sportequipmentschrank mit Waren meines selten eintretenden heutigen Kaufrausches auszuladen. Es war leider kein Fahrrad dabei für den Nachbarn mit dem SCHEISSHÄSSLICHEN FAHRRAD. Ich gebe zu, das Fahrrad nicht wahrgenommen zu haben, weil ich mit dem Parkmanöver beschäftigt war, aber wäre es ein schönes Fahrrad gewesen, wäre mir das garantiert aufgefallen. Meine Schlagfertigkeit läßt zu wünschen übrig, sonst hätte ich dem Neidhammel gerne eine Runde Einparken angeboten. Ich kann das. Inzwischen. Vornehmlich mit SCHEISSGROSSEN AUTOs. Im besten Einparkübungsparcours Mannheims, der Neckarstadt: dem Stadtteil wo so mancher sich nicht mal mit Parkhilfe traut hinzuziehen. Und wenn ich nicht schon den SMEDSTA Sessel (der SCHMID-Sessel), der mehr als ein Drittel meines Eigengewichts ausmacht, den nostalgischen Wasserkocher, die lila Schuhe und das verliehene Bettzeug (dankeschön @patricius – ich habe die BIBBISURR Bettwäsche seit Anschaffung nie wieder so korrekt gebügelt gesehen) ausgeladen hätte, hätte ich als Belohnung fürs ‘Einparken dürfen’ noch eine Runde Entladen und in meiner Wohnung einlagern gestiftet.