Ich bin eine Dreckschleuder. Da brauch ich nicht mit 3000 Rennradkilometer letztes Jahr kommen, wenn ich munter fröhlich mit dem Gelbe-Umweltplaketten-Firmendiesel rumfahre und dieses Jahr nach zwei flugfreien Jahren so richtig was in die Atmo rausblase. Darauf wies mich gestern ein Online-Reiseservice hin, nachdem dieser ein Flugticketgeschäft nach Übersee mit mir gemacht hatte.
Mit meinen beiden Langstreckenflügen sorge ich laut atmosfair für eine Emission von 10980 kg CO2. Und sollte 256EUR in ein Klimaschutzprojekt spenden. Doch besser daheim bleiben. Mehr fahrradfahren. Und Autoabgase einatmen.
plapperlaplapp
Mein Freund der Mond
plapperlaplappOstern ist dieses Jahr ja recht früh. Mitten im März.
“So früh, wie schon seit 1913 nicht mehr. Und wird erst im Jahr 2160 wieder so früh sein.”
Erklärte mir heute mein faktenfaszinierter Herr Papa ausführlichst. Das muss also richtig gefeiert werden, dieses Ostern. Ist was Besonderes. Werden wir Lebendigen von heute nie wieder so früh erleben.
“Im übrigen fällt dadurch Himmelfahrt auf den ersten Mai”, erzählt der gute Mann [=Rentner] so beiläufig.
WAAAAS!!!?? Einen Feiertag weniger im Mai!!????
Die haben ja wohl den Arsch offen, die vom Kalender!
würde mein Kollege diese Tatsache bezeichnen. Da muss ich im Mai ja richtig viele Urlaubstage opfern, wenn ich nicht arbeiten will… Blöd.
Ostern fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling,
die-vom-Kalender ist also der Mond. Der Mond, meiner alter Freund, wie oft habe ich ihn in meiner kindlichen Neugier mit dem Fernglas beobachtet. Seine Krater gesehen, oder mir eingebildet sie zu sehen. Damals… Lieblingslied The Final Countdown, Traumjob Astronautin. Aber nur bei Vollmond da hoch, sonst könnte man ja von der Sichel rutschen. Und jetzt, Traumjob Programmiererin, macht mir der Arsch einen Urlaubstag im Mai streitig. Ist das der Dank!? Aber nicht nur ich bin angepisst vom Mond und dem frühen Ostern. Auch die Karnevalisten können ein paar Wochen weniger feiern. Würde heißen, die gleiche Menge Alkohol in kürzerer Zeit runterzukippen, oder einfach weniger doofe Tä-tää,Tä-tää,Tä-tää Witze machen.
O Tannebaum geht spazieren
plapperlaplappStrandflucht nach Dänemark. Bewusster Verzicht auf O Tannebaum und so.

Vergeblich.
War schön sonst.
Schön, nur Deutsche im Urlaub zu treffen.
Schön, wenn die im Supermarkt alle deutsch reden.
Schön, wenn man sich abends Gedanken darüber machen kann, wieviele der Fünf-Sekunden-Leuchtturmphasen es dauert, bis mein Ahoi-Brausebonbon auf der Zunge zergangen ist.
Schön, dem Herr Nielsen sein maritim überdekoriertes Ferienhaus, wo Holzsegelschiffchen durch die Wohnung fliegen, sobald ein Fenster aufgeht.
“Gutes Wetter sollte normal im Miete einschliesslich sein – wenn aber trotsdem Herr Petrus wass anderes will – ja dann können Sie einen Ausflug in den schönen Umgebung machen”.
In den schönen Umgebung haben wir Hot Dog und Cheeseburger gegessen. Steine gesammelt und Schaum fotografiert.
Während der langen, genüsslichen Rumlümmelphasen in dem von mir sofort eingenommenem Chefsessel blieb Zeit für zehn Folgen des Chinesisch-für-Anfänger-Podcasts und das Malen der Zeichen für Toilette, Damen, Herren.
Die Feuerzangenbowle war so gut, dass mich neuerdings sogar Geschichte interessiert. Dschinghis Khan passt ganz gut zu chinesischer Dynastie-Erzählungen, und Mao Zedong muss wohl ein Arsch gewesen sein.
