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Untenrum

Saisoneröffnung im Segelverein 2017. Mangels neuer Vereinsmitglieder oder SchiffsneuzugĂ€nge am Steg gab es dieses Jahr keine Bootstaufe. Was unsere Takelmeisterei jedoch nicht davon abhielt, trotzdem mit Sektausschank auf die Neuerungen in den Tiefen unseres Vereinsdampfers anzustoßen: die neue FĂ€kalienpumpe. Ein Wunder der Technik, wenn man die bisherige Lösung fĂŒr die Entsorgungen der Vereinsmitglieder kennen und riechen gelernt hat. Die nichtsegelnden Neuinstallation der SVM wurde somit getauft auf den Namen ‘Kleines Arschloch’.

Untenrum hĂ€tte auch die kleine MILVA einiges zu bieten gehabt fĂŒrs diesjĂ€hrige Ansegeln. Muschelsuppe wurde gemunkelt, stattdessen wurden Steaks gegrillt und Flaschengeister entzĂŒndet.

Da der noch nicht ganz vergangene Winter, das Eis, die Vogelscheiße La Rossa statt mit allen Wassern gewaschen mit die WasserqualitĂ€t des Mannheimer Hafens bestĂ€tigenden Kleintierchen ganz schön zugesetzt hat, ist jetzt erst einmal eine kleine Wellnesskur von Nöten, damit sie auch morgen noch kraftvoll durch die Weltmeerchen singt.  So einem Jahr SĂŒĂŸwassergelage hĂ€lt offenbar auch kein Offshore-Antifoulinganstrich stand.

MILVA & TECHNIK: Segelboot auf einem Trailer sichern

Weil das bei der ersten Fahrt mit der MILVA auf dem AnhĂ€nger (frisch aus der Werft) fast schiefgelaufen wĂ€re, hier ein weiteres Tutorial aus der Reihe Frau…verzeihung..MILVA und Technik: Wie sichert man ein kleines Segelboot mit Festkiel auf einem fĂŒr 100km/h zugelassenen BootsanhĂ€nger, sodass man auch bei gegebenen StraßenverhĂ€ltnissen die zugelassene Höchstgeschwindigkeit fahren kann und nicht mit 60 km/h auf der Bundesstraße herumgurkt und jeden zögernden Fahrer an Einfahrten verflucht – nur um nicht abrupt bremsen zu mĂŒssen, was die 800kg Schiff schrĂ€g ĂŒber einem ins Wanken bringen könnte. Das Wanken kann natĂŒrlich auch bei richtig gesichertem Schiffchen passieren, und das Schneckeln mit einer kilometerlangen Autoschlange hinter sich trainiert ungemein das Selbstbewusstsein, aber man könnte, wenn man so will, Risiken vermeiden und das mit dem Selbstbewusstsein zum Beispiel beim Verrichten der Notdurft mitten in der Schleuse in einen – mangels Platz fĂŒr ein Bordklo – Eimer ĂŒben. Nur so als Anregung fĂŒr Adrenalinjunkies.fixOnTrailer-24

Punkt 1: Wenn das Boot schon in der Werft mit Spanngurten auf dem AnhĂ€nger gesichert ist, keinesfalls einfach losfahren und dabei denken, das mit den lockeren Gurten gehört so, das Boot muss bisschen Freiraum zur Selbstverwirklichung haben wĂ€hrend der HĂ€ngerfahrt. NEIN! Das gehört so bei der Lagerung des Schiffs auf einem AnhĂ€nger, damit sich nichts verzieht. FĂŒr die Fahrt mĂŒssen die Spanngurte festgezurrt werden. Nach dem Prinzip des Aufbaus einer Slackline.

Was passiert, wenn man das nicht tut: nach der ersten Unebenheit verschiebt sich wĂ€hrend der Fahrt das Boot auf dem Trailer, und man wundert sich beim Blick in den RĂŒckspiegel, warum der Spanngurt, der vorher doch noch fest war, plötzlich so flattert.

