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Von Fahrradfahrer beschimpft

” BOAH SCHEISSGROSSES AUTO! ” – so ein falschrum in die “Radfahrer frei” Einbahnstra√üe fahrender Radfahrer mir in mein offenes Autofenster reinbr√ľllend, w√§hrend ich versuche in eine Parkl√ľcke zu fahren, die nur deshalb so klein war, weil ein SCHEISSKLEINES AUTO ziemlch d√§mlich geparkt hat. Zuvor habe ich mein SCHEISSGROSSES (Fahrradtransporter) AUTO neben das SCHEISSKLEINE zu 90% auf dem Gehweg geparkte Auto warnblinkend gestellt, um meinen begehbaren Kleider- und Sportequipmentschrank mit Waren meines selten eintretenden heutigen Kaufrausches auszuladen. Es war leider kein Fahrrad dabei f√ľr den Nachbarn mit dem SCHEISSH√ĄSSLICHEN FAHRRAD. Ich gebe zu, das Fahrrad nicht wahrgenommen zu haben, weil ich mit dem Parkman√∂ver besch√§ftigt war, aber w√§re es ein sch√∂nes Fahrrad gewesen, w√§re mir das garantiert aufgefallen. Meine Schlagfertigkeit l√§√üt zu w√ľnschen √ľbrig, sonst h√§tte ich dem Neidhammel gerne eine Runde Einparken angeboten. Ich kann das. Inzwischen. Vornehmlich mit SCHEISSGROSSEN AUTOs. Im besten Einpark√ľbungsparcours Mannheims, der Neckarstadt: dem Stadtteil wo so mancher sich nicht mal mit Parkhilfe traut hinzuziehen. Und wenn ich nicht schon den SMEDSTA Sessel (der SCHMID-Sessel), der mehr als ein Drittel meines Eigengewichts ausmacht, den nostalgischen Wasserkocher, die lila Schuhe und das verliehene Bettzeug (dankesch√∂n @patricius – ich habe die BIBBISURR Bettw√§sche seit Anschaffung nie wieder so korrekt geb√ľgelt gesehen) ausgeladen h√§tte, h√§tte ich als Belohnung f√ľrs ‘Einparken d√ľrfen’ noch eine Runde Entladen und in meiner Wohnung einlagern gestiftet.

Le malheur avec le vibrateur

Was soll da schon passieren? Ich trug meine auftriebsf√§hige Regattaweste und hatte mit Segeljogi einen¬†ausgebildeten Rettungsschwimmer in Rente an Bord, der auch schon √§lteren Damen Multitaskingschwimmen¬†(Schwimmen+Tratschen) beigebracht hat. Seine Idee, den gedachten Altrhein-Segelnachmittag¬†fortgeschrittener zu gestalten und LE VIBRATEUR einem Leistungstest zu unterziehen, fiel mir anf√§nglich¬†schwer ernst zu nehmen, aber ein erfahrener Segellehrer, der mir als Privatlebensretter neulich aus dem¬†Kaffeesatz gelesen wurde, sollte doch ausreichen, dass ich meiner Schiffsf√ľhrerpflicht nachkomme:
Befolgung schiffahrtspolizeilicher Vorschriften und Gew√§hrleistung der Sicherheit der an Bord¬†befindlichen Personen ūüėČ

Die an Bord befindlichen Personen kamen wieder sicher im Heimathafen f√ľr ein wohlverdientes Weizenbier an. Der an Au√üenbord befindliche Motor verlor beim Ablegen am Neckarufer seine Schraubenbl√§tter. Nach der einst gerissenen Genua fehlt mir an Segelerfahrung nun nur noch der Mast- und Schotbruch samt Kentern durch Unterfahren von Br√ľcken, die nicht gen√ľgend hoch sind.

Nach schraubenbedingter Beendigung des Vorankommens unter Motor musste das Binnenschiffahrtsstra√üensegelabenteuer nach¬†√úberpr√ľfung des Allgemeinzustands des Segelbootes und des Vorhandenseins von Paddeln¬†also unter Segel fortgesetzt werden.¬†Dabei ist besonders dem Sog und¬†Wellenschlag der begegnenden Berufsschiffahrt fernzubleiben. Bugwellen der Berufsschiffahrt sind¬†im rechten Winkel zu befahren, da sonst ein Kentern der kielfreien Segeljolle m√∂glich ist. F√ľr alle F√§lle ist der Hafenfunk auf Kanal 11 erreichbar. Wir hatten kein Funkger√§t an Bord, daf√ľr aber Proviant, GPS-Ger√§t und eine Spiegelreflexkamera.

Der Rhein kann nachweislich wie zu Segeljogis Vaters Vorm-Krieg-Zeiten besegelt werden. Mit 8,8 Knoten H√∂chstgeschwindigkeit in Str√∂mungsrichtung mit Raumschot-R√ľckenwind.¬†Segeljogi blieb auch in kritischer Situation, die Einfahrt aus der Str√∂mung zur√ľck in den Sandhofener Altrhein entspannt, so dass mir die Gefahr der Situation, als ich kurz zum Indianerdasein aufgefordert wurde, nicht bewusst wurde.

Logbuch:
Startzeit: 15 Uhr.
R√ľckkehr: 21 Uhr
Distanz: 10.3 nm
Höchstgeschwindigkeit: 8.8 kt
Schnitt in Bewegung: 2.4 kt

Aller Anfang ist schwer…

… und wer sein Segelboot liebt der paddelt …

Zum Zeitpunkt des Fotos gings noch vorwärts unter Segel in die Richtung in die ich wollte.
Dann die harte Realität: Das Schwert lag nicht ganz unten und die Seile klemmten. Das Boot
trieb munter in die Richtung, in die der Wind es blies. Ist ja alles schön und gut, wenn der
Wind dorthin bl√§st wo man hin will. Sonst nicht. Der Motor war voller Wasserpflanzen. Kaum gestartet, durfte die Schraube auch wieder von Kraut befreit werden. Ich wagte weitere Segelversuche, weil ich die Sache mit dem Schwert nicht glauben konnte. Das Vorsegel riss. Ich trieb immer noch an Land. Paddeln aus den Algen heraus. Wie sch√∂n w√§re jetzt ein Ruderboot. Motor wieder an. Zehn Meter Fahrt. Tank leer. M√ľhsames, einseitiges zum Anlegersteg paddeln folgte, was sich sehr schwierig gestaltet, wenn man das Ruder nicht fixiert bekommt, der Baum samt Gro√üsegel im Boot liegt, und schlie√ülich der Wind mich 5 Boote vor meiner Einparkbox auf die Boote blies. Heute haben wir also gelernt, was auflandiger Wind bedeutet. Hilfte eilte und schleppte mich schlie√ülich √ľber Umwege (da auch Schleppboote mit ihren Motoren ein Problem mit dem Algen ges√§hten Wasser hatten) in meine Box. Das Schwert bekam keiner hoch. Von Algen eingeklemmt. Der n√§chste Arbeitseinsatz im Segelverein: Wasser m√§hen… f√§ngt doch schon gut an ūüôā