Sportschau Kovalam Beach

Mit bepflastertem rechten Ringfinger sitze ich zum Sonnenuntergang in der German Bakery, gönne mir seit Mumbai vor zwei Wochen mal wieder einen Cappuccino und schaue mir die Surfkünste anderer aus sicherer Entfernung an.breakfast_abhiscafe-0358
Sha, mein Surflehrer gestern, prophezeite mir, dass ich bald auch so ein schnittiges kleines Board surfen kann, nachdem er mich im white water auf den ersten Versuch aufstehen und surfen hat sehen. Als ich mir heute, ohne Surflehrer, den Finger beim Zurückhalten des Boards an der Leash bei einer über mich einbrechenden Welle aufschnitt, von dem surfboarddicken blauen fleck am Oberschenkel ganz zu schweigen, und mehr gegen die Wellen kämpfte als dass es mir gelang, sie ein paar Sekunden zu surfen, glaube ich da nicht mehr so schnell daran. Die drei Jungs aus Belgien, meine Nachbarn im frisch renovierten Zimmer über Abhis Café und unter dem auf der Dachterasse untergebrachtem Kovalam Surfclub, sprachen mir Mut zu, alles Übungssache, aber für heute ist erst mal Wundheilungspause. Für das indische Mittagessen, das traditionellerweise mit der rechten Hand gegessen wird, ließ ich mir diesmal einen Löffel geben, da Curry in der Wunde vielleicht nicht so angenehm ist;-) Immerhin habe ich das mit der Embryostellung in der Wellenwaschmaschine nach schmerzhafteren Blessuren meiner bisher vierwöchigen Surferfahrung langsam raus und dabei heute lediglich meine Oropax verloren.

Das regelmäßige Longboardfahren vom und im Parkhaus ins Büro zeigt bei meinem vierten Surfurlaub Wirkung – das auf dem Brett stehen und surfen ist nicht das Problem, und auch in den niedrigen Wellen mit langer Dünung in Mulki mit den Surfing Swamis hatte ich die Zeit der Welt mich aufzurappeln, die richtige Position auf dem Board zuergehen und mich von der Welle an den Strand fahren zu lassen bis die Finns im Sand stecken blieben. Aber hier, Mitte Dezember an der Südspitze Indiens – andere Baustelle. Sha schubste mich gestern ins green water und ich erlebte zum ersten Mal das Gefühl, eine brechende Welle bergabzurutschen. kovalambeach-0406Der Schubs gab die notwendige Geschwindigkeit, die ich bisher paddelnd nicht erreichen konnte, und mir wurde zugerufen, rechtzeitig aufzustehen. Heute sah ich nur ein meterhohes Loch unter der Spitze meines Surfboards, vergaß vor Schreck aufzustehen und fiel stattdessen kopfüber in die Welle und den Strand.

One thought on “Sportschau Kovalam Beach”

  1. Wegen eines Kaffees bin ich schon mal aus dem indischen Punjab ins benachbarte Pakistan gereist (via Wagha-Border), weil anders einfach keiner aufzutreiben war … 🙂

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