Schöne Bescherung

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Normalerweise freuen sich die Freunde über meinen jährlichen Bescherungsbesuch – und deren immer größer werdenden Kleinkinder über die Kleinigkeiten, die ich mitbringe. Nur dass ich gestern bei einer Station nicht nur etwas mitbrachte, sondern auch etwas zurückließ: eine Riesensauerei.

Schuld daran: Meine absehbar kalten Füße waren mir wichtiger als die saubere Wohnung der Gastgeber.

Wovon ich beim Betreten der Wohnung und meiner ausgiebigen Begehung des hiesigen Nepal-Teppichs nichts wusste: Pferdeäpfel unter meinen Doc-Martens-Sohlen.

Loben muss ich meine Gastgeber aber dennoch. Kaum war mir mein Malheur aufgefallen, gaben sie mir das Gefühl, ich sei weiterhin willkommen und alles halb so wild. Weihnachten eben – das Fest der Liebe. Auch zu Freundinnen, die einem die Wohnung einsauen. Ich bin glücklich.

Schade, dass das frisch vom Familienvater beim TV-Shopping erworbene Super-Putzmittel die hartnäckigen Flecken selbst nach halbstündiger Schrubberei nicht entfernte, aber sonst für alle denkbaren Materialien das Spitzenprodukt ist.

Schöne Scheiße – und frohe Weihnachten 😉

Jule Neigel und meine Eitelkeit

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Meine Frisur ist schuld. Die war doof heute abend. Doch die Zottelfrisur hat am 23.12. um 9 Uhr ein Ende, und außerdem blieben uns zum Zeitpunkt der Doofen-Frisur-Erkenntnis noch zwei Stunden, um an der Abendkasse noch Karten fürs Julia-Neigel-Konzert zu bekommen und im gleichen Umschwung noch beim Italiener essen zu gehen. Prioritäten waren also wie so oft letztens von der Frisur auf wichtigere Dinge verlagert.

Dies ändert nichts an der Tatsache der Frisurenschuld. Meine Frisur ist daran schuld, dass ich mich nicht getraut habe, Jule Neigel vor der Kneipe anzusprechen, oder gar – wie peinlich – um ein Autogramm zu fragen, um dann sehr wahrscheinlich nicht mal zu wissen, womit und worauf denn die Signatur. So Sachen, wie ein Kumpel eines Kollegen, der Metallica auf seinem Personalausweis hat unterschreiben lassen, mache ich nicht.
Jedenfalls liefen wir Jule Neigel nach dem Konzert beim Verlassen der Kneipe nebenan fast in die Arme. Ich war aber so baff, um die Frisur besorgt, verärgert, dass ich’s in der verrauchten Kneipe nicht länger ausgehalten habe, dass ich einfach nur so dastand. Womit hätte ich sie auch ansprechen sollen? ‘Hallo, bist du Jule Neigel?’ Blöd auch. Das wusste ich ja. Jule Neigel hatte beim Konzert Angst, dass man von den Emporenplätzen zu weit in ihren Ausschnitt reinsieht. Man sah zu weit rein;-)
Ich hätte ihr anbieten können, Beweisfotos aus den entsprechenden Sitzreihen zu schicken und mich als Non-Profit-Hobby-Konzertfotografin anbieten. Schließlich habe ich nicht wild im Konzertsaal rumgeblitzt wie andere Fans. Und – im Gegensatz zur letzten Konzertfotoaktion bei einem klassichen Konzert – dieses Mal keiner Komponistin mit der lauten Spiegelreflexmechanik meiner Kamera die feinen Tönen des musikalischen Werks zunichte gemacht 😉

Feuerzangenbowle

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Ludwigshafen. Weihnachtsmarkt 2006. Warum auch nicht mal nach LU zur alljährlichen, pseudo-besinnlichen Freiluft-Massengastronomie. Glühwein gibt’s überall – die Erwartungshaltung ‘Suche selbstgebasteltes,schadstofffreies Holzspielzeug – Rohstoff aus ökologisch-kontrolliertem deutschen Mischwald’ bestand nicht.