Vier Tage lang habe ich geglaubt, ich wäre im Zeichen der Schlange geboren – (“Charmant, doch besitzergreifend und selbstsüchtig;zurückgezogen und geheimnisvoll;skuriller Humor, mysteriös und wissbegierig, aber auch skrupellos; liebt die schönen Dinge des Lebens; ebenso besinnlich wie abergläubisch.”) In meinem großen Stolz kam dann die Ernüchterung: ich bin ein Drache: stark, gebieterisch, führungsstark, beliebt, athletisch, galant und idealistisch, doch nicht immer konsequent, neigt zum Glauben an die Gleichheit.
wehwehchen Tag
plapperlaplappWar jetzt dann lange genug Dreißig.
Meine Beißerchen bekamen heute Füllung Nummer Elf. Die Hepatitis-Impfung nach der Zahnfleischbetäubung scheine ich alles andere als gut zu vertragen. Und beim dritten Arztbesuch heute wird mir Naftidrofuryloxalat verschrieben.
Zur Behandlung der Symptome einer Hirnleistungsstörung im Alter bei moderater seniler Demenz.
Danke! Das war eigentlich gegen den Hörsturz. (Sagt man dann).
Glühwein
plapperlaplappEs hat wieder begonnen, das Oh du Fröhliche…, die ersten knallbunten Lichterketten in den Fenstern, die an Häusern herabhängenden Plastikweihnachtsmänner, die gestresste Menschenmasse in den Fußgängerzonen, die nur deswegen so fröhlich erklingen, weil sie ein paar Tassen Glühwein intus haben.
Es ist nicht so, dass ich keinen Glühwein mag. Im Gegenteil. Und wenn ich an die Feuerzangenbowle letztes Jahr denke, wird mir ganz warm ums Herz.
Aber Glühwein-Fertiggesöff für achtzig Cent kann ja keinen guten Rotwein enthalten. greenyoghurt gourmet macht sowas selbst. Ist ja prinzipiell nicht so, dass der Aldi-Dornfelder-Rotwein schlecht ist. Es ist allerdings auch nicht so, dass mir Fertigglühwein jemals nicht bekam.
Jedenfalls aber habe ich neben meiner letztjährigen Glögg-Gewürz-Selbstgemacht Aktion noch den Ursprung dieser Idee, eine Tüte Glögggewürz aus Schweden (muss wohl von 2005 gewesen sein) in meiner Gewürzkiste entdeckt, Und das sollte aufgebraucht werden. OK, da war vielleicht ein Grünschimmer an der Pomeranzschale. Aber – Alkohol tötet – Pomeranz-Ignoranz. So! Runter damit. Wärmt. Machte nach einer halben Tasse schon richtig gesprächig. Nach der ganzen wusste ich, es reicht. Eine Stunde später verließ mich irgendwie so langsam mein Gleichgewichtssinn, und die Erlösung nahte… das tolle Essen kanns doch nicht gewesen sein… das sich nun doch flugs seinen Weg der Verdauung in die gekommene Richtung bahnte.
Je voudrais
francais, plapperlaplapp, TEXTFranzösischkurs … wer macht schon einen Französischkurs. Außer meiner Schwester 😉
Ich will mehr Spass haben, um aus meinem fünfjährigen und seit dreizehn Jahren kontinuierlich degradierten Schulkenntnissen mehr herauszuholen als in Paris mit perfekt aus dem Hals gerolltem “R” ein Bonjour, huit Croissants, s’il vous plait, Merci, Au Revoir zur Sprache bringen zu können.
Und nicht mit anderen, Savoir-Vivres und ‘wir lieben Bordeaux-Wein, nouvelle cuisine ete-pe-te-te Volkshochschülern abends in einem Klassenzimmer eines linguistisch orientierten Gymnasiums gähnend unprickelnde Konversation über die Dauerausstellung im Louvre unter Berücksichtigung grammatikalischer Tücken zu betreiben und eigentlich nur dort zu sein, um mal wieder eine Schule betreten zu dürfen ohne an einem Elternabend teilzuhaben.
