Savoir conduire – savoir vivre

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Eindrücke eines Skiurlaubs in Val Thorens. Ich wollte ja nach Frankreich. Weil da sind ja nette Franzosen. Dachte ich. Dachten wir. Mit Holländern geliftet. Wieder mit Holländern geliftet. Ach, Engländer! Mal was anderes. Oh là là, am vierten Tag hörte ich auch mal französisch.
Après-Ski-Bar No.1: Marco-van-Basten-Verschnitt gibt uns Bier, Frau-Antje-bringt-Käse-aus-Holland läuft mit Kurzen, nur 1 Euro, durchs vollgestopfte Lokal. 99% Holländer, 1 % wir. Der DJ war das schlechteste, was ich je erlebt habe. Konnte nur Refrains spielen, und die nicht mal ganz. Was sollen wir trinken auf holländisch. Irgendwann bekam ich in dem verrauchten Kabuff keine Luft mehr und bin zur Ferienwohnung gelaufen. Kollege, dem schlecht war, erzählte von anderen Deutschen, die aus der Après-Ski-Bar kamen und van Nistelrooy ist schwul vor sich hin trällerten. Holländer waren ja keine mehr auf der Straße 😉 Und Gay-Club-Amsterdam hätte sich vielleicht auch noch gefreut.
Das betitelnd genannte Motto auf französische Autobahnen ist auch auf die Wintersportgerätsautobahnen in den trois vallées übertragbar. Nie so viele Bahren auf der Piste gesehen. 20% Verletzte bei uns. Skifahren ist gefährlich. Beim nächsten Sonderangebot kauf ich nen Helm. Ist eigentlich auch absurd, beim Radfahren einen aufzuziehen und beim Skifahren nicht.
interdit d'uriner
Ganz schlimm auch, wenn die Leute sich in der Holländerbar vollaufen lassen oder auf der Piste kiffen. Wundern über Unfälle braucht man sich dann auch nicht mehr.

Sternsinger

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Schon peinlich ist das. Da stehen die Sternsinger vor der Tür, singen dir was vor, sagen aufgeregt ihre Verse auf, bitten dann um eine Spende, und ich finde meinen Geldbeutel nicht 😦 Also die Sternsinger vor der Tür stehengelassen, voller Hektik an allen möglichen Orten nach meinem Geldbeutel gesucht, und musste sie schließlich mit der Frage Kann man euch was überweisen? und der Trostspende, einer Tafel Schokolade, dunkle Vollnuß, was kleine Kinder bestimmt nicht mögen, wieder wegschicken. Vielleicht sollte ich darüber nachdenken, meinen Geldbeutel bei der Schokolade zu lagern. Und hoffen, dass in der Süßigkeitenschublade nicht wieder einen Mottenlarven-Epidemie ausbricht und die Viecher schließlich auch noch aus meinem Geldbeutel rauskriechen.
Als die Sternsinger schon über alle Berge waren und nachrennen somit zwecklos, habe ich den Geldbeutel letztendlich gefunden – an einer Stelle, wo ich vorher eigentlich gesucht hatte…
Zufall? Kennt der Papst meine Meinung über ihn und hat mir durch meine Geldbeutelsuche aus höheren Rängen mitteilen lassen, dass er in diesem hoffnungslosen Fall getrost auf die Spende verzichten kann?

