Habe heute mein Jahrespensum im Dönerverzehr wieder erfüllt. Hatte Heißhunger drauf, brauchte das einfach: Yufkadöner. Danach ist mir immer so schlecht, dass ich ein Jahr lang keine Lust mehr danach verspüre.
Zerreißt mir das Herz
VeloOK – ich bin einunddreißig und doch noch nicht in den Wechseljahren, wo mir vielleicht eher egal wäre, wenn ich jetzt in China an Tollwut sterbe (dritte Impfung aufgrund der Kortisoneinnahme nicht wahrnehmen können), den Rest meines Lebens mit Schwindel und Taubheit verbringen müsste anstatt im Büro mit Herzinfarkt umkippe. Es zerreißt mir fast das Herz – ich fliege nicht.
Börek und Ayran. Nachts um eins
leibesertüchtigung, TEXTMental geht es mir heute wieder besser. Der Einfluss der Psyche ist groß. Konnte schon wieder nicht schlafen heute Nacht, stopfte mir um halb zwei einen halben Börek und Ayran rein. Vorletzte Nacht gab’s Bohneneintopf. Von den Bohnen, die eine liebe lange Nacht eingeweicht waren und einen lieben langen Tag kochen mussten. Kommt alles vom Kortison, sagt die nette Taucherärztin. Anderen geht’s viel schlechter. Der andere Patient, der sich mit seinen Herzproblemen abgefunden hat, aber 97% Hörverlust machen wahnsinnig. Ich verstehe ihn. Und hatte nur 38%. OK, er ist mindestens doppelt so alt wie ich.
Stand früh auf, rettete vor der Sauerstofftherapie meinen Sukkulenten, der seit über einer Woche samt einer vertrockneten Mandarine in einer Umzugskiste im Büro vegetierte und denke an Ingos Standardspruch während meiner Trainee-Zeit, als unten die Rasenmäher ratterten – ‘Isch hätt Gärtner werden sollen’. Ich werde fliegen. Mein Kopf muss frei werden. Gelingt mir hier nicht. Positive Gedanken helfen vielleicht.
Man fliegt nicht mit wiederkehrenden Tiefton-Hörverlusten und dem resultierenden Risiko von Schwindelanfällen, chronisch dann, in den Kulturschock und radelt in luftigen Höhen, wenn man mit reinem Sauerstoff unter Überdruckbedingungen
therapiert wird. Medizinisch wurde mir davor mehrfach abgeraten.
Auf die Wunderdroge Prednisolon* werde ich wahrscheinlich angewiesen sein, was, wenn der Zoll mir die Kortisontabletten bei Einreise abnimmt oder mich gar während der Untersuchung, was das weiße Pulver sein könnte, aus dem die Tabletten sind, erst mal einbuchtet. Oder mir mitten in der Pampa auf einer Abfahrt schwindelig wird, kotzübel, und wir müssen es bis zum Abend noch in Dorf X schaffen, wo’s hoffentlich eine Bleibe gibt.
Ich werde mir keine Sorgen machen, keine Angst haben. Ich werde angeratenen 7 Liter Wasser täglich trinken, bis mir von den Chlortabletten darin schlecht wird. Der Hörsturz bleibt aus. Der Hörsturz bleibt aus. Und mir wird auch nicht schwindelig. So ist das! Jawoll!
* Dieses Dreckszeug! Nebenwirkungen:
– Psyche: Depression, Gereiztheit, Euphorie, Appetit- und Antriebssteigerung, Manifestation einer latenten Epilepsie.
-Immunsystem: Behinderung der Immunvorgänge (Erhöhung des Infektionsrisikos)
Shell-Tanke, beim Vorübergehen
die lieben nachbarnEin Typ steigt aus seiner schwarzen, dreißig-Liter-auf-hundert-Kilometer-Dreckschleuder – SUV amerikanischer Marke. Tankdeckel links, Zapfsäule rechts. Der Zapfschlauch ist zu kurz.
Mist! Drecksladen! schimpft der Gute. Recht so, denkt sich die Blöde.
Um-ge-bung gaaanz gleich-gültig
die KatzeDen Doktor med. Stephan Frucht haben die Ärzte mir aufgehalst. Mit seiner ruhigen Stimme, bei der selbst die Katze auf den Rücken liegt und die Beine von sich streckt … bzw. sich prompt auf meinen tooot-aaal entspannten Bauch legt, während ich die linke Pobacke heranziehe.

Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen. Ach, meinte meine Freudin Theodora*, das haben sie mit uns in der Schwangerschaftsgymnastik auch gemacht. Prima Sache also. Die Stimme von Doktor med. Stephan Frucht und das esoterische Düdeldam im Hintergrund.