Punkt 2: Wenn alles nur so auf OLYMPUS DIGITAL CAMERAdem Schiff herumliegt, Mast mehrfach auf Tragekreuz und Auflage mit Verbindung zu Ösen und Klampen am Schiff befestigen.

Punkt 3: Was auf lÀngeren Fahrten am Schiff herumflattern und Schaden nehmen könnte (Windex, Windmesser,  ans Heck klappernde Badeleiter) abmontieren.

fixingOnTrailer-6813Punkt 4: Fallen und Rollreffanlage gut um den Mast binden und/oder mit Frischhaltefolie(und dann Tape) sichern.

Punkt 5: Spanngurte anbringen, dabei Teppichreste oder Lappen an den Bootskanten als Schutz unterlegen. Spanngurtverschluss wenn möglich (Bug Spanngurt) auf der rechten Seite (in Land mit Rechtsfahrgebot) positionieren, um bei eventuellen Nachspannmanövern auf der Autobahn nicht auch noch in der Schußweite von Rasern zu hantieren.

Punkt 6: Spanngurte so fest wie möglich zurren und ĂŒberhĂ€ngenden Gurt mit Knoten/Folie/Tape sichern (siehe Punkt 1)

Punkt 7: steht der Mast mehr als einen Meter nach achtern ĂŒber, rotes FĂ€hnchen anbringen

Punkt 8: FĂŒr BrĂŒckendurchfahrten die Höhe des Boots samt Mast auf dem Trailer bestimmen. Die VA18 maß 3.40m und passte damit gerade so unter den BrĂŒcken um Kortgene in Zeeland (4m Durchfahrtshöhe)

Na dann allseits gute Fahrt, keinen Seitenwind und immer genĂŒgend Luft ĂŒberm AnhĂ€nger!

le skipper, c’est moi

N 51° 44.313′  E 003° 50.869′  |  Scharendijke, Brouwersdam, Grevelingen Meer @ 5 Beaufort Wind, Nord-Ost, 1m Wellenhöhe

Geschichte war noch nie meine StĂ€rke. Aber meine Aussagen glaubwĂŒrdig. Deshalb wurde ich im Französischkurs bis zu einer kurzen Lola rennt Rothaarrebellenphase auch Napoleon genannt. Klein. AufmĂŒpfig. FĂŒhrungsstark. Mir rutschte da mal ein ‘L’État, c’est moi’  raus, als Antwort auf irgendwas, das ich garantiert nicht verstanden habe im Konversationskurs – aber alle lachten. Das Niveau des Kurses ist fĂŒr meine Sprachbegabung eine Idee zu hoch. Ich rutschte da so rein, weil Lehrerin wie Mit-Francophile so unwiderstehlich waren, ich dank Stereo Total etwas französeln kann und das Thema des Schnupperabends ein von Anglizismen nur so Strotzendes war.

Da nimmt man das englische Wort und betont es französiiiisch, oder  assoziiert ‘L’État, c’est moi’ mit Napoleon und alle nicken. Bis einer Wochen spĂ€ter ins Zweifeln gerĂ€t, Wikipedia befragt und aus dem kleinen Napoleon Louisa Quatorze wird. Jetzt hat die an einem Siebzehnten Geborene Vierzehnte auch noch das FĂŒhren von Kleinfahrzeugen unter Segel in meerartigen GewĂ€ssern begonnen.