Die-Zwischen-den-Feiertagen-Erkältung

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Ist ja nicht so, dass mir das nicht schon einmal passiert wäre – mit der
Zwischen-den-Feiertagen-Erkältung.
Warum denn nach Weihnachten Urlaub nehmen, wenn man auch
arbeiten könnte. In Ruhe arbeiten. Kaum jemand im Büro. Man
kommt endlich mal zu etwas. Dachte ich letztes Jahr auch schon.
Nach zwei Tagen mit Erkältung ins Büro geschleppt, sich noch gut gefühlt, weil der Kollege, der sonst nie krank ist, kränker war als man selbst. Den nach Hause geschickt und selbst gehofft, dass man mit dem bisschen Schnupfen auch arbeitend klarkommen kann. Schnief. Meine Schwester schickt schon SMS mit gutgemeinten Erkältungsprophylaxen: 1/4l Glühwein und 4cl Rum, das ganze heiß machen, runterkippen. Toll. der Hot Frenchman am 2.Weihnachtsfeiertag (Wein, Grand Marnier, Zitronen- und Orangensaft) konnte ja auch nichts mehr verhindern. Vielleicht heute abend heiße Milch mit Rum, Honig, Muskat? Nach drei Packungen verbrauchter Papiertaschentücher schließlich doch arbeitsunfähig auf den Heimweg gemacht. Irgendwie peinlich, erst keinen Urlaub nehmen wollen, dann stattdessen krank sein 😦 Nicht nur Kamillenaufgüsse inhalieren und Erkältungsbäder sind anstrengend, selbst bloggen ist anstrengend.
Die ganzen gutgemeinten Tees – Quelle-der-Erfrischung, Hol-dir-Kraft, Momente-des-Glücks, Heiße Liebe 😉 helfen auch nur insofern, dass der Hals gut durchspült wird.

Das ist kein Gewürz, das ist 'ne Waffe…

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Neulich erzählen meine Kollegen beim Mittagessen von der schärfsten Currywurst der Welt. Muss wohl wieder ein interessanter Bericht im Fernsehen gelaufen sein.
Klang irgendwie danach, als müsste man da auch mal hin, um sich davon zu überzeugen, dass man ein Weichei ist. Snackpoint – best worscht in town Currywurst, die 200 mal schärfer als Tabasco ist… heißt’s in einem anderen Bericht. Auch ganz interessant – die Scoville Schärfe Skala

Sammeln…

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… hat mein neuer Bürogenosse richtig erkannt, tu ich gerne. Was ich nicht zuhause irgendwo als Staubfänger aufstellen will, bleibt im Büro:
-ein Lavastein beispielsweise, aufgesammelt vor der Blauen Lagune in Island, obwohl die Reiseleiterin verboten hatte, sowas aufzusammeln (das soll man dann im Souvenirshop kaufen).
-eine Postkarte mit der Öresundbrücke, damit ich immer daran erinnert werde, wo ich nächstes Jahr wieder wie seit Jahrzehnten meinen Urlaub verbringe oder nicht verbringe.
Scheinbar sammle ich neuestens auch Strafzettel für falsches Parken. Erst der von so einem Hilfssheriff aus der Nachbarschaft, jetzt auch noch wegen 8 (in Worten acht) Minuten bis 19 Uhr zuwenig bezahlt in Mannheim. Aber wahrscheinlich ist die Strafzettelgebühr in Mannheim so teuer wie legales Parken im Altstadtparkhaus in Heidelberg, diese Abzocker. 5 EURO für ein paar läppische Stunden mitten in der Nacht!

Aus dem Sammeln folgt das Chaos…
… das Chaos in meinem Leben. Obwohl man unmaterielle Dinge nicht sammeln kann. Wär ja auch praktisch, dann könnte man ja die Scheiße, die so passiert, einfach wegschmeißen, und die tollen Ereignisse im Büro zur Offenlegung der Privatsphäre auf dem Schreibtisch horten. Schließen könnte man daraus dann, je größer der Saustall auf des Kollegen Schreibtisch, desto glücklicher ist dieser.

das jetzt nur mal so, damit mal wieder was geplappert ist hier… hat genausoviel Aussage, wie die Tatsache, dass ich jetzt, am zweiten Advent, mal wieder die ultimative Lichterkette auf dem Balkon ausbreitet habe, irgendwie so’n bisschen provisorisch ums Geländer und den halb toten Buchsbaum gewickelt, sieht bisschen chaotisch aus, wo doch die Hälfte der Lämpchen nicht mehr tut. Somit sieht man schon der Lichterkette an, was in der Wohnung für Leute wohnen. Das müssen ja nebenan auch tolle Leute sein, mit der knallblauen Kitschlichterkette.

