Hühnerarsch bei Schlangengift und surfende Mönche

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So richtig angekommen in Indien bin ich noch nicht angesichts meiner täglichen IPad-Nutzung zur weiteren Reiseplanung und den vielen Ideen, die mir zu Kopf steigen und alle im internet zu recherchieren sind. Auch wenn es hier bei den vier hübschen Surf-Mönchen im Hare Krishna Ashram zu Mulki, dem Stützpunkt des Mantra Surf Club , nichts ungewöhnliches ist, im Internet zu surfen oder sich mit den aktuellsten Smartphones zu befassen. Wie die jungen Pärchen mit gut bezahlten IT Jobs aus Bangalore oder Mumbai, die hierher am Wochenende für einen Surfkurs kommen, als auch die Dorfbewohner Mulkis, deren Behausungen nicht einmal über fließendes Wasser verfügen. Sanjeev Bhaskar schreibt treffend in seinem Reisebericht ‘India’

is there a brandnew breed of super underclass rising in India? Those ‘have nots’ without even a mobile phone?

mulki_nachbarschaft Während ich hier das beste Zimmer gebucht habe, mit Veranda und Flussblick unter Kokosnusspalmen, Insektenabweisenden Gittern an den Fenstern, schönem Durchzug, Licht, Steckdosen, wobei in einer ein elektrischer vanilleduftzerstäuber steckt, und einem Bad mit zwar spärlich aber fließendem kalten Wasser, schaue ich auf die benachbarten Wellblechhäuschen mit zugehörigem Brunnen, aus dem das Wasser in den krügen kommt, mulky-0054mit denen sich die Bewohner im Palmenwald duschen, oder mit einem Waschbrett die Wäsche waschen. Die Kinder strahlen mich alle an, sagen ganz cool ‘Hi’ und kichern etwas von ‘English’. Für ein Foto mit meinem teleobjektiv posieren sie freudestrahlend. Gedanken, dass ich hier ausgeraubt werde, mache ich mir keine. Dafür sorgt die Hindu Religion und dessen Philosophie der Wiedergeburt in ein vielleicht besseres Leben.

Das Metzgergleichgewicht

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Über meinen Metzger habe ich mich lustig gemacht. Vor einigen Wochen. Er trug ein, an seinem kräftigen Metzgersunterarm viel zu mädchenhaft aussehendes weißes Accessoire, auf dem ich vergeblich ein Ziffernblatt suchte. Ganz vage assoziierte mein Hinterstübchen irgendetwas, das ich mal an einem Stand bei einem Sportereignis gesehen haben muss mit einem physikalischen Phänomen, und so schoss mir doch in den Kopf zu fragen, ob der Fleischfachmann, der mir auch schon anbot, mir mein Fahrrad als Pfand abzunehmen, sollte mein Kleingeld nicht ganz fürs Rumpsteak ausreichen, damit denn Geld anziehe. Die Kundschaft im Laden witzelte auf seine Antwort mit dem Gleichgewicht und der Kompensation störender Funkfrequenzen über die Energetisierung von Wurst durch ein Silikonband mit eingefasstem Hologramm.

20120801-071806.jpgEine Woche später.
Auf einer Breitensportveranstaltung mit Beteiligung umliegender Sportfachgeschäfte sehe ich einen Stand mit einer Vielzahl von Metzger energetisierender Armbänder im Angebot. Ich erzähle meiner Schwester angeregt von meinem hiesigen Schlachter. Eine fescher Verkäufer lässt uns auf einem Bein stehen und schwuppdiwupp hat die Maroni auch ein Metzgersband am Arm und findet sich einen Tag später auf der Slackline zum Test wieder, um eine Erklärung zur Funktionsweise des überteuerten Placebos zu finden. Fakt ist, dass ich mich an Tagen, ohne mir die Existenz des Armbands bis zum Ablegen am Abend wirklich bewusst gemacht zu haben, leistungsfähiger und weniger gestresst vorkomme. Drei Wochen später erkennt mich der Mitarbeiter eines amerikanischen Kunden als ebenbürtiges Mitglied der energetisierten Menschen in Balance an. Klagen gegen den Hersteller hin oder her. Glauben versetzt keine Berge, aber kleine Schritte auf einer Slackline.

Projekt TORPEDO 21

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Der Sommer ist vorbei und bald Herbst und Zeit, sich um das Inventar im Fahrradkeller zu kümmern. Nach dem Projekt 1-Gang Renner mit Luxusbeleuchtung verkünde ich hiermit den Projektstart der lang angedachten Idee der Fahrradrestaurierung von Mamas erstem Fahrrad: dem Rad des Weltmeisters 1952 -BAUER Sport – mit einer der ersten Torpedo 3-Gang Schaltungen auf dem Markt.
Der Plan:
1. Entfernung der Schutzbleche, Licht, Sattel, Gepäckträger, Bereifung, Kette.
2. Reinigung und Wachsen von Rahmen und Felgen. Auftragen von Rostschutz.
3. Wartung der 3-Gang-Nabe, Austausch der Schalt- und Bremszüge, neue Bereifung.