Einmal mit drei des Segelns unkundigen mittelalten Flamen auf einem frĂ€nkischen Wohnschiff, mehrmals mit des Segelns seit der Kindheit vertrauter, meist temperamentvoller argentinischer All-Female Crew auf einem sogenannten Weekender, der mit seinen 18 Fuß mal leicht bei Flaute an Dickschiffen vorbeizieht, oder aber bedrohlich bei Seegang schaukelt. Die Flamencrew hat gemacht, was La Capitana befohlen hat. Es war nur ein Tag, maximal drei WindstĂ€rken, der Dampfer 10 Meter lang und tonnenschwer, die Crew hatte Bier, nicht gefroren und keine Angst. VA18, Oosterschelde, 4BfAuf einem nah am Wasser gebauten 5,80m Schaukelschiff bei einem Meter Welle und fĂŒnf WindstĂ€rken, der Ungewissheit, ab wann bei wie hoher Welle eine Varianta 18 in ungĂŒnstiger Lage parallel zur Wellenrichtung umkippt, einer Argentinierin in beidseitiger Nicht-Muttersprache Sicherheit zu geben und Kommandozentrale spielen – der Skipper hat das letzte Wort, fĂŒr Diskussionen keine Zeit und bei Patenthalsen keine Geduld mehr – ist eine andere Geschichte. Vielleicht gibt mir das Buch Psychologie an Bord hilfreiche AufschlĂŒsse zum BĂ€ndigen temperamentvoller Crew und UnterdrĂŒcken der eigenen Hilflosigkeit 😉

MILVA KOCHSTUDIO

Chili Con Carne, Tacos, GuacamoleNoch bevor sich Heerscharen bei Aldi um den Thermomix Verschnitt kloppen konnten, wohl aus einer dem Hamburger Abendblatt geschuldeten Sinnkrise heraus, die “Ein Leben ohne Thermomix ist möglich, aber sinnlos” titulierte, ĂŒbte sich unsereins glĂŒcklich und zufrieden in freiluftköchelnder Nahrungszubereitung mit Utensilien, die in vier Weinkisten Platz redcurryfinden mussten und einem glutenfreien, rindfleischveganen ErnĂ€hrungsstil gerecht wurden. Man könnte es auch bezeichnen “Der Schlemmertörn”, und ich Varianta 18 BordkĂŒche, Curryzubereitungverstehe nicht, was daran sinnlos sein sollte,wenn man nicht die Zeit meint, die bei derartigem Kochen, im Wasser schwankend auf kleinstem Raum draufgeht, wĂ€hrend das RiesenungetĂŒm, in der aktuellen ZEIT auch genannt “Das iPhone aus Wuppertal” gewisse PĂŒriergerichte in einem Bruchteil der Zeit erledigt.

Wahrscheinlich ist das Kochen-2.0-GerĂ€t zu wesentlich mehr imstande als nur die simultan Ribeye on Cobbs BarbecuewĂ€rmende Zubereitung von PĂŒriertem.Erwarten wĂŒrde ich von einem WundergerĂ€t in derartiger Preiskategorie – das auch meine Vorwerk-affine Mutter in der KĂŒche stehen hĂ€tte, wĂ€re ihr Körper nicht schon lĂ€ngst von Unterirdischen Friedhofsarbeitern in der Sorgfalt eines Thermomixvorgangs zersetzt – auch das Entsaften von Spinat und Karotten und die Zubereitung einer FleischbrĂŒhe, wo ich doch gerne Klare BrĂŒhe mit Brocken drin esse.

Pasta met ZeekraalDoch selbst wenn: wie soll so ein Riesenklopper (der fĂŒr die sechsköpfige Familie meines Metzgers dann auch noch zu klein ist!) dem Leben einer Hobbyköchin Sinn verleihen, die nach drei Monaten in improvisierter KombĂŒse in die 20 Quadratmeter WohnkĂŒche zurĂŒckgekehrt die Eier in einen Topf Wasser legt, um dann festzustellen, dass man ja einen automatischen Eierkocher hat. Unnötigerweise.