Der Sperrmüll Blog

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Was die Leute nicht alles wegwerfen…
Nicht dass ich mir jetzt unbedingt einen neuen CD-Ständer hätte kaufen wollen, auch einen Kerzenständer im Israeli-Stil brauche ich jetzt nicht wirklich. Wenn ich an das Chaos auf dem Dachboden nur denke…
Bei uns gibt es ja keinen offiziellen “Heute ist Sperrmüll”-Tag, den muss man extra beantragen und bestimmt viel Geld für bezahlen. Aber bei meinem Kollegen im Dorf, wie er vor wenigen Jahren erzählte, da gibts sowas. Und jeden Abend vor dem großen Tag, fahren dort die verratzten polnischen Lieferwagen durch die Wohngebiete und nehmen alles mit, was nicht niet und nagelfest ist. Meinem Kollegen haben sie den Sperrmüll sogar schon persönlich aus der Garage getragen. Erzählte er.
Heute nacht – wir sind eigentlich nur nochmal weg, und somit am Sperrmüll der Nachbarn vorbeigefahren, weil wir zum Filmfestival wollten – kam ich mir vor wie eine Ganovin in polnischem Lieferwagen. Der IKEA CD-Ständer musste nicht mal geputzt werden und ist derselbe in silber, von dem ich vor fünf Jahren bereits ein schwarzes Exemplar gekauft habe. Der Kerzenständer bedarf etwas mehr Pflege, aber so Teile stehen immer noch für teueres Geld in Möbelhäusern rum,. Den Schirmständer hätten wir jetzt nicht wirklich gebraucht – aber dann kann man ihn ja immer noch wegwerfen. Beim nächsten Sperrmüll. Für die Polen.

Draußen blitzt's

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Bei uns in der Nachbarschaft blitzt’s. Ganz komisch. Nicht so schnell wie ein Blaulicht. Aber irgendwie fast kontinuierlich. In solchen Intervallen kann niemand fotografieren. Disco ist unten auch nicht. Der Hund der Nachbarin unten, der kleiner ist als eine Katze, fängt an zu bellen, als ich den Balkon betrete. Das Blitzen kommt von unter mir. Aber ich höre auch kein Auslösen einer Kamera. Nur das Plätschern des Regens. Wirkt irgendwie bedrohlich, an diesem verdammten Scheißabend. Dieses Geplätscher, als ich die lose Platte auf dem Balkon betrete, in die wieder Wasser reingelaufen war, das Blitzen, die Orchestermusik von Chess pa Svenska. Nebenan läuft der Wasserhahn. Wie beruhigend. Das Blitzen hat aufgehört. Der kleine Kläffer bellt einem größeren Kläffer nach. Ich kann die Musik wieder anmachen. Waren das die zwei Schluck Edradour? Spinn ich denn jetzt?

Wir sind Kanzlerin…

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… titelt die aktuelle Ausgabe der EMMA. Seit langem bin ich heute einer Leidenschaft nachgegangen, die vor zwei Jahren noch meine Umsteigeaufenthalte auf den Hauptbahnhöfen Stuttgart, Frankfurt, Mannheim, Heidelberg angenehmer gestalteten: Zeitschriften kaufen. Um meinen Horizont etwas auszuweiten, begab ich mich auf Neuland. Wollte mal wissen, ob die Frau in der Gesellschaft schon Fortschritte gemacht hat und was Männer wollen. In der EMMA sucht ein sechzigjähriger Akademiker, an Büchern, Schreiben, Musik und Musizieren, sozialen Fragen und Gesprächen interessiert, eine platonische Freundin, deren Alter und Aussehen keine Rolle spielt. Der Mann von heute liest scheinbar Karl – das kulturelle Schachmagazin, wobei sich gleich die Frage aufwirft, wie man denn unkulturell Schach spielt.
Weil der kicker immer nur über überbezahlte Idioten schreibt, die in 11er-Teams einem Ball hinterherrennen und deutschlandbezogen sowieso nur die Frauen Weltfussball zu spielen scheinen, gibt es jetzt das ff magazin – das frauenfussball magazin.
Während in der EMMA der Krieg zwischen Müttern und Nicht-Müttern analysiert wird, dürfen sich MAXIM Leser eines Die-schönsten-Frauen-des-Jahres (in Bikini) Kalenders und einem 192-Seiten-Alles-was-Mann-begehrt erfreuen (Schach, Musizieren, soziale Fragen), sowie sich über David Beckhams Karrierende empören.
Und damit mir die Leute ansehen, dass ich mit diesen anrüchigen Zeitschriften lediglich eine hochwissenschaftliche Privatstudie durchführen möchte – um mein Weltbild zu prägen – habe ich mir verzweifelt noch die ZEIT|Wissen, Max (mach was, so wird das Leben spannender) und natürlich Brigitte balance (Figur-Hit: Flamenco-Workout für zu Hause) gekauft.

