Wir haben die Plätze 84K und 84J. Am Fenster. Reihe 83 vor uns ist leer. Beim Boarding completed ermuntert uns die Stewardess, Reihe 83 doch zu belagern, bevor andere aus den vorderen Plätzen auf die Idee kommen. Diesen wird kurze Zeit später ein Upgrade in die Premium Economy für schlappe 400Euronen Aufpreis angeboten.

Es ist ein Tagesflug. Wir können trotz des freiraums nicht schlafen. Die Geschichte von den Scheiss-Affen auf der Scheiss-Insel in Murakamis Roman ‘the windup bird chronicle ‘ reisst uns kichernd aus dem Halbschlaf.

plapperlaplapp, reisen, TEXT

On ne servera d’alcool dans la nuit

francais, reisen, TEXT

Kommste vonne Schicht

wat schönret gibt et nich

als wie Currywurst

Oh Willi, wat is mit dir

trinkste noch n’ Bier

zur Currywurst

Room Service im Radisson Blu. Toller Laden an sich. Von den drei Buchungen und insgesamt 10 Nächten gab es für 7 Nächte ein Upgrade. Wie heute. Wegen System Issues. Und diesmal für die Unannehmlichkeiten mit dem Tasche packen und umziehen auch noch einen Gutschein für ein – anzunehmen – alkoholisches Getränk am Abend. Nur habe ich just zu dem

Zeitpunkt in die Spätschicht gewechselt – und die Bar schließt um Mitternacht- vor dem Feierabend. Der Rezeptionist, der mir nachts um halb zwei meine Tasche ins Business Zimmer rollt, das sich durch ein Betthupferl und eine Nespressomaschine (mit der ich mir dann mein Teewasser kochen darf) von der Holzklasse abhebt, schlägt mir den Room Service zum Einlösen des Getränkegutscheins. Chablis gibts nur als Flasche, aber man will ja keine Ansprüche stellen und bestellt einen Glaswein. Die Bestellung aufwendig auf französisch vorbereitet aufzusagen resultiert in der Ernüchterung durch denselben Rezeptionisten mit dem pfiffigen Vorschlag:

On ne servera d’alcool dans la nuit

Dachte wohl ich bestelle mir einen Kaffee zum Betthupferl! Wie froh, dass ich mir gestern ein Chimay im Supermarkt besorgt habe. Für derartige Unannehmlichkeiten. Warm. Weil meine Reisetasche leider nicht wie angekündigt ins eiskalte geschäftsreisendenzimmer zur Kühlung des Biers gebracht wurde 😉

Lyrisch fragmentierte Zeilen

plapperlaplapp, TEXT

“Die Kämpferin ist die Frau am Computer” erklärt der SWR-Musikredakteur die moderne Interpretation der Monteverdi Oper TRE VOLTI – Drei Blicke auf Liebe und Krieg.

Die gesamte Aufführung – hochmodern! Ein Frauenchor mit Schlagzeug, Saxophon und Elektrogitarrenbegleitung besingt in lyrisch fragmentierten Zeilen eine “emanzipatorisch umgedrehte” Geschichte um einen Handy Verkäufer in Jerusalem und eine Drohnenkriegerin.

Das ist nicht die erste moderne Oper die ich sehe.  Aber bisher immer auf Einladung von kulturell bewanderteren Freunden, die entweder selber geigten oder bei ARTE Eintrittskarten gewannen.
Das erste Missverständnis schon geklärt, es geht nicht um Verdi sondern um Monteverdi, Claudio – 250 Jahre älter.

Beim ersten Mal war es eben auch etwas mit italienischen Übertiteln. Die Sängerin erinnerte derartig verzottelt an Janis Joplin und sang sitzend aus einem Einkaufswagen. Der Sänger lief mit einem Röhrenfernsehgerät auf dem Kopf über die Bühne. Beide beklagten ihr Liebesleid und man hörte immer wieder Bahnhofsdurchsagen.

PORNO RONDO: nackig aussehend angezogene Tänzer(innen) machen anzüglich ekstatische Bewegungen und enden auf einer Waschmaschine

Die Einführungsrede des Musikjournalisten (der uns unser Underdressed?-Gefühl zur Vorstellung im Schwetzinger Schloss dank seines zotteligen Erscheinens besänftigte)  versprach mir eine der Bahnhofskneipenoper ähnliche Aufführung. Und es kam sogar besser:

 

Beim Waschen ist eine Socke verloren gegangen. Und da bricht der Ehekrieg aus – Eine große schrecklich schöne Entfremdung.