Etwaige schöne Seiten Ludwigshafen wollen von mir noch entdeckt werden, das diesjährige Glühwein-Bratwurst-Käthe-Wolfahrt-Ereignis der beiden anderen Rhein-Neckar-Delta-Städte war schon erprobt. Also – Ludwigshafen -Entdecke die Möglichkeiten.

Und wieder – nichts für die Weihnachtsmarkt-Städte-Tassensammlung. Solange kitschig bemaltes 50-Cent-Keramik mit würzigem Alkoholgemisch Hände und Körper wärmt, steht man auch gerne mal neben Hartz-IV-Empfängern an Stehtischen und beobachtet die Ratten, die sich auf Ludwigshafens Betonpflaster zwischen Würstchenverkauf A und Glühweinausschank B tummeln. Verzichtet aber gerne auf die uns angebotene Glühweinstand-Kundenkarte – ’10-Glühwein-und-einen-umsonst’.

Es gibt Feuerzangenbowle. Wir wagen es. Feuerzangenbowle-Tasse mit Punsch +++ Würfelzucker +++ 58%igen Rum drüber +++ anzünden +++ Die Verkäuferin meinte es gut mit uns: Noch ein paar Schuss Rum extra für die U-Ein-Meter-Vierundsechzigs…‘sonst brennt des net’…ihr Kommentar dazu.
Mit den brennenden Tassen auf dem Tablett landen wir am Stehtisch von Hans. Hans nennt uns prompt zwei harte Feger bei Sichtung des brennenden Tasseninhalts. Hans ist Schwabe. Sagt er. Diese Tatsache entlockt ihm mehr Details (die wir nicht wirklich wissen wollten) und mir meinen schwäbischen Dialekt. Er redet irgendwas, aber kein schwäbisch. In der Palz sei er Pälzer. Das läge an seiner Frau, mit der er seit 10 Jahren verheiratet sei. Hans hat einen Kumpel. Hans’ Kumpel kann seine Glühweintasse nicht mehr richtig halten. Die Suppe landet zum Teil auf uns. Wir müssen weg. Hans’ Kumpel läuft hinterher. Ihm war das peinlich. Entschuldigt sich. Anständige Leute. Wirklich.

Die Emma und ich

company talk

Wollte gestern meinem gerade nicht anwesenden Kollegen nur eine ungerechtfertigte Konzertkritik auf den Schreibtisch legen.

Fragt mich sein Zimmergenosse:
“Wie – hat die Emma ein neues Format bekommen?”
-“Das ist ein Artikel aus einer Lokalzeitung…”
entgegne ich etwas verwundert, wie Benno* denn auf die Idee kommen könnte, dass ich meinem Spanisch-Blut-Charmeur- Kollegen (wirkt immer wie frisch aus der Gentleman-Schule) mit einem Faible für Frauenwitze (die ich selbst witzig finde) eine Ausgabe der Emma auf den Schreibtisch lege.

In meinem feministisch eher unengagierten Frauenleben habe ich gerade mal zwei Ausgaben der Emma gekauft und z.T. gelesen.

Die erste Ausgabe 1996 aus Neugier, was man als junge Erwachsene (bevor es die NEON gab) nach der Bravo so lesen könnte (hoffte vielleicht auf die feministische Foto-Love-Story von und mit Alice Schwarzer).

Die zweite Emma Ausgabe schaffte ich mir im Rahmen einer Vergleichsstudie im Herbst 2005 ein. Für ein Abonnement konnte ich mich also nicht wirklich entscheiden.
In der Emma werden weder kostenlose Musik-CDs angeboten, noch Rennräder, (speziell für Frauen), getestet. Zumal sich die Emma fast so leicht wie eine Sozialpädagogik Magisterarbeit liest. Mp3-Player und Digitalkameratests in Männerzeitschriften wie der Maxim sind dagegen niveaulos einfach. Wozu also?

Und doch, meint Benno, sei ich doch als DIE Emma-Leserin im ganzen Büroflur berüchtigt. Sowas…

* Name von d. Redaktion geändert

Nett kacken…

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Gut zu wissen – in Tübingen gibt es Örtchen, die freundlich auf ihre kostenlose Existenz hinweisen.

