Longboardende Unschuld

leibesertüchtigung, TEXT

Jetzt ist es raus! Ich wurde bei meinen täglichen Vergehen erwischt! Longboardfahren auf dem Firmenparkhausdach ist offiziell verboten. Steht in der Hausordnung. Erzählte er mir. Der mickrige Mann von der Sicherheitsfirma, der jenseits üblicher Feierabendzeiten um 19:30 im marineblauen Sicherheitsaufsichtsbehördenkleinwagen auf das oberste Deck des Parkhauses angefahren kam, gerade in dem Moment, als ich ein weiteres Video im Sonnenuntergang aufnehmen wollte. Als Mitarbeiterin des Unternehmens sollte ich das wissen, wies er mich auf meine Ordnungswidrigkeit hin. Als ich in der Firma zu arbeiten begann, gab es noch keine Longboards, also konnte ich mich diesbezüglich auch nicht mit der Hausordnung auseinandersetzen, beteuerte ich meine Unschuld.  longboarding13Und überhaupt wirbt mein Arbeitgeber sogar mit einem smarten jungen Herrn in Anzug und Longboard unterm Arm auf überall in den Gebäuden verteilten Hochglanzplakaten um Softwareberater. Der Herr sei aber bestimmt nicht in einem Parkhaus abgebildet, so der Sicherheitsfuzzi. Als Nicht-Mitarbeiterin müsste er mir für dieses Vergehen auf dem fast leeren Parkhausdeck ein Hausverbot erteilen. Ich packe mein Longboard ein und warte auf den Eintrag in meiner Personalakte. Immerhin sind seit einer Woche meine Punkte in Flensburg verfallen. Dafür gabs bestimmt drei neue in Walldorf 😉

beknackt parken

die lieben nachbarn, TEXT
Die Neckarstadt ist bekannt für anspruchsvolle Einparkmanöver am späten Abend. Es gibt Menschen, die schliessen den Stadtteil schon deshalb einer möglichen Bewohnung aus. manchmal sind das sogar Menschen mit eingebauten Einparkhilfen im Fahrzeug, deren Nutzen ich aus mir bekanntgewordenen Einparkschlamassel mit derartiger Technik ohnehin stark anzweifle. Mit drei die Parksituation noch weiter verschlechternden Wohnungsbaustellen innerhalb eines Radius von 50Metern ist die Parkplatzsuche auch nicht einfacher geworden und jeder ist darauf angewiesen, dass der Nachbar, wenn er Einfluss darauf hat, rücksichtsvoll einparkt. Zum Beispiel um in Gnade zu mir mit dem fahrenden Fahrradschuppen in vorgegaukelter BlueMotion Umweltfreundlichkeit hinter getönten Scheiben (SUW-sports utility warehouse) mit der Windangriffsfläche eines Segelboots mit 12Quadratmeter Segelfläche, mögliche Zentimeter zum Einparken offen zu lassen und stattdessen den auf die eigenen Fahrzeugmaße abgestimmten Parkraum zu nutzen.
SO nicht geschehen heute abend, 21:53 MESZ, Kobellstrooß, Monnem.
Nachdem mein 300 Meter entfernter Nachtankunftsparkplatz schon hoffnungslos überfüllt war, begab ich mich in die undenkbare Situation, dass direkt in meiner Straße mit Blick von meinem Schlafzimmer ein Parkplatz gerade frei geworden sein könnte. Es war so, eine Parklücke so groß, dass ein Sprinter ohne Korrektur vorwärts seitlich einparken hätte können, für den fahrradschuppen allemal ausreichend. Auf der benachbarten Seite ein Platz für einen Kleinwagen, oder mit einem Touran nicht Schrammenfreies Einparkmanöver, das allseits geöffnete Handbremsen so nach Pariser Manier erfordern würde. Ich befand mich 10m entfernt von dem Glückstreffer an der Kreuzung und gewährte Vorfahrt. Was dann passierte erinnerte mich an die Situation im Film ‘Grüne Tomaten’, als der liebenswürdigen Dame, die ihren Kummer gerne mit Schokoriegel kompensiert, auf dem Kaufhausparkplatz von zwei Zicken im Cabrio der Platz weggeschnappt wird: eine dreikäselange Kleinwagenknutschkugel japanischer Bauart parkt in den LKW-Parkplatz ein und ermöglicht mit ihren 2m Abstand zum Vorderen und 3m zum hinteren Fahrzeug nicht einmal einem weiteren Kleinwagen einen Parkplatz. Ich erwäge kurz die spontane Reaktion der Dame in ‘Grüne Tomaten’, aber besinne mich doch des Besseren, da dieses kleine Ärgernis doch keine 250€ Eigenbeteiligung wert wären.
Mir kommt bei der Gelegenheit des Schreibens zum Frustabbau gerade die Dalai Lama Variante zu der Situation: ich hätte anhalten können, aussteigen, der jungen Frau mein Einwinken in den für sie passenderen Parkplatz anbieten, um dann auch meinen Wagen in den größeren Parkplatz zu befördern. ich hätte einen Menschen kennengelernt und wenn dann ein anderes Kombifahrzeug rückwärts in die Einbahnstraße gefahren wäre um den Parkplatz wegzuschnappen, hätte ich wenigstens für den eine gute Tat vollbracht und Buddha würde es mir im nächsten Leben würdigen.