Geschichte ist wenn dir dein eigener Name zerfällt.

Himmel und Erde schweigen. Das Meer senkt sich in seine Gründe.

Jeden Tropfen Blut muss man mit einem Tränenmeer bezahlen.

Glorinda bittet Tancredi sterbend um die Taufe.

Lola Bodum Diver

english, MILVA MANNHEIM, TEXT

N 51° 33.242′   E 003° 48.530′ | Delta Marina .  Kortgene

The initial plan was a good one. To get up early, have a quick breakfast and start sailing when other sailors start sailing: in the morning. The point is, that during the passed three weeks of having MILVA swimming in saltwater, we never managed to get out of the harbour before 3 in the afternoon. It was a cloudy day, Windfinder gave a forecast with wind from north-west of 4 beaufort. Our idea was to sail to Veere for a coffee. We started with coffee from my specifically for MILVA acquired Bodum french press (like all other dishes actually too fancy to use on a boat with the kitchen utilities stored in four wooden wine boxes) on the day after having met Roxani, Greg and the twins in Woluwe shopping mall. A special french press so to say. Even though I prefer espresso and Lola under circumstances of yachting the quick instant coffee solution. And the breakfast took longer, as I normally can spend hours sipping on a black tea, kind of meditation, and Lola went through some state of nostalgy telling Argentinian stories.VA18breakfast-8412

Around ten Lola started washing the dishes, the quick way – with cold water from the water hose attached to the berth. Everything was clean but during rinsing the french press filter attached to the metal stick on the pot’s lock the three metal pieces making out the filter went into the sea. underground. we could hardly see the three pieces due to the cloudy weather. “OK – I jump!” – Lola announced, Astonishing me, as i didn’t feel for swimming today. It took some time, some legs in the water, until I took initiative to make use of the scuba diving equipment and the thought that any sailor should be able to dive underneath her boat. I hate diving. It scares me. in several tries diving in 2m deep dark water, which was harder than what my memory gave of accomplishing the silver swimming badge at the age of 10, I could rescue two of the three metal pieces. the third one stayed on the ground, hidden under the dust, seaweed and oysters I dispersed during my panicking dives. We gave up. Seeing a french press some days later in a shop, the diving was totally useless anyway, as with the three metal pieces the most important part, a tiny screw, went underground too. And MILVA is just no submarine.va18-8414
In the end, we departed at 1 p.m. and realizing at the corner towards Veere that the wind coming from the front is with 5 Beaufort just too strong to get there. So we turned and went back for two unnecessary Kiss & Rides 😦   

Söderhamn. Eine Verliebtheit.

plapperlaplapp, TEXT

Verliebt habe ich mich! In SÖDERHAMN. Vergangenen Freitag Abend. Es geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf. Er passt so wunderbar in mein Leben! Der Gedanke endlich mal wieder etwas Stabiles zu führen. Die Sache mit FATBOY war einfach eine zu lockere Angelegenheit, kaum setzt man auf ihn, lässt er einen gleich tief einsinken und zuletzt kommt man aus dem Schlamassel kaum mehr ohne Aufstehhilfe raus. Mir schmerzen die Gelenke, ich bin einfach schon zu alt für so moderne Sitzkissen. Doch SÖDERHAMN – auf ersten Blick entzückte er mich , der alte Südhafen, mit seinen Isundagrauen Augen.
Pünktlich zum Valentinstag soll er bei mir einziehen. Damit das mal ein Ende hat mit den heimlichen Dates bei Ikea, wo auch noch andere Kunden zuschauen wie wir uns berühren! Ich weiß, das geht jetzt alles ein bisschen schnell, aber einziehen heißt ja nicht gleich heiraten!
SÖDERHAMN ist ein Sofa. Da es sich um Neuware handelt, gibt es auch keine Komplikationen mit irgendeiner Ex oder gar einer noch bestehenden festen Beziehung.
Das mit dem gleich einziehen hat im Übrigen den Vorteil, dass ich zukünftig meine Gäste nicht wie bisher gleich ins Schlafzimmer auf mein Bett zerren muss für eine entspannende Nebeneinandersitzgelegenheit. Außerdem kann ein Sofa nicht so ohne weiteres wieder davonlaufen, sollte ich mal aus einer melancholischen Laune heraus das Klammern anfangen. Obwohl SÖDERHAMN ja Beine hat. Aber leider zu kurze;-)