Nette Toilette in Tübingen

Somit verbessert Tübingen nicht nur seine Notdürftigkeits-Infrastruktur für Schwaben aus dem Umland, die bisher aus Panik, sie müssten mal und es kostet Geld, der Stadt ferngeblieben sind, sondern macht die Stadt auch für nicht schwäbelnde Touristen attraktiver, die bisher auf McDonalds ausweichen oder die Bäume der Plantanenallee düngen mussten. Genial!

Rauchverbot Light

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Der neue Herr-schmeiß-Hirn-runter-Gesetzentwurf, erlaube ich mir mal den neuesten Arbeitsnachweis der Bundesregierung zu nennen.
Rauchverbot-Light klingt für mich nach genauso sinnvoll wie ‘Light’ Zigaretten zu rauchen, weil die ja weniger schädlich sind. Gestern erfuhr ich im SWR3 Topthema, dass nun der Vorschlag gemacht wurde, in Restaurants ein Rauchverbot einzuführen, in Kneipen, Bars, Discotheken aber weiterhin gequalmt werden darf.

Tolle Idee, Vater Staat! Wow – Deutschland fällt doch immer ein Workaround ein, der Tabakindustrie nicht ganz so in den Rücken zu fallen und weiterhin Steuergelder zu kassieren (die bei anderen Maßnahmen aber sicherlich über die Ersparnisse im Gesundheitswesen wieder reinkämen…).

Ich wache gerade auf – mit einem höllisch brennenden Hals, brennenden Augen, krächzender Stimme und stinkenden Haaren (von der Kleidung ganz zu schweigen), und dem Gedanken, ob mein Asthmaspray vielleicht dagegen hilft – nach dem gestrigen etwa sechsstündigen Aufenthalt in zwei sogenannten Café / Bars, wobei wir im einen abend“gegessen” und im anderen noch etwas getrunken haben. Beidesmal passivrauchend, wobei letztere Lokation leider noch verrauchter als erstere war.

Klar, wir sind selbst schuld. Man kann bei 7 Grad Wärme auch in so Trend-Cafés draußen sitzen, die Heizstrahler aufgebaut haben, wenn’s einem drin zu verraucht ist. Warum sollen die Raucher draußen stehen, wenn auch die Nichtraucher draußen sitzen können?
Außerdem stellt sich mir schlichtweg die Frage nach dem Kriterium, unter dem ein/e Café / Bar mit ausgezeichnetem Essen ein Restaurant ist (und Rauchverbot herrscht), und wann eine Kneipe/Bar/Disco, in der geraucht werden darf. Zusätzlich käme noch die Sache dazu, dass man in Restaurants vielleicht zwei Stunden zum Essen verbringt, in Clubs aber gut und gerne mal fünf, und dort – tanzt man denn – einen wesentlich höheren Sauerstoffbedarf hat. Auch glücklicherweise ein Argument einer Drogenbeauftragten der Regierung. So kann man also noch hoffen, dass sich unser so fortschrittliches Deutschland vielleicht doch endlich mal an einen der sinnvollen europäischen Standards anpasst, und man das Nachtleben auch endlich ohne lästige Nachwirkungen genießen kann.

Traumrennrad

Velo

In letzter Zeit fällt mir nie wirklich was ein, was ich bloggen könnte. Dabei lagen die Themen doch so nahe, die mich beschäftigen und beschäftigt haben.
Ein Thema, die Digitalkamera für Hosen- und Fahrradtrikottasche, hat sich mittlerweile durch deren Lieferung erübrigt. Daher ist das Verfolgen des immer wechselnden Amazon-Kurses der Fujifilm Finepix F30 nicht mehr aktuell. Interessant waren aber dennoch die Preisunterschiede einer durchschnittlich 350 EUR teuren Digitalkamera bei den Händlern: 269 EUR (Kaufpreis), 380 EUR (2-Mann-Fotoladen), 430 EUR nach Anfrage eines Kollegen beim ‘Wir-sind-doch-nicht-blöd’ Markt.