* Name von der Redaktion geändert
Liebling – Tool
plapperlaplappNeuer Versuch, die Hörsturztherapie fortzusetzen. In der Druckkammer. War gar nix beim ersten Mal. Pappnase musste auf drei Meter gefühlter Tiefe wieder ausgeschleust werden. Zu blöd, linksohrig einen Druckausgleich hinzubekommen.
War das dann ne Sache heut’ – mit dem immer interessante Fakten von sich gebendem ehemaligen U-Boot-Fahrer, Düsenjägerflieger (wissen Sie, ein Sinkflug ist harmloser als das), Bildzeitungleser, Softwareentwickler und einer ständig lachenden Betreuerin in der Druckkammer zu sitzen, für 100 Minuten O2-Einatmen auf 15m-Tiefe Überdruck. Heute machte ich mich zum Affen. Da kuckten sie also, kaugummikauend, schluckend, wie sich eine 31jährige mit ihrem Luftballon verkrampft, nur um nicht wieder mit zum Bersten gespanntem Trommelfell ausgeschleust werden zu müssen. Das musste selbstporträtiert werden. Weils so blöd aussieht.
Damit die mit tollen Ohren gesegneten Menschen draußen auch mal was zu Lachen haben.

Liebling-Tool für den Druckausgleich im Ohr
ich bin blöd….oder … plöt…
plapperlaplapp.. ja, ich finde, das musste echt mal gesagt werden. Herrlich, dieses direkte, spontane Feedback! Nicht so hintenrum und so. Wo man sich nur die ganze Zeit denkt, dass der andere einen vielleicht blöd finden könnte, aber man es halt nicht sicher weiß, und sich auch nicht traut spontan zu fragen, ob man blöd gefunden wird. Das baut unheimlich Stress auf im Unterbewusstsein. Schön, dass das jetzt raus ist. Endlich kann ich mich vollkommen entspannt und plöt zurücklehnen.
Nur in der absoluten Gewissheit, so richtig blöd zu sein, kommt man auch voran, kann gegen das eigene Blödsein arbeiten, um vielleicht irgendwann nicht mehr blöd zu sein, oder weniger blöd zu sein als jetzt.
++++
Letzte Neuigkeiten per E-Post reingeflattert (11/02/08)
(bist ja doch nicht so ein Arschloch ;o) ).
Man sieht also: ich lerne. DANKE!
. Acht
plapperlaplappWar gestern letzte Kundin bei Aldi.
Muss man auch einmal im Leben gewesen sein.
Irgendwie.
Letzte. Punkt Acht. Bei Aldi.
Im übrigen geh ich da gern hin. Wo das ‘Schönen Abend noch’ so ehrlich rüberkommt, was man gerne mit einem Blick in Kassiereraugen erwidert und einen netten Smalltalk beginnt, der einem, den Einkaufswagen aus dem Laden schiebend, ein zufriedenes Lächeln übers Gesicht zaubert.
Es sind die kleinen Dinge…
Toller Tag
plapperlaplappNur ganz besondere Leute werden heute alt. Der liebe Herr Rennradverkäufer beispielsweise. Oder die nette Dame mit dem coolen Künstlernamen: Henrike Heino – eine Frau – ein Name! Und Kollegin Petrova in Palo Alto, sogar genauso alt wie ich – Herzlichen Glückwunsch allesamt!

Einunddreißigjährig aufwachen ist echt schlimm. Kopfschmerzen ohne Gesoffen zu haben. Hörsturz is back – JAWOLLLL! Die Milch ist aus, die Wäsche ungebügelt, das Katzeklo vollgeschissen. Erstmal Tigerbalm an die Schläfen. Dann brennen die Augen und die Kopfschmerzen gehen weg.
Und wenn der Milchkaffee nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet wohl zum Milchkaffee fahren.
Mein schlechtes Kohlendioxidgewissen
plapperlaplappIch bin eine Dreckschleuder. Da brauch ich nicht mit 3000 Rennradkilometer letztes Jahr kommen, wenn ich munter fröhlich mit dem Gelbe-Umweltplaketten-Firmendiesel rumfahre und dieses Jahr nach zwei flugfreien Jahren so richtig was in die Atmo rausblase. Darauf wies mich gestern ein Online-Reiseservice hin, nachdem dieser ein Flugticketgeschäft nach Übersee mit mir gemacht hatte.
Mit meinen beiden Langstreckenflügen sorge ich laut atmosfair für eine Emission von 10980 kg CO2. Und sollte 256EUR in ein Klimaschutzprojekt spenden. Doch besser daheim bleiben. Mehr fahrradfahren. Und Autoabgase einatmen.
