MILVA singt jetzt in Schweden

Küstenwache

N 59° 17′ 51″   E 018° 39′ 7″  |   Bullandö Marina , Stockholms Skärgård

Sjösättningstid: 17/05/2019 12:55

Mit dem Schiff aufs Schiff

Küstenwache, reisen, TEXT

MILVAs ursprüngliche Bestimmung war von Beginn an, auch mal bei Allsång på Skansen mitzusingen. Daher bewarben wir uns im Januar 2017 beim Eurovision Song Contest in Schweden für einen Auftritt im Stockholmer Schärengarten. Die Konkurrenz war groß. Bei anfänglichem Wartelistenplatz # 787 rückte MILVA binnen einem Jahr in die 600er Zone auf, und da hatte ein Hafenmeister Mitleid mit den 18 Fuß Oberweite und 1,15 Tiefgang, dass sie in die Finalauswahl aufrückte.

Nach einigen notwendigen Vorbereitungen, wie dem TÜV für den bereits drei Jahre alten Trailer, (bei dem wir durchaus etwas dazulernten und halsbrecherische Manöver fuhren, die bei nicht festgezurrten Spanngurten das Überfliegen der MILVA über den blauen Herrn OVLOV, unseren gebliebten blauen Rebellen Volvo V60, zur Folge gehabt hätte), gings am 12.August, einem Sonntag zwecks der Verkehrslage Richtung Norden, los Richtung Bullandö.

Let your sports gear speak

english, felgenLyrik, Küstenwache

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le skipper, c’est moi

Cours Français, Küstenwache, TEXT

N 51° 44.313′  E 003° 50.869′  |  Scharendijke, Brouwersdam, Grevelingen Meer @ 5 Beaufort Wind, Nord-Ost, 1m Wellenhöhe

Geschichte war noch nie meine Stärke. Aber meine Aussagen glaubwürdig. Deshalb wurde ich im Französischkurs bis zu einer kurzen Lola rennt Rothaarrebellenphase auch Napoleon genannt. Klein. Aufmüpfig. Führungsstark. Mir rutschte da mal ein ‘L’État, c’est moi’  raus, als Antwort auf irgendwas, das ich garantiert nicht verstanden habe im Konversationskurs – aber alle lachten. Das Niveau des Kurses ist für meine Sprachbegabung eine Idee zu hoch. Ich rutschte da so rein, weil Lehrerin wie Mit-Francophile so unwiderstehlich waren, ich dank Stereo Total etwas französeln kann und das Thema des Schnupperabends ein von Anglizismen nur so Strotzendes war.

Da nimmt man das englische Wort und betont es französiiiisch, oder  assoziiert ‘L’État, c’est moi’ mit Napoleon und alle nicken. Bis einer Wochen später ins Zweifeln gerät, Wikipedia befragt und aus dem kleinen Napoleon Louisa Quatorze wird. Jetzt hat die an einem Siebzehnten Geborene Vierzehnte auch noch das Führen von Kleinfahrzeugen unter Segel in meerartigen Gewässern begonnen.

Einmal mit drei des Segelns unkundigen mittelalten Flamen auf einem fränkischen Wohnschiff, mehrmals mit des Segelns seit der Kindheit vertrauter, meist temperamentvoller argentinischer All-Female Crew auf einem sogenannten Weekender, der mit seinen 18 Fuß mal leicht bei Flaute an Dickschiffen vorbeizieht, oder aber bedrohlich bei Seegang schaukelt. Die Flamencrew hat gemacht, was La Capitana befohlen hat. Es war nur ein Tag, maximal drei Windstärken, der Dampfer 10 Meter lang und tonnenschwer, die Crew hatte Bier, nicht gefroren und keine Angst. VA18, Oosterschelde, 4BfAuf einem nah am Wasser gebauten 5,80m Schaukelschiff bei einem Meter Welle und fünf Windstärken, der Ungewissheit, ab wann bei wie hoher Welle eine Varianta 18 in ungünstiger Lage parallel zur Wellenrichtung umkippt, einer Argentinierin in beidseitiger Nicht-Muttersprache Sicherheit zu geben und Kommandozentrale spielen – der Skipper hat das letzte Wort, für Diskussionen keine Zeit und bei Patenthalsen keine Geduld mehr – ist eine andere Geschichte. Vielleicht gibt mir das Buch Psychologie an Bord hilfreiche Aufschlüsse zum Bändigen temperamentvoller Crew und Unterdrücken der eigenen Hilflosigkeit 😉