Ein Thema besteht jedoch weiterhin. Das Thema des Traumrennrads für die kleine Frau von heute. Es soll

  • in erster Linie schön aussehen. Aber nicht zu ladylike mit komischen Blumenbemalungen oder gar rosa Lackierung.
  • unter 8kg wiegen
  • aufgrund vermutlich unbegründeter Ängste nicht durchweg aus Carbon sein.
  • Rahmenhöhe um die 48cm haben
  • einen leichten Gang für die Bewältung von 20% Steigungen, aber auch einen schwereren Gang für bequeme Windschattenfahrten haben und trotzdem angebermäßig aussehen durch Verzicht auf die 3-fach Kurbel.
  • ein ergonomischer Lenker, wie der Ritchey Biomax II in Breite 38cm angebracht sein
  • Schalthebel für kleine Frauenhände besitzen, die laut netter Auskunft eines Kollegen Shimano ST R-700 heißen
  • und natürlich nicht die Welt kosten…

Gefunden habe ich dieses Rad. Rotwild RSR 1.0. Ob ich den Händler gefunden habe, der für alle meine Wünsche die Lösung hat, wird sich noch zeigen.

Kultur!

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Mein Kollege wettet mit uns kulturbanausigen Softwareentwicklern um ein Glas Wein, dass uns das Konzert seines Ensembles gefallen wird! Also – hingehen!
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Doppel-Komponistenportrait und Gesprächskonzert
BABETTE KOBLENZ und HANS-CHRISTIAN VON DADELSEN

JANUS-ENSEMBLE, Karlsruhe
CHRISTINA ASCHER, Alt
ERNST HELMUTH FLAMMER, Dirigent

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26. OKTOBER, 20.00 UHR, BIBERACH a.d.Riss, Pestalozzihaus der Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstr.
27. OKTOBER, 20.15 UHR, TÜBINGEN, Pfleghofsaal, Schulberg 2
28. OKTOBER, 20.00 UHR, STUTTGART
29. OKTOBER, 18.00 UHR, HEILBRONN, Städtische Museen, Deutschhofstraße 6

Auf dem Programm steht Musik von Babette Koblenz und Hans-Christian von Dadelsen, das sind zeitgenössische Vertreter der Minimal-Music-Strömung.

Es handelt sich um ein moderiertes Gesprächskonzert, die beiden Komponisten werden in einem Podiums-Gespräch über ihre Ästhetik und Konzepte Auskunft geben.

Im Einzelnen werden zwei Kammerkompositionen in Sextett-Besetzung, ein Duo für Violine und Klavier und Duo für Gesang und Klavier dargeboten.

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Karten jeweils an der Abendkasse

Wohnungsmarkt Tübingen 2006

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Kleines Studentenzimmer
Ende Wilhelmstr. Rg. Lustnau,
ca. 5 qm, Schrank im Flug,
Gem.-Küche und -Duschbad, 158,-EUR
warm. Gegen Aufpreis möbliert.
Provisionsfrei, Tel. xxxxx

Spitzenangebot! Welch Glück wir damals im Stuttgarter Wohnheim hatten: 180 EUR für möblierte 12-15 Quadratmeter, Putzmittel und Klopapier inklusive,mitten auf dem Campus.

Und oh wie schön ist Heidelberg! 10 EUR pro Quadratmeter, fast Neckarblick, 2min. zum Bahnhof, 2 min. zum Freibad, 2 min. zum Neckar. 30s zur Tanke und Dönerbude. Wenn auch mal eine Woche das Warmwasser fehlt oder beim Einzug die mit Liebe hochgezogenen Ikea-Zimmerpflanzen von der Straße weggeklaut werden…

Nette Kollegen…

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Kollege A kommt in mein Büro, um mir die neueste ‘ct vorbei zubringen: da, Schatzi.
Treffe kurz daraufhin Kollege B in Feierabendaufbruchstimmung vor seinem Büro und
frage um 17 Uhr wie gewöhnlich nach ‘Na, halben Tag Urlaub eingereicht?’, während
er fast gleichzeitig ein ‘He, Schnucki’ erwidert. Schließlich begegnet mir auf meinem Weg, ein Tässchen Tee zu organisieren, mein langer Lulatsch-Kollege C mit seiner Standardanrede Na, Schlumpf …? (ich nenne ihn dann Gargamel), woraufhin ich ihm dann den lustigen Zufall mit den Schatzis, Schnuckis und Schlümpfen erkläre. Fängt alles mit ‘sch’ an – sein Kommentar. Zuhause nennt man mich Schbatzerl.