Jumper
leibesertüchtigung, TEXTZwei über Dreißigjährige waren gestern ganz konkret im Schwimmbad.
Um mit einem noch unter Dreißigjährigen für eine krasse Sportveranstaltung zu trainieren.
Weil’s im konkreten Schwimmbad krasse Sprungbretter gibt, wo man ultrakorregde Jumper sieht, gesellten sich die Über-Dreißigjährigen nach erfolgreichem Training (40 Bahnen bzw. 10 Bahnen und 30 Sätze Analyse zu den 40 Bahnen mit dem Unter-Dreißigjährigen) und der spaßigen Leuchtdioden-Rutsche (musste drin gerade mal nicht anfangen zu krabbeln, um rauszukommen) zu Dragan und Alder.
Dragan war gerade am Jumpen. Alder und Freunde kuckten und kommentierten.
Krasser Salto und krasse Arschbombe. Das wollten die Über-Dreißigjährigen nicht nachmachen. Aber sie erinnerten sich an Zeiten, in denen sie unter Zwanzig waren und sogar vom Fumfer gesprungen sind. Kindergarten also, das Drei-Meter-Brett im konkreten Schwimmbad.
Ü30s hoch. Alder und Kumpels kuckten interessiert (etwaige Zellulitis in 3 Meter Höhe unsichtbar). Dragan baute Druck auf und bestieg fürn nächsten Angebersprung die Plattform. Blödmann – wir mussten doch noch diskutieren, wer zuerst, und Dragan&Co. fragen, ob das wirklich nur drei Meter sind. Dragan wurde höflichste gebeten, doch vor zu gehen. Augen zu und durch kamen aufmunternde Rufe von den jungen Hüpfern unten. Plattform vor – runterkucken – wieder zurück. Mehrmals. Scheißhoch alles. Bloß keine Bauchlandung. Oder versehentlich 3 Meter nach links springen und auf den Beckenrand klatschen. So wie Dragan, der schließlich doch mit Anlauf nach links gesprungen war, damit die drei Kumpels auf der Bank auch was vom Platsch haben.
Ich weiß, warum ich Klettern aufgehört habe. Man darf da nie runterschauen oder gar dem Sichernden misstrauen. Obwohl Sichern ne tolle Sache ist, und wie cool wäre es, sich vom 3er abzuseilen. Da hätten Dragan, Alder & Co. krass gesehen, wie der Klettergurt die Zellulite hervorhebt.
Wurden langsam trocken. Kalt auch. Blöd. Wir müssen da runter. Irgendwie. Leiter zurück ist peinlich. Auch für Über Dreißigjährige. Die eigentlich Ü32-Jährige spricht mir Mut zu. Ich soll Vorbild sein. Ein Dreier ist kein Wasserfall im Ötztal, Dragan & Alder sind keine Ötztaler Chauvi-Canyoning-Guides. Augen zu und durch. Ein toller Tipp. Runter. Ich hasse Freizeitparks. Es gibt Dinge, die macht man nie wieder. Gesteht man sich als Ü30 Jährige ein. Bis man vielleicht vierzig ist. Oder menopaust. Wer weiß. Der Bademeister will das Dreier sperren und das Einser aufmachen. Ü32 geht die Leiter runter und verstaucht sich den Zeh beim Sprung vom Beckenrand.
Nächstes Mal besser wieder wie immer: Warmwasser-Paarungsbecken.
Mein Freund der Mond
plapperlaplappOstern ist dieses Jahr ja recht früh. Mitten im März.
“So früh, wie schon seit 1913 nicht mehr. Und wird erst im Jahr 2160 wieder so früh sein.”
Erklärte mir heute mein faktenfaszinierter Herr Papa ausführlichst. Das muss also richtig gefeiert werden, dieses Ostern. Ist was Besonderes. Werden wir Lebendigen von heute nie wieder so früh erleben.
“Im übrigen fällt dadurch Himmelfahrt auf den ersten Mai”, erzählt der gute Mann [=Rentner] so beiläufig.
WAAAAS!!!?? Einen Feiertag weniger im Mai!!????
Die haben ja wohl den Arsch offen, die vom Kalender!
würde mein Kollege diese Tatsache bezeichnen. Da muss ich im Mai ja richtig viele Urlaubstage opfern, wenn ich nicht arbeiten will… Blöd.