Ich will Spass haben. Und bestelle also ein Buch, das die Amazon-User mit fünf Sternen gewertet haben und den interessant klingenden Titel ‘Je voudrais que quelqun m’attend quelque part’ trägt. Erkenne beim Überfliegen des Klappentextes ein Dutzend bekannter Vokabeln und gelange beim Nachschlagen des Titels des ersten Kapitels bereits an die Grenzen meines wichtigtuerisch im Elsaß gekauften ‘Pratique allemand’ – Dictionaire
francais-allemand, allemand-francais. (Pons ist langweilig). Aber was um alles in der Welt sind auch Petites Pratiques Germanopratines? Deutsche Pralinen… vielleicht? Immerhin weiß ich jetzt, dass eine Kornblume eine bluette ist, kann also beruhigt auf Seite 2 mit einem Halbverständnis umblättern, finde aber momentan hebräisch lernen mit israelischen Kollegen viel spannender (Boker Tov), und sollte mir eher langsam Gedanken darüber machen, wie das Zeichen für vegetarisches Essen, Damenklo und Hotel auf chinesisch aussieht…
Cranberries mit Haaren
plapperlaplappEigentlich wollte ich hier und jetzt folgendes bloggen:
I was at Dolores O’Riordans concert. And all I got is this lousy pick.
Aber nicht einmal das habe ich bekommen! Keines, der vielen mit dem Namen der Cranberries-Sängerin – die doch mit mittellangen Haaren, also direkt einer Frisur, viel besser aussieht als zu Zombie-Zeiten – beschrifteten Plektrons, die in die Menge geworfen wurden.
Spitzenidee dann von mir, nach dem Konzert gegen den Strom nach vorne zu laufen, auf andere drauf, weil die genau die gleiche dämliche Aktion unternahmen wie ich: den Fußboden nach kleinen Plastikplättchen abzusuchen.
Das erinnerte mich irgendwie an unseren London-Urlaub, in jenem Sommer 1997, als ganz England weinte und ich nichts besseres zu tun hatte, als mich mit Haasi zu verkrachen: wegen meines Drangs, ein Musikgeschäft zum Erwerb eines Plektrums mit einer den Aufenthalt in dieser Stadt erkennbaren Aufschrift zu finden. Sie weigerte sich mitzukommen, wo ich doch den halben Tag schon geduldig die Besichtigung und Anprobe adliger englischer Jagdmode ertragen hatte. Ich habe kein Londoner Plektrum erworben. Und Londoner Musikgeschäfte sind seither tabu.
Im übrigen war das Konzert irgendwie gar nicht rührend. Die Cranberries-Jungs mit ihren Pilzfrisuren hätte ich aber bei weitem cooler gefunden, als diese ungepflegten Hardrocker im Achtziger-Langhaar-Look.
Ja, herrliche Krawallmucke, klare Stimme, schönes Kleid, italienische Fans. Die Gitarren ein wenig übersteuert (werd wohl langsam alt), auch mal falsch gespielt, die Pause vor der Zugabe eher als notwendigen Gitarrenstimmservice wahrgenommen, und das letzte angekündigte Lied war auch unverhofft das letzte Lied. Seltsam, irgendwie.
Viel sympathischer war da doch die Frau Rainbirds, die spielte, was wir wollten, solange wir wollten. Und sich zweimal vorm Publikum verbeugt, sich bedankt, und lacht, und lustig ist.
entfesselter phosphor des abends
plapperlaplappnoch immer sage ich die gleichen worte
noch immer fasse ich nichts kann ich nicht halten
was so unsäglich vorüberzieht
Kulturbanausin war zum dritten Mal innerhalb vier Tagen auf einem Konzert. Beim Konzert meines lieben Compañero de Trabajo. Ich geh gern dahin. Weil, so die Aussage meines Begleiters, man sich danach selbst auf die Schultern klopfen kann, dass man bei so einem Konzert war. Neue Musik. Nicht so Mozart-Beethoven-Trallala, sondern richtige neue krasse E-Musik. Gespielt von richtig netten jungen Talenten, die man wegen ihrer Professionalität bewundert, und deshalb klatscht. Und nicht, weil man sich gerade so richtig hat entspannen können… bei DEN Klängen, Geräuschen, und der immer wieder aufkommenden Freude, wenn man gerade für drei, vier Töne eine Melodie hat erkennen können.
ich senke ich hebe
die stimme winke mit beiden händen wie wild
während rings in dünsten von flammen geht aller
entfesselter phosphor des abends und manchmal
lautlose grelle ungeheuer stehn in mir auf
in meinem tiefsten ICH … die Ungeheuer erweckt … bei dem Stück Schwarze Stille. Es war alles andere als Stille. Und Meditationsmusik ist nicht zu verwechseln mit musikalischer Meditation, die dieses Stück angeblich war…“musikalische Meditation über die Frage nach dem Verhältnis von innen und außen, der Frage des philosophischen Verhältnisses zwischen der Gehör- und Sprachlosigkeit eines Partiturbildes und seiner klanglichen Realisierung.
