6 gedanken zum neuen jahr . alle menschen benehmen sich wie idioten, mindestens fünf minuten jeden tag. klug zu sein bedeutet, diese grenze nicht zu überschreiten. elbert hubbard
[C] LISE MYHRE / DAGENS NYHETER, 1.Januar 2011

Je intensiver man lebt, desto deutlicher sieht man, dass die einfachen Dinge die wahrhaft größten sind.
//Mahatma Gandhi
Vor zwei Wochen habe ich mir in einschlägigem schwedischen Kaufhaus (oder: dem Synonym für sinnbefreite Ausgaben) einen Pseudo-Bonsai angeschafft. Damit ich in unserem Büro voll nachhaltigen Gedankenguts nicht nur friere wie nachts im Wald verlaufen, was das Tragen einer Mütze auch im Innenraum rechtfertigt, sondern auch die Optik stimmt. Wo drei Personen einen lässigen French Lover in lila Shirt und grüner Gießkanne bei dessen wöchentlichen Fürsorgerundgängen schon fast vorm Übergießen abhalten müssen, kann es einer dritten Pflanze nicht schlecht gehen. Pseudo-Bonsai daher, weil mein Gehirn schon in der Pflanzenabteilung Körperteile in den Stämmen der richtigen Bonsaibäumchen assoziierte. Damit wollte ich nicht täglich beim Betrachten eines unschuldigen Pflänzchens konfrontiert werden – in harmonischer Zusammenarbeit mit Trägern solcher Körperteile. Pseudo-Bonsai wurde im Büro willkommen geheißen und vom mit African Bushman Chocolate kürzlich scheinvergifteten French-Lovère total ignoriert. Dadurch wurde das Minibäumchen schon mal nicht ertränkt. Im Gegenteil. Eine knappe Woche später – der erste Rettungseinsatz. Ein bewässerungsfreies Wochenende später: Mein Pseudo-Bonsai verliert Blätter und die Blumenerde schimmert schimmelig 😦
Montag abend, 17.10 Uhr. Antonia ist mit ihrem Putzwagen durch die Büroflure im Anmarsch. Mein italienisch wird immer besser seit ich wöchentlich mein begrenztes Pizzeria-Italienisch – Buonasera, come stai, io sto bene e tu? anwenden kann.
In meinen Erzählungen vom Wochenende über die Verbesserung meines französischen Sprachvermögens in leichter Glühwein-Trunkenheit kommen wir auf den French Lover.
– Ah – diese Mann mit die Plastikblume! lacht Antonia und kommentiert
– nix gutt – musse kaufen richtige Blumen!
Ich zeige auf enttäuscht auf Pseudo-Bonsai und erläutere die etwaigen Vorteile der hiesigen bequemen Plastikblume.
– In Italia wir haben Sprichworte: Liebst du nicht Blumen liebst du nicht Mann.
– Chi non ama i fiori non ama il marito
Irgendwie ganz schön logisch, dass mein Pflänzchen auf dem dünnen Ast sitzt und daran sägt.
… bei facebook.analog 😉

Die Schulfreundin hält heute eine Juniorprofessur in interkultureller Pädagogik. Irgendwie passt das zu dem ‘Post’ fast dreißig Jahre früher:-)
Winterzeitumstellung – Anlass, sich die BinSchStrO und RheinSchPV bezüglich Lichterführung und deren Anbringungsmöglichkeiten am hiesigen Therapieboot zu Gemüte zu führen. Es ist kompliziert, da sich die Frage stellt, ob das Therapieboot unter dem Namen Le Vibrateur (unter Motor) oder Rugby (unter Segel) unterwegs ist, oder gar bei vorherrschender Windstille le Vibrateur abkackt (Motor aus – Schraube ab – alles schon gehabt) und unter Hissen einer ebenfalls noch nicht vorhandenen roten Seenotsflagge gepaddelt wird.
§3.13 Anlage 3, 1b)BinSchStrO
Einzeln fahrende Kleinfahrzeuge mit Maschinenantrieb (=le Vibrateur) müssen bei Nacht führen…
…Seitenlichter, die gewöhnliche Lichter sein dürfen. Sie müssen in gleicher Höhe und in einer Ebene senkrecht zur Längsachse des Fahrzeugs gesetzt sein und innenbords derart abgeblendet sein, daß das grüne Licht nicht von Backbord, das rote Licht nicht von Steuerbord gesehen werden kann; §§§Die genannte Abblendung der verschiedenfarbigen Laternen ist in der Abbildung eines mallorcinisches Fischerboots demonstriert: mit einem Stück Pappe. Ob diese Konstruktion allerdings von vorne nach der betreffenden Seite über einen Horizontbogen von 112° 30′ sichtbar ist, bleibt dem geübten Auge eines Wasserschiffahrtspolizisten oder Seenotrettungshelfer überlassen.
Wenn IT-Fuzzis zuviel Quatsch im Kopf haben, entstehen derartige Kreationen… weils so schön ist zu sehen, dass er’s auch trägt, le french lover dans mon travail 🙂