Ostern fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling,
die-vom-Kalender ist also der Mond. Der Mond, meiner alter Freund, wie oft habe ich ihn in meiner kindlichen Neugier mit dem Fernglas beobachtet. Seine Krater gesehen, oder mir eingebildet sie zu sehen. Damals… Lieblingslied The Final Countdown, Traumjob Astronautin. Aber nur bei Vollmond da hoch, sonst könnte man ja von der Sichel rutschen. Und jetzt, Traumjob Programmiererin, macht mir der Arsch einen Urlaubstag im Mai streitig. Ist das der Dank!? Aber nicht nur ich bin angepisst vom Mond und dem frühen Ostern. Auch die Karnevalisten können ein paar Wochen weniger feiern. Würde heißen, die gleiche Menge Alkohol in kürzerer Zeit runterzukippen, oder einfach weniger doofe Tä-tää,Tä-tää,Tä-tää Witze machen.
Ja das macht die Katze froh…
die KatzeMistviech ist wieder da. Und hat sich während ihrer sommerlichen Outdoorexpeditionen in keinster Weise verändert, auch ihre Indoor-Gewohnheiten beibehalten.
Mausi ist durchaus intelligent und hat verstanden, warum wir Menschen unseren Arsch nicht in Sandhäufen reinsetzen, sondern hygienischere Einrichtungen mit Abfluss benutzen. Sie hat auch verstanden, dass das abgestandene Wasser in ihrem Napf ursprünglich aus einem Wasserhahn kommt, und zieht daher den Direktbezug von Wasser dem Napf, in den wir eh dauernd reintreten, vor.
Leider kommt bei mir morgens nicht die größte Begeisterung auf, wenn ich eine glitschige, streng riechende Duschwanne betrete, die eigentlich kalt und trocken sein müsste.
Mausi akzeptiert zwar unter Bedingung einer regelmäßigen Sauberhaltung ihres Katzeklos das Selbige, doch ist das Strullern in Dusch- und Waschbeckenabflüsse wesentlich effizienter und von der Abflussgröße ja so passend zur Größe ihres Hinterteils wie Klobrillen für Menschen optimiert sind.
Erstaunt hat mich heute morgen jedoch das im Gegensatz zum Ablecken des Wasserhahns erfolgte Scharren, und die daraus folgende Tatsache, dass die Pelzgöre völlig unkompliziert für Wassernehmen und Wasserlassen dasselbe Etablissement nutzt – was bei einem noch
von gestriger Wasserversorgung steckendem Pfropfen im Abfluss bei mir sofort den Buchtitel ‘Urin – ein gesunder Saft’ ins Gedächtnis rief.
Wir brauchen ein Bewegungsmelder-Waschbecken mit automatischer Abfluss-Schließfunktion.
O Tannebaum geht spazieren
plapperlaplappStrandflucht nach Dänemark. Bewusster Verzicht auf O Tannebaum und so.

Vergeblich.
War schön sonst.
Schön, nur Deutsche im Urlaub zu treffen.
Schön, wenn die im Supermarkt alle deutsch reden.
Schön, wenn man sich abends Gedanken darüber machen kann, wieviele der Fünf-Sekunden-Leuchtturmphasen es dauert, bis mein Ahoi-Brausebonbon auf der Zunge zergangen ist.
Schön, dem Herr Nielsen sein maritim überdekoriertes Ferienhaus, wo Holzsegelschiffchen durch die Wohnung fliegen, sobald ein Fenster aufgeht.
“Gutes Wetter sollte normal im Miete einschliesslich sein – wenn aber trotsdem Herr Petrus wass anderes will – ja dann können Sie einen Ausflug in den schönen Umgebung machen”.
In den schönen Umgebung haben wir Hot Dog und Cheeseburger gegessen. Steine gesammelt und Schaum fotografiert.
Während der langen, genüsslichen Rumlümmelphasen in dem von mir sofort eingenommenem Chefsessel blieb Zeit für zehn Folgen des Chinesisch-für-Anfänger-Podcasts und das Malen der Zeichen für Toilette, Damen, Herren.
Die Feuerzangenbowle war so gut, dass mich neuerdings sogar Geschichte interessiert. Dschinghis Khan passt ganz gut zu chinesischer Dynastie-Erzählungen, und Mao Zedong muss wohl ein Arsch gewesen sein.
Vier Tage lang habe ich geglaubt, ich wäre im Zeichen der Schlange geboren – (“Charmant, doch besitzergreifend und selbstsüchtig;zurückgezogen und geheimnisvoll;skuriller Humor, mysteriös und wissbegierig, aber auch skrupellos; liebt die schönen Dinge des Lebens; ebenso besinnlich wie abergläubisch.”) In meinem großen Stolz kam dann die Ernüchterung: ich bin ein Drache: stark, gebieterisch, führungsstark, beliebt, athletisch, galant und idealistisch, doch nicht immer konsequent, neigt zum Glauben an die Gleichheit.
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