BohnenpĂŒree Avocado WrapDas sinnlose Bordleben im Milva Kochstudio wurde unterstĂŒtzt durchTapasbar Varianta 18

  • zwei Campingkocher mit vier Töpfen und einer Pfanne
  • einem Stabmixer (Landstrom)gluten free pancakes
  • drei Schneide- und gleichzeitig als Teller verwendbare Holzbrettchen
  • ein Nudelsieb, ĂŒberflĂŒssig aufgrund des Trangia Nudelsiebdeckelsystems und dem verblĂŒffenden FÖRBLUFFAD Kochtopf des pseudoschwedischen Möbelaldis
  • zwei SuppenschĂŒsseln, Becher und SalatschĂŒssel aus kompostierbarem Bambusmaterial, Besteck und Pfannenwender

Gegen niederlĂ€ndisches Appelgebak, Bitterballen und Kibbelinge hat die thermomixlose KombĂŒse durchaus leckere Resultate hervorgebracht, sowie einschlĂ€gige Erfahrungen wie zum Beispiel die Erkenntnis, dass man KĂŒchenkrĂ€uter auch bei Lagerung auf einem Boot der Haltbarkeit und osmotischen VorgĂ€nge wegen besser nicht mit Salzwasser wĂ€ssern sollte;-)

saltWatering-1 buckwheat pesto

Ich werde Hafenmeisterin!

Unsere heutige MILVA Tour brachte die zwei alten Zungen nach drei-NĂ€chte-bezahlen-vier-bleiben im SĂŒĂŸwasserhafen zu Oude Tonge per Freddy le Vibrateur durch zwei Schleusen ins 6 Seemeilen entfernte Bruinisse ins Grevelingen Meer. Nach fast eineinhalbstĂŒndigem Warten an der laut Wateralmanak #2 fernbedienten Schleuse mit einem alten Motorboot und einem Plattbodenbodenschiff mit Riesenhund an Bord liefen wir mit Bug voraus in den Meldesteg im kleinen Vereinshafen der Watersportvereningen Bruinisse ein. Die bei diesem Manöver hilflos am Vant stehende KapitĂ€nin wollte eigentlich einen Aufschießer in den Wind, aber wenn sie das der Steuerfrau nicht vorher erklĂ€rt, kann das ja nichts werden. Der neue Bugfender kam so gleich mal zum Einsatz 🙂

Im Gegensatz zum WSV Noord Beveland Hafen zu Colijnsplaat, wo man am ‘Meldesteiger’ per Sprechanlage dem Hafenmeister den Liegeplatzwunsch mitteilen kann, ist das in Bruinisse am Nachmittag so gedacht, dass man zum Havenkantoor latscht, dort die Mitteilung liest, dass das BĂŒro dann um vier wieder besetzt ist und man sich einfach einen freien Platz aussuchen kann. Neben einem vor Bewuchs bald mit dem Meeresgrund verbundenen, sofagelben Segelboot ward Platz #99 fĂŒr die kleine MILVA frei. WĂ€hrend eine große Yacht ihr Anlegemanöver in den einzig freien grĂ¶ĂŸeren Liegeplatz im kleinen und mit 1.70€/Meter LĂ€nge um 50 Cent billigeren Hafen als die nebenanliegende Marina aufgab, legten wir MILVA in den kleinen Platz mit Aussicht ins HafenbĂŒro.

WĂ€hrend meine Crew zum Klo rannte, kam eine an die langhaarigen blonden MĂ€dels vom Volvo Ocean Race Team erinnernde Frau an den Steg und fragt was freundlich klingendes auf niederlĂ€ndisch. Ah, you are the harbour master?! kommts mir und damit auch die Antwort, was ich denn tun könnte, wenn mir das Softwareberaterdasein und Lagerprozessieren zu langweilig wird: ich werde Hafenmeisterin! Wohlgemerkt keine wie das MĂ€dchen, das sie in Sint Annaland in den Tower gesetzt haben, die zwar LiegeplĂ€tze im Natoalphabet aufsagen kann (Foxtrott Six), aber sonst nur auf BootslĂ€nge die LiegeplatzgebĂŒhr einkassiert und unmotiviert lĂ€chelt, sondern so eine wie die hier in Bruinisse. Die ĂŒber die Stege lĂ€uft, kuckt, ob noch alles gut vertĂ€ut ist, Wettervorhersagen fĂŒr GĂ€ste raussucht, Tipps fĂŒr die Umgebung hat und nebenbei noch ein gut laufendes kleines CafĂ© betreibt. Jawohl!