Stattdessen musste ich eine weitere Runde um den Block fahren, um mich letzendlich Kante an Kante zwischen ein Parkverbotschild und einen unschuldigen Kleinwagen zu plazieren, dessen Fahrer morgen früh meine Stoßstange beim Ausparken berühren wird und einen ganzen Tag bibbert, dass ihn hoffentlich keiner dabei beobachtet hat.

Von Fahrradfahrer beschimpft

die lieben nachbarn

” BOAH SCHEISSGROSSES AUTO! ” – so ein falschrum in die “Radfahrer frei” Einbahnstraße fahrender Radfahrer mir in mein offenes Autofenster reinbrüllend, während ich versuche in eine Parklücke zu fahren, die nur deshalb so klein war, weil ein SCHEISSKLEINES AUTO ziemlch dämlich geparkt hat. Zuvor habe ich mein SCHEISSGROSSES (Fahrradtransporter) AUTO neben das SCHEISSKLEINE zu 90% auf dem Gehweg geparkte Auto warnblinkend gestellt, um meinen begehbaren Kleider- und Sportequipmentschrank mit Waren meines selten eintretenden heutigen Kaufrausches auszuladen. Es war leider kein Fahrrad dabei für den Nachbarn mit dem SCHEISSHÄSSLICHEN FAHRRAD. Ich gebe zu, das Fahrrad nicht wahrgenommen zu haben, weil ich mit dem Parkmanöver beschäftigt war, aber wäre es ein schönes Fahrrad gewesen, wäre mir das garantiert aufgefallen. Meine Schlagfertigkeit läßt zu wünschen übrig, sonst hätte ich dem Neidhammel gerne eine Runde Einparken angeboten. Ich kann das. Inzwischen. Vornehmlich mit SCHEISSGROSSEN AUTOs. Im besten Einparkübungsparcours Mannheims, der Neckarstadt: dem Stadtteil wo so mancher sich nicht mal mit Parkhilfe traut hinzuziehen. Und wenn ich nicht schon den SMEDSTA Sessel (der SCHMID-Sessel), der mehr als ein Drittel meines Eigengewichts ausmacht, den nostalgischen Wasserkocher, die lila Schuhe und das verliehene Bettzeug (dankeschön @patricius – ich habe die BIBBISURR Bettwäsche seit Anschaffung nie wieder so korrekt gebügelt gesehen) ausgeladen hätte, hätte ich als Belohnung fürs ‘Einparken dürfen’ noch eine Runde Entladen und in meiner Wohnung einlagern gestiftet.