Der Komponist von heute ist ständig auf der Suche, Partiturbilder für emotionale, geistige und soziale Vorgäng zu entwerfen.
Diese Arbeitsweise im Sinne einer permanenten Grenzausdehnung macht ihn deshalb zum potenziellen Aggressor gegen all diejenigen, die genau dieses
Durchbrechen aus gesellschaftlichen Opportunitätserwägungen um jeden Preis verhindern wollen.
ich suche den sommer in der dunklen diktion
meiner worte und heiß fällt der abend
herab
von blutigen horizonten
fällt abend und läuft mir davon
[ aus einem Gedicht von Wolfgang Hilbig ]
Auf dem Heimweg gönnte ich mir dann doch wieder was leichtes. Gesprochene Popmusik. Mit lustigen, romantischen Texten. Ja!
Diese Stücke sind ganz sicher künstlerische Hochleistungen. Analogien zu Hurz rein zufällig…
Wunschkonzert
plapperlaplapp
Endlich! Mein langersehnter erster Besuch eines Rainbirds Konzerts.
Katharina Franck solo und live im Heidelberger Kulturfenster, dieser kuschelig kleinen Lokation.
Gesungene und gesprochene Popsongs, über geliebtes Holz… so eindringlich und authentisch aufgeführt… begleitet von einem den Rainbirds-3000-live Sound perfektionierenden Gitarristen, der selbst bei dem spontanen Sea-of-Time Publikumswunsch (…ja, auch in allen 24 Teilstücken…) keine Zweifel an seiner Kompetenz ließ. Schmacht!
Deutsch für Angefangenen
plapperlaplappBei Ebay was nach Italien verkauft. Bankverbindung geschickt. Die Antwort:
HALLO
HEUTE NAHM ICH VOR DAS ICH ENTSUMPFE, DU HAST FRÜH GELD
<EBAYUSER> GRÜßT
Ein JuHeiSassa auf Online-Übersetzungsprogramme! Witzfaktor: 100
Louis XIV.
plapperlaplappWir waren bei Louis. Im XIV.Arrondissement, Paris. C’était très jolie. Là.
Les impressions …





Jever, Jägermeister und die Franzosen
plapperlaplappLes garcons et moi va à Paris. Aujourd’hui. Und der Glückliche, dort zu Besuchende (ein Franzose), wünscht sich als Präsent aus Deutschland Jever und Jägermeister.
Meine Französisch-Kompetenz hat in den letzten Jahren massiv nachgelassen, doch ich bin lernwillig und möchte das Französisch aus dem wahren Leben lernen.
Und frage also: Was heißt eigentlich Säufer auf Französisch?
La réponse: les Francais. Franzosen.
Was vergessen…
plapperlaplappGestern abend beim Schlafanzug-Anziehen.
Werde gefragt, was ich denn da für zwei Böbbels auf der Brust habe. Bitte? Mir war schon klar, dass ich da so zwei Böbbels auf der Brust habe. Schon immer.

Nur nicht solche 😉
Betüddelt
plapperlaplappDiagnose: Coloskopie in Narkose.
Zudröhn-Gedönz: Propofol und Ultiva
Vorsätze:
. Nein, ich bin kein Angsthase (sag aber genau das zu dem netten Anästesisten).
. merke mir genau, was ich sage, wenn ich wieder aufwache (könnte ja bloggbar sein).
. bitte die Ärzte, mir zu sagen, was ich fürn Scheiß erzähle, falls ich während der Narkose Scheiß erzähle.
Souvenir:
12:11 Uhr – begrüße meinen Internisten mit Handschlag. Beteure dem netten Anästesisten, dass ich noch nichts merke. Oder ja… doch…
12:12 Uhr – war heute nicht.
wiedererwacht – muss wohl irgendwas Belangsloses gesagt haben. So in der Art, wo bin ich, wo gehen wir hin und überhaupt, was kann ich für eure Welt. Nein, ich weiß es nicht mehr. Habe wohl meine Hose angezogen. Könnte allerdings auch sein, dass das in der anästesistischen Nachbetreuung für 34,97EUR inbegriffen war.
12:44 Uhr – Ruheraum. Hach, bin ich betüddelt. Wusste nicht, ob die Dottores wirklich meinen Darm gespiegelt hatten oder nicht. Ein Gefühl, besser als jenes, das man nach einem Wildmannli-Cafi im Wildmannli , bestehend aus bisschen Café, viel Pflümli(Pflaumenschnaps) und viel Grand Marnier verspürt.
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