Wie wird man denn Hafenmeisterin? frage ich sie gleich und erwarte so etwas wie “ja also ich bin schon mit acht mit meiner Mama in einer Jolle ĂŒber den Ärmelkanal und mit 14 allein um die Welt und bin die segelnde HollĂ€nderin vom fĂŒr Hygieneartikel werbendem Volvo Ocean Race Team” Sie lĂ€chelt und antwortet: Indem man sich bewirbt. Der Verein hat jemanden gesucht und ich habs letzte Saison mal probiert und es hat mit gefallen. Also bin ich diese Saison wieder hier. Zum Segeln komme ich nicht, da ich parallel noch einen anderen Job habe.  

Trotzdem: Bruinisse hat uns gefallen. Gleich nach der Schleuse backbord in den Meldesteg reinrauschen, trotz notwendiger 50 Cent MĂŒnzen wenigstens lange genug heißes Wasser, nicht so ein lauwarmes Getröpfel fĂŒr 5 Minuten wie in Sint Annaland, wo man sich fragt, wie jemand Langhaariges damit das Shampoo aus den Haaren waschen will ! 😉

MILVA & TECHNIK: Freddy, le vibrateur

N 51° 32.639′   E 003° 51.837′ | Veerse Meer – Zandkreeksluis

Wollte MILVA etwa mit den Herren von der Schleuse flirten oder braucht auch ein Außenbordmotor etwas Zuneigung?
Und Vertrauen?Es wĂ€re nicht das erste Mal, dass mich ein Mercury Außenbordmotor nicht so ganz mit seiner ZuverlĂ€ssigkeit ĂŒberzeugt, denke an das VIBRATEUR MALHEUR oder die Ausfahrt mit Madame C, nach welcher sie nie wieder wagte ein Boot zu besteigen. Jedenfalls keines, das ich steuerte oder gar segelte!

Wir haben die MILVA heute mal durch die Schleuse gejagt und die Oosterschelde schnuppern lassen. Sowas kann man ja mal fĂŒrn Ernstfall ĂŒben bei wenig Wind und Verkehr. Ein nettes niederlĂ€ndisches SeglerpĂ€rchen, das wir im Bistro La Barca getroffen hatten, gab uns den Tipp, eine Leine von der vorderen Klampe durch den Ring an der Schleusenwand nach hinten auf die hintere Klampe durchzuziehen. Eine Methode geeignet fĂŒr Einhandsegler und MILVA, die eh zu kurz wĂ€re fĂŒr ein Festmachen in der Schleuse mit Vor- und Achterleine.

Die zwei Seemeilen zur Schleuse liefen wunderbar. Wir ĂŒberstanden den Prozess des Schleusens an sich mit der Erkenntnis, dass es doch einige Meter aufwĂ€rts ging und man die Leine besser auf Slip hĂ€lt und das Boot gut abfendert. Die BrĂŒcke ging auf. Wir werfen die Leine los, stoßen uns von der Schleusenwand ab, und der Motor geht aus. Die Frau mit den Fendern hat tolle Tipps parat, die Frau am Motor versucht vergeblich den Motor nach gelungenem Start mit Und ohne Choke am Laufen zu halten. Milva driftet wieder Richtung Schleusenwand, die Jungs von der Schleuse werden unruhig und fragen was los ist. In anderen Worten: man schreit sich panisch an, was nicht zur Lösung des Problems beitrĂ€gt. Wir bekommen Tipps vom SchleusenwĂ€rter, die BrĂŒcke bleibt offen, und schließlich hilft uns ein französisch sprechender Motorbootfahrer beim Starten des Außenbordmotors, indem er beim gelungenen Start ohne Choke Kurz Gas gibt.

