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Im Retreat

Was ich hier an heiligen Familienfesttagen alleine auf Lanzarote mache? ‘Ein Retreat, ohne genau zu wissen was ein Retreat ist’, beurteilt meine feurige Achtsamkeitsmitbewohnerin mit ihrem zwanzig Jahre jüngeren Tantrafreund in Casa Shakti bei een beetje koffie mein Dasein auf dieser magischen Überwinterungsinsel. In modernem Yoga wird der Begriff als Erholungsurlaub [de.wikipedia] verstanden bzw. Timeout vorm Stress und alltför hetsigt leverne – allzu hetzigem Dahinleben – in einer hälsoanläggning –  Gesundheitsanlage 😉 übersetze ich schwedisches Wikipedia mal direkt, weils so nett klingt.

to relieve stress i do yoga ... JUST KIDDING! I DRINK WHISKEY IN MY YOGA PANTSBei einem Retreat steht man um 5 Uhr auf und meditiert, wie das bei den Surfmönchen in Indien tatsächlich der Fall war. In der kanarischen Gesundheitsanlage stehen meine Mitbewohnerin us dr Schwyz, die Iiiwonn, und ich auf, weil um 8 Yoga auf dem Programm steht. Leider wurde daraus wegen kranker Yogalehrerin nichts, so kamen wir jedoch in Yogaklamotten in den Genuß eines wunderschönen Sonnenaufgangs nebst Verbesserung meines Schwyzerdütsch: Neben Chhhhuchhhhichhhhaschdli kann ich jetzt auch das Hüttengericht Hörn(d)li, G’hachhhets ond Öpfelmuas aussprechen und habe die Wette gewonnen, dass man Restaurant nur in dr Schwyz mit Rrräääsch’dorant, nicht aber in Fraankreiisch auf der ersten Silbe betont. Continue reading Im Retreat

Yoga

Fühle mich inzwischen alt genug, um nicht kichernd auf der Gymnastikmatte zu liegen und letztendlich aus dem Zimmer verwiesen zu werden. Wäre zu Abizeiten, als meine Lehrer oft darüber sinnierten, ob sie mich Lach-Kädder nun vor die Tür setzen zum auslachen oder nicht, bestimmt nicht gegangen. Aber mit so Büroarbeitsplatz und den daraus resultierenden Verspannungen, sowie der Tatsache, dass ich wegen jedem quer liegenden Furz auf 180 bin und mir Ruhe vielleicht doch mal nicht schaden würde, habe ich’s heute doch mal gewagt. Yoga-Kurs. Eine Stunde auf Gymnastikmatten. Mit der Stirn zum Boden das blaue, müffelnde Nichts betrachten, linken Arm und rechtes Bein in die Materie strecken, die wir natürlich spüren, und darüber nachdenken, ob man jetzt gleich einen Asthma-Anfall von der Matte bekommt oder nicht. Manchmal durfte man auch an die Decke kucken, oder zur Übungsleiterin. Oder die Kolleg(inn)en links und rechts. Und wir atmen jetzt alle tiiiief ein. Spüren, wie die Erdenergie durch unsere Knochen und Venen geht. Und drehen uns dabei nach rechts. Mist, der Inder links von mir kuckt mich an. Typisch Fahrschulfehler, ich lerns nie!
Wann dürfen wir eigentlich wieder ausatmen – kann nicht mehr….
Jedenfalls – das war richtig gut. Ich habe nicht gelacht. Ich habe daran geglaubt. An die Energie. Und Einstein und überhaupt. Und fühlte mich besser. Abgesehen von den vielen eingerosteten Gelenken, die plötzlich bei jeder Übung schmerzten. Aber das wird schon. Mit der Übung. Hoffe ich zumindest. Meine Qualitätsmanagerin sagte mir, sie sei dabei eingeschlafen. Muss ich ja nicht.