Ludwigshafen bei Nacht

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Holla die Waldfee wollte zu Halloween. Erst. Dann aber doch nicht mehr. Da war aber schon alles zu spät. Jeder normale Mensch hätte – nach halbstündiger Stadtrundfahrt durch most-beautiful-town Ludwigshafen irgendwo eben falsch oder weiter wech geparkt und hätt’ die Lokation gesucht. Aber irgendwie doch schon neunzehneinhalb Stunden wach, Kaffee half nur für die Suchaktion in Ludwigshafen und der Entscheidungsfindung – bin müde, will nach Hause. Nur wie? Schon zu müde, um die Prosa des alten Schweden aus der doofen Kiste noch richtig zu interpretieren, die mich schließlich die letzte halbe Stunde kreuz und quer, immer erst mal falsch (weil da wohl schon nie richtig zugehört) durch LU geleitet hat. Und Mannheim. Mannheims Privatparkhäuser, um genau zu sein. Statt Straße nach Weinheim, weg ins Nirvana. Die Biegung wäre erst nach 40m gekommen. Die Rettung: die Notausfahrt.
Soundtrack:Söhne Mannheims – Ihr wisst nicht, wo der Himmel (äh, Halloween) ist.

Der Billigflug

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Die Kauflust im Internet…
Die Idee: Infos zum neuen Eva Dahlgren Album recherchieren.
Das Resultat: Drei Online-Buchungen: Zwei Flugtickets, zwei Hotelübernachtungen, zwei Konzerttickets.
Das Absurde: Hin- und Rückflug von Pseudo-Frankfurt (Hahn-im-Hunsrück) nach Pseudo-Stockholm (Nyköping Skavsta) für zwei Personen für 59 EUR.
Angenommen, wir würden stattdessen für denselben Zeitraum eine Bahnreise von Heidelberg nach Tübingen unternehmen: 128 EUR Normalpreis, 72 EUR Sparpreis 25.
Der Unterschied
[+] In Stockholm findet man warme Winterstiefel. In Tübingen nicht.
[-] In Tübingen enthält Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt Alkohol. In Stockholm nicht.

Individuell angepasste Weckstrategien

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Strategie 1: Decke wegziehen
Lösungsweg 1: Decke wieder herziehen und weiterschlafen.

Strategie 2: Katze knabbert Füße an oder schleckt über Hände und Gesicht.
Lösungsweg 2: Katze packen und vor die Tür setzen.

Strategie 3: In der Dusche das Wasser anmachen und Decke wegziehen.
Kein Lösungsweg 3 😦 Das ist pure Wasserverschwendung und schon allein aus dem Grund komme ich wie ne Kanone aus dem Bett geschossen und renn unter die Dusche.

Strategie 4 (In Abwesenheit von Weckstrategen):
Wecker zwei Meter vom Nachttisch entfernt auf einen Teller stellen (Sinn: das unerträgliche Piepen scheppert zur Verstärkung des Weckeffekts). Zwei Minuten später klingelt der eigens von mir gestellte Wecker. Bereits aufgestanden und unter der Dusche folgt ein die Zeit des Duschens andauernder Telefonterror. Gerade gefönt und gefrühstückt piepst auch noch der Aldi-Pulsuhr-Alarm, den ich noch nicht geschafft habe, abzustellen.