MILVA ohne Segel. Findet den Fehler in der Betakelung!

Wir verlassen die Zandkreeksluis durch den schmalen Kanal in Richtung Oosterschelde, bis kurz vor der EinmĂŒndung an Tonne Z1 der Motor erneut ins Stottern kommt und ausgeht. Wir ziehen die Fock aus dem Rollreff, starten den Motor erneut und machen kehrt, zurĂŒck zur Schleuse, zurĂŒck ins Veerse Meer und den sicheren Hafen. Bei ein bis zwei WindstĂ€rken und wenig Strömung wie an diesem Abend ist ein unzuverlĂ€ssiger Motor nicht das Problem, aber macht uns wenig Hoffnung bei Ă€ndernden Windbedingungen mit MILVA auf große Fahrt zu gehen.

Wir schaffen es mit drei weiteren AusfĂ€llen in und durch die Schleuse und zĂ€hlen bis zur Delta Marina dreizehn Motorneustarts. Verflixt! Was hat ein neuer Mercury 5PS Außenbordmotor gemeinsam mit dem alten 3.3 PS Mercury, genannt LE VIBRATEUR?

Le Vibrateur hatte zuletzt einen verschmutzten Vergaser. nach der Reinigung beim NeckarstĂ€dter RasenmĂ€herfachmann brachte ich ihn gar nicht mehr an, da das Gelbe Sofa ohne den Ballast besser zu segeln war. Das Vergaserproblem kann man vermeiden, indem man nach jeder Fahrt den Vergaser und die Benzinzuleitungen leerlaufen lĂ€sst. Wir taten das, mit jeder Hafeneinfahrt. Die WasserkĂŒhlung funktionierte, bei Verwendung im Salzwasser sollte man den Motor mit SĂŒĂŸwasser spĂŒlen. Das konnte aber nicht der Grund sein. Ich gebe dem Außenborder den Namen Freddy und spreche ihm Vertrauen zu. Vielleicht ist es so wie mit Krankheiten. Je grĂ¶ĂŸer die Angst davor, desto wahrscheinlicher dass man betroffen wird.

Wir öffnen den Deckel und stellen fest, dass der interne Tank fast leer ist. Aber was das mit dem vollen externen Tank und den AusfĂ€llen zu tun hatte, die so klangen, als bekĂ€me der Motor nicht genĂŒgend Benzin kam uns nicht in den Sinn. Nach intensiverer Studie des englischen Handbuchs und Einholen mehrerer Meinungen von Autobastlern und MotorboothĂ€ndlern hatten wir die Lösung: der Motor zieht Benzin von dem Ort des geringsten Widerstands. Und die Zuleitung zum fast leeren internen Tank war wĂ€hrend aller unserer ca. 20stĂŒndigen gesamtnutzung des Motors geöffnet.

Bordleben

N 51° 33.252′   E 003° 48.616′     Delta Marina | Kortgene

MILVA liegt im Hafen und schaukelt bei 6 WindstĂ€rken neben der TEMPTATION Antwerpen mit vom Salzwasser schnell begrĂŒnendem Unterbau durch seinen Platz K17. 

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Um nicht stĂ€ndig auf der Suche nach Dingen zu sein, von denen man weiß, sie sind auf dem Boot, aber nicht, wohin man sie zuletzt gelegt hat, hielt ich es fĂŒr notwenig, ein paar transparente Plastikboxen fĂŒr die Backskisten zu organisieren und die Seitenwand Taschen mit Etiketten zu versehen, die auch fĂŒr OrdnungshĂŒter oder RĂ€uber die Suche erleichtern: BOOKS | VISUALS | SPIRITS | ELECTRIQUE | ROPES/GLOVES | WEEDS | SNACKS | CLOTHES

Kleines RĂ€tsel fĂŒr die Leser, die wichtigsten Dinge an Bord des so im Segelmagazin Yacht definierten Weekenders sofort aus finden. Wo befindet sich auf MILVA

– der Portwein zu Rasmus’ Ehren und der Monkey47 fĂŒr eventuelle Bestechungsversuche?

