Indian Coffee House, Kannur

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kannur-1Zwar bin ich außer dem Surfen auch wegen dem scharfen Essen nach Indien gereist, aber morgens ist mir wirklich noch nicht nach fritiertem und Chutneys, vor denen mich, wenn nicht gekocht, Chennappa warnte die Finger von zu lassen. Die erste Immodium hab ich vorsorglich gestern morgen vor der weniger luxuriösen Busfahrt durchs Bergland von Madikeri nach Kannur auf der Zunge zergehen lassen, nachdem mir vermutlich das Papad masala zu meinem Bier im aussichtsreichen Hotelzimmer im Mayura Valley View am Vorabend (bei dem das masala auf dem Papadam aus rohen zwiebeln, Tomaten, Erdnüssen und Koriander bestand) nicht so bekam.

Bei 30 Grad in der einer Million Einwohner umfassenden Hafenstadt Kannur an der Westküste im nördlichen Kerala angekommen ist mir hauptsächlich nach Trinken und schälbarem Obst, und vielleicht einem Milchkaffee oder -tee mit einem Bisquit aus einer Bakery. Meine Hosen kleben inzwischen mehr an mir vom Schweiß als das sie sitzen, aber irgendwie fehlt mir der Appetit.

Madam, Madam, where you from?

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Die Unterkünfte werden immer besser, GoldenRegencyKannur_badstelle ich heute Nachmittag triefnass geschwitzt vom Fußmarsch in Kannur fest, nachdem mich zuvor drei Hotels/Tourist Lodges um den Hauptbahnhof herum abgewiesen haben, von dem ich morgen früh meine Reise in den Süden der Provinz Kerala mit dem Zug fortsetzen werde.

Statt im weniger palastartigen Lonely Planet Budget Tipp Meridian Palace lande ich schließlich im Golden Regency, beschließe kurzum, dass ich nicht duschen werde und erfreue mich meines Seidenschlafsacks. Trotzdem heilfroh darüber, meinen um zwei Kilo Kaffeebohnen und Gewürze aus der Coorg Region schwerer gewordenen Rucksack endlich abstellen zu können und eine Bleibe für die Nacht gefunden zu haben. Was soll man klagen über 400 Rupees (etwa 5 Euro) in der Hochsaison, wo ich in Mumbai für einen leicht höheren Standard, wohl sauberer und mit Meerblick den zehnfachen Preis bezahlt habe…

GoldenRegencyKannur_zimmerKannur hat einen hohen Muslimischen Bevölkerungsanteil, was ein Grund sein kann, weshalb mir – alleinreisend in schlabbrigen jeans und einem Rucksack, höher als ich selbst – misstrauisch begegnet wird. Burkatragende Frauen sind hier keine Seltenheit, aber auch Frauen in blau-weißen Nonnengewändern begegnen mir schließlich am Payyambalam Beach.