Mannem +++ 23:30 Uhr +++ im Nichts zwischen Müllverbrennungsanlage, Rhein und BASF +++ mit Weitwinkelobjektiv und Stativ.
Schnell die Erkenntnis: das bringt aber auch gar nichts. Während ein Auto angefahren kam, wendete, anhielt. Und zwei in grüne Textilien eingewickelte Abführmittel ausstiegen.
– Gut’n Abend, Wasserschutzpolizei, Sie halte’ in dr Kurv’.
Sehr nett, die Herren. Wollten weder Fahrzeugschein noch Führerschein sehen, nicht mal eine Alkoholkontrolle. Ein Glück. Zwei Gläser Rioja und ein Likör zur Verabschiedung beim Spanier. Bei weiblich, verträgt nix.
– Sie wolla hier Panoramaaufnahma macha?
Ja, aber das bringt nix, brauch ‘n Teleobjektiv.
– Wisse Sie was, wenn Sie hier dreihundert Meter weiterfahra, kommt’n Restaurant, und von dort geht’n Weg direkt am Ufer entlang. Ist zwar Anlieger-frei, aber fahra Sie einfach, da komme Sie näher ans Motiv ran.
Anstiftung zur Ordnungswidrigkeit? So sind sie halt. Auch nur Menschen, die einem helfen 🙂
Month: February 2006
Faszination Radio
plapperlaplappWar mal wieder an der Zeit, den Gitarrenverstärker einzuschalten und bisschen wie in alten Zeiten Rambazamba zu machen. Gyllene Tider Hits nachspielen bis die Nachbarn klingeln.
Kein Nachbar klingelte, nur wunderte ich mich, warum der Katze der eingeschaltete Verstärker – zeitweise ohne Signalzuführung – so suspekt vorkam. Mir irgendwann auch, woraufhin ich die Stereoanlage ausschaltete und mich über die verbliebenen osteuropäischen Stimmen in der Wohnung wunderte.
Je nachdem, wie ich die Regler für Gain, Bite und Reverb einstellte, gab’s mehr zu hören, Funk-Wirrwarr. Russisch? Polnisch? Polnisches Englisch? So muss das also auch damals in Mainhausen gewesen sein, als der Kirchensender aus den Heizkörpern kam. Mein guter, alter Hughes&Kettner als Mittelwellenempfänger.
Für Mohrle – im Himmel
Im Himmel
1987-2006
wir haben gestern Morhle einschläftern lassen. Sie hatte einen ziemlich starken Nierenschaden, die Filterfunktion hat nicht mehr funktioniert, alle Nierenwerte, ebenso die Leukos waren extrem hoch. Ihr Geruch kam von zu hohen Harnsäurewerten, die vom Körper in Aceton umgewandelt werden (ist auch bei alten Leuten manchmal so). Jetzt ist sie im Katzenhimmel und liegt an einem sonnigen warmen Plätzchen und jagt zwischendurch Mäuse.
Yoga
leibesertüchtigungFühle mich inzwischen alt genug, um nicht kichernd auf der Gymnastikmatte zu liegen und letztendlich aus dem Zimmer verwiesen zu werden. Wäre zu Abizeiten, als meine Lehrer oft darüber sinnierten, ob sie mich Lach-Kädder nun vor die Tür setzen zum auslachen oder nicht, bestimmt nicht gegangen. Aber mit so Büroarbeitsplatz und den daraus resultierenden Verspannungen, sowie der Tatsache, dass ich wegen jedem quer liegenden Furz auf 180 bin und mir Ruhe vielleicht doch mal nicht schaden würde, habe ich’s heute doch mal gewagt. Yoga-Kurs. Eine Stunde auf Gymnastikmatten. Mit der Stirn zum Boden das blaue, müffelnde Nichts betrachten, linken Arm und rechtes Bein in die Materie strecken, die wir natürlich spüren, und darüber nachdenken, ob man jetzt gleich einen Asthma-Anfall von der Matte bekommt oder nicht. Manchmal durfte man auch an die Decke kucken, oder zur Übungsleiterin. Oder die Kolleg(inn)en links und rechts. Und wir atmen jetzt alle tiiiief ein. Spüren, wie die Erdenergie durch unsere Knochen und Venen geht. Und drehen uns dabei nach rechts. Mist, der Inder links von mir kuckt mich an. Typisch Fahrschulfehler, ich lerns nie!
Wann dürfen wir eigentlich wieder ausatmen – kann nicht mehr….
Jedenfalls – das war richtig gut. Ich habe nicht gelacht. Ich habe daran geglaubt. An die Energie. Und Einstein und überhaupt. Und fühlte mich besser. Abgesehen von den vielen eingerosteten Gelenken, die plötzlich bei jeder Übung schmerzten. Aber das wird schon. Mit der Übung. Hoffe ich zumindest. Meine Qualitätsmanagerin sagte mir, sie sei dabei eingeschlafen. Muss ich ja nicht.