– die in den Niederlanden und Belgien verpflichtend an Bord zu fĂŒhrenden zwei BĂ€nde des Wateralmanak?

– das Sammelsurium an homöopathischen Mittelchen?

– der alte Vorhang zum ĂŒbern Kopf hĂ€ngen als Schutz vor Blicken der Crew beim Toiletten- … Ă€h … Eimergang?

Zur Einweihung der BordkĂŒche, gelungener Verlegung der Aldi-Multifunktionsmehrfachsteckdose vom in der Backskiste angebrachten Landstromanschluß in die KajĂŒte, sowie der Nutzung des mitgebrachten PĂŒrierstabs gabs frisches Basilikumpesto mit Buchweizenfussili zu einem belgischen Bierprobenpaket anlĂ€sslich der Tour de France, die Wochen zuvor in der Tat durch die Gegend sauste.

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Interkulturelles Coaching au bateau

N 49° 22′ 41″    E 008° 28′ 06″   |  OtterstĂ€dter Altrhein

Smoothie-vertUn demi cours francais au bateau. Die eigentliche Idee war, wer deutsch spricht geht ĂŒber Bord. Das haben wir  dann aber doch nicht so durchgefĂŒhrt. Erstens war das zulĂ€ssige Gesamtgewicht von 450 kg vermutlich bereits mit 5 Personen und drei gefĂŒllten KĂŒhlboxen ĂŒberschritten, dass sich das Überbordgehen erĂŒbrigen wĂŒrde und wir selbst französischsprechend  sinken, zweitens hatte La Navigatrice das französische Segelvokabular nicht gelernt und keine langage de commande,  stattdessen eine angeblich verfĂŒhrerische englische Voicemailansage auf dem DiensthĂ€ndi, was unserer Sizilianisch-Wallonischen Professeur auf der Suche nach dem OtterstĂ€dter StĂŒtzpunkt der Seglervereinigung Mannheim aber auch nicht weiterhalf und sie nach 45 minĂŒtigem Kreisen durch die Straßen von Otterstadt auf dem Netto Parkplatz verzweifeln ließ. Irgendwann haben wir uns dann aber doch alle auf der MILVA eingefunden, mit grĂŒnen Smoothies, Vin Rouge, Saucissons, Baguette, Jeanette Claudette und wie sie alle heißen und segelten unter Genuasegel bei kleiner WindstĂ€rke in der Abendsonne im OtterstĂ€dter Altrhein.

Coulours Of Culture

(B)Logbuch MILVA Mannheim  

N 49° 22′ 23″    E 008° 27′ 49″  | Segelclub Otterstadt

Nach langer Planung und großer Erwartung erblickt “La Rossa” MILVA am 16.Mai 2015 um 12:05 mitteleuropĂ€ischer Sommerzeit die NĂ€sse des Wassers beim Segelclub Otterstadt und erreicht nach dreistĂŒndiger RheinabwĂ€rtsfahrt sicher ihren Heimathafen bei der Seglervereinigung Mannheim.

Mit diesem Eintrag beginnt das digitale Logbuch der MILVA Mannheim, eine Varianta 18 Segelyacht der Baunummer 131.

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Gewicht: 750kg
Höhe ĂŒber Wasserlinie:  9,15m
LĂ€nge ĂŒber Alles:  5,75m
Breite: 2,40m
Tiefgang: 1,15m
SegelflÀche: ca.25 qm

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