‘Mülltonnen dieser Welt’ – Indien

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muelltonnenTrivandrumAirport-1Seit langem sehe ich mal wieder einen Mülleimer! Am Flughafen zu Thiruvananthapuram (Trivandrum). Das sieht total nach ordnungsgemäßer Mülltrennung aus! Aber ich glaube es nicht.
Während wir uns in Deutschland vom grünen Punkt und seinen Recyclingprophezeihungen verarscht vorkommen, weil in den meisten Fällen der sauber getrennte Müll auf einen großen Müllberg gekippt und schließlich in gefilterten Müllverbrennungsanlagen verwertet wird, spielt Indien offenbar in einer anderen Liga. Trivandrum mag eine Müllverbrennungsanlage haben, aber die reicht bei weitem nicht aus. Auf dem Weg zum Flughafen fahren wir an einem Cricketspielfeld vorbei, von Plastikmüll gesäumt, durch Siedlungen, an denen alle paar Meter ein Häufchen liegt und ich überlege, ob ich meine Coladose nun einfach beim nächsten Häufchen das kommt aus dem Autofenster hinauswerfe. Vineeth erleichtert mir die Schandtat, nimmt meine Dose und schmeißt sie einfach irgendwo raus.

muellhalde_kovalam-1000521Mein Hals kratzt und ich bin nicht die einzige hier mit Schleimbildung, dessen sich Inder ungeniert durch röcheln, rotzen und spucken auf den Weg befreien. Man stellt besser nirgends seinen Rucksack auf den Boden außer zwischen die eigenen Beine, wenn man die Sauerei vermeiden will. Die Ursache der allgemeinen Atembeschwerden ist eindeutig dem Rauch zuzuordnen, der täglich beim Verbrennen irgendeines Abfallhaufens emporsteigt, und man will sich besser keine Gedanken über die toxische Wirkung der Dämpfe verbrannten Plastikallerleis machen.

Sportschau Kovalam Beach

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Mit bepflastertem rechten Ringfinger sitze ich zum Sonnenuntergang in der German Bakery, gönne mir seit Mumbai vor zwei Wochen mal wieder einen Cappuccino und schaue mir die Surfkünste anderer aus sicherer Entfernung an.breakfast_abhiscafe-0358
Sha, mein Surflehrer gestern, prophezeite mir, dass ich bald auch so ein schnittiges kleines Board surfen kann, nachdem er mich im white water auf den ersten Versuch aufstehen und surfen hat sehen. Als ich mir heute, ohne Surflehrer, den Finger beim Zurückhalten des Boards an der Leash bei einer über mich einbrechenden Welle aufschnitt, von dem surfboarddicken blauen fleck am Oberschenkel ganz zu schweigen, und mehr gegen die Wellen kämpfte als dass es mir gelang, sie ein paar Sekunden zu surfen, glaube ich da nicht mehr so schnell daran. Die drei Jungs aus Belgien, meine Nachbarn im frisch renovierten Zimmer über Abhis Café und unter dem auf der Dachterasse untergebrachtem Kovalam Surfclub, sprachen mir Mut zu, alles Übungssache, aber für heute ist erst mal Wundheilungspause. Für das indische Mittagessen, das traditionellerweise mit der rechten Hand gegessen wird, ließ ich mir diesmal einen Löffel geben, da Curry in der Wunde vielleicht nicht so angenehm ist;-) Immerhin habe ich das mit der Embryostellung in der Wellenwaschmaschine nach schmerzhafteren Blessuren meiner bisher vierwöchigen Surferfahrung langsam raus und dabei heute lediglich meine Oropax verloren.