The Oosterschelde and its underestimated tidal streams

english, Küstenwache, leibesertüchtigung, TEXT

N 51° 36.173  E 003° 50.686′  | Marina WSV Noord Beveland . Colijnsplaat

After a month hanging around at Delta Marina on the Veerse Meer, MILVA is excited to enter new seas. The weather forecast looked reasonable to go out at 3 Beaufort with less wind expected towards the evening. MILVAs former owner Jogi joined me on the trip, as i didn’t dare to mess up the manoeuvre alone in Zandkreeksluis lock, and felt enough challenged after having again touched the ground two days before and being unable to reef the main sail. So, this time more preparation.oosterschelde 1 Beaufort

My last night’s lecture about reefing in Steve Sleight’s Complete Sailing Manual gave me some idea, that the yellow rope coming out of the boom’s end might be the solution. For the first time I prepared life jackets and life buoy to be at hands immediately in case of an emergency situation, the line bound to the bath ladder (just to avoid the crew searching for it, and finally found – throw it out without having tied the rescue line somewhere on the boat) and the main sail prepared to hoist in a reefed state. The black cloud over Kortgene made me asking the harbour master for any weather warnings, which he assured being no problem, so finally we left Kortgene at 3 o’clock in the afternoon, two hours already after low tide at the lock, which I knew would be suboptimal, but having enough wind should work out, as I only saw a difference of half a knot in speed going out the Zandkreekpassage one week before at a similar point of time. This however turned out to be a misconception. 

It is always a question in front of the locks to decide to berth on the available berths, or to make some turnarounds until the bridge and lock are going to open. As the comfortable berth was already occupied by three boats, and four more boats more or less optimally bound to the dolphins plus a big tank vessel waiting in front of the lock, the decision was easy to make, but cost in the end 20 minutes of waiting and 25 minutes to get inside and out of the lock.

It is always a good advice to keep some distance to big vessels, as the water masses moved by a starting ship’s engine make quite some turbulence, thus difficult to hold a small boat and its spreader away from the lock’s wall.

ZeelandsbrugWe left the lock and set sails to get out of the small passage with the wind coming from behind in run and broad reach direction. The maximum speed of 5.2 knots over ground we made just during this short trip, competing against bigger yachts and regretting that we had reefed the main sail. At green buoy #Z1 we turned to beam reach towards Zeelandbrug, intending to take the path on the left side of the channel along the green buoys. Zeelandsbrug zeelandbrug-8462Until a red buoy appeared and wind and boat speed decreased rapidly. After a while we reached the green buoy again but still didn’t make any progress into the intended direction towards Zeelandbrug. Checking the Navionics app on the IPad showed 2.5 knots less speed over ground than what the log instrument displayed, and revealed to us having sailed a big circle instead keeping a straight course  towards the final destination. As Freddy – le vibrateur is meanwhile running without any issue, that was finally the solution to reach Colijnsplaat harbour within the expected time around 7 p.m.

MILVA & TECHNIK: ABRIGGEN EINER VARIANTA 18

Küstenwache, techie

1. Genua aus Furlex Rollreffanlage ausfädeln (an Metallschlitz darauf achten, sodass Segel sauber durch den Schlitz läuft)

– Fallen sichern

2. Sprayhood abbauen
– Spanngurte lösen
– Reißverschlüsse öffnen
– Befestigung vorsichtig aus der Schiene führen
– Sprayhood mit Fenstern oben – Knicke vermeiden – sicher ablegen und später auf Baum mit Großsegel/maindrop system im Schiff ablegen
– Metallbögen zusammenklappen und entfernen und im Boot sicher ablegen
 
3. Maindrop System abbauen ( weiße Fallen: Palstek am Maindrop öffnen, aus dem Fall Ring nehmen und an der maindrop persenning wieder befestigen. Die Fallen bleiben an der Saling hängen, befestigt an den mastklampen
 
4. dirk lösen und zweite person bitten, baum zu halten/hochzudrücken. dann baumniederholer und baumkicker barton teil aus baum lösen und entfernen.
 
5. baum von zweiter person rútteln lassen und dabei baum aus mastvorrichtung entfernen. baum ins boot legen
 
6. kreuz für mastauflage vorbereiten
– nach hinten am ruder und nach vorne durch metallöse im cockpit absichern, kreuz in spalt hinter backskistte stellen
7. styroporblock als ablage auf vorschiff legen (ca. über luke)
 
8. mast legen
– vanten lösen aber nicht abmachen!
– zweite Person entfernt splint /bolzen an furlex und hält furlex. splint/bolzen zwischen gennakerbaum und klampe sicher ablegen und später an furlex befestigen
– zweite person lässt langsam mast ab, während erste person mast nach hinten hält und schließlich auf dem kreuz ablegt
 
9. fallen und kabel am mast mit gummibändern/zeisingen sichern und mast auf kreuz sichern, damit mast sich nicht vom kreuz bewegen kann
10. Salinge lösen
11. vanten aus salingen lösen (untervant ist hinter obervant überkreuzt)
12. vanten aus mast lösen und nach seiten beschriftet ins schiff legen
13. mast um styroporblock und bug mit leine  sichern