… und schwer zu trinken. So mit trinken und gleichzeitig abbeißen is nicht – es sei denn, man schüttet sich dabei das Weizenbier ins Gesicht.
[aus der Reihe: die Quatschmacher der Seglervereinigung Mannheim 😉 ]
Damentoilette im café cafga im jungbusch…
Bei meiner letzten alpinen Wanderung ist mir einiges klar geworden. Unterstützt durch überzeugende Technik.
Ich muss nicht in Nepal wandern. Ich muss keinem beweisen, nicht einmal mir selbst, dass ich Achttausender besteigen kann. Oder überhaupt irgendeinen Berg. 8443 Meter ohne Sauerstoffgerät – beachtlich – auf einer tatsächlichen Höhe von vielleicht 2400 Metern die vollbepackt schon Quälerei genug waren. Wer sich vor jedem Abstieg nach einer Sommerbobbahn oder einem Fahrrad sehnt gehört nicht ins alpine Gelände. Jedenfalls nicht per pedes.
Alles fließt – nicht mehr nur im Eppelheimer Schwimmbad – meine Kollegen DIETER-DERHATSOGAREINAUTO und LE-FRENCH-LOVER zwischen den schreckhaften Brustbeinschlag-Sabbel-Omis und Vollprofitriathleten (wer für die Hawaii-Quali trainiert hat offenbar Vorrechte) – sondern jetzt auch in deutschen Kinos: Männer im Wasser, der Film zur einzigen schwedischen Männersynchronschwimmgruppe, schon mal diskriminiert und schon mal bebloggt 2009, als der Film in schwedischen Kinos kam. Schaut’s euch an, ist lustig!
Was soll da schon passieren? Ich trug meine auftriebsfähige Regattaweste und hatte mit Segeljogi einen ausgebildeten Rettungsschwimmer in Rente an Bord, der auch schon älteren Damen Multitaskingschwimmen (Schwimmen+Tratschen) beigebracht hat.
Seine Idee, den gedachten Altrhein-Segelnachmittag fortgeschrittener zu gestalten und LE VIBRATEUR einem Leistungstest zu unterziehen, fiel mir anfänglich schwer ernst zu nehmen, aber ein erfahrener Segellehrer, der mir als Privatlebensretter neulich aus dem Kaffeesatz gelesen wurde, sollte doch ausreichen, dass ich meiner Schiffsführerpflicht nachkomme:Befolgung schiffahrtspolizeilicher Vorschriften und Gewährleistung der Sicherheit der an Bord befindlichen Personen 😉
Die an Bord befindlichen Personen kamen wieder sicher im Heimathafen für ein wohlverdientes Weizenbier an. Der an Außenbord befindliche Motor verlor beim Ablegen am Neckarufer seine Schraubenblätter. Nach der einst gerissenen Genua fehlt mir an Segelerfahrung nun nur noch der Mast- und Schotbruch samt Kentern durch Unterfahren von Brücken, die nicht genügend hoch sind.
Nach schraubenbedingter Beendigung des Vorankommens unter Motor musste das Binnenschiffahrtsstraßensegelabenteuer nach Überprüfung des Allgemeinzustands des Segelbootes und des Vorhandenseins von Paddeln also unter Segel fortgesetzt werden. Dabei ist besonders dem Sog und Wellenschlag der begegnenden Berufsschiffahrt fernzubleiben. Bugwellen der Berufsschiffahrt sind im rechten Winkel zu befahren, da sonst ein Kentern der kielfreien Segeljolle möglich ist. Für alle Fälle ist der Hafenfunk auf Kanal 11 erreichbar. Wir hatten kein Funkgerät an Bord, dafür aber Proviant, GPS-Gerät und eine Spiegelreflexkamera.
Der Rhein kann nachweislich wie zu Segeljogis Vaters Vorm-Krieg-Zeiten besegelt werden. Mit 8,8 Knoten Höchstgeschwindigkeit in Strömungsrichtung mit Raumschot-Rückenwind. Segeljogi blieb auch in kritischer Situation, die Einfahrt aus der Strömung zurück in den Sandhofener Altrhein entspannt, so dass mir die Gefahr der Situation, als ich kurz zum Indianerdasein aufgefordert wurde, nicht bewusst wurde.
Logbuch:
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