Noch bevor sich Heerscharen bei Aldi um den Thermomix Verschnitt kloppen konnten, wohl aus einer dem Hamburger Abendblatt geschuldeten Sinnkrise heraus, die “Ein Leben ohne Thermomix ist möglich, aber sinnlos” titulierte, übte sich unsereins glücklich und zufrieden in freiluftköchelnder Nahrungszubereitung mit Utensilien, die in vier Weinkisten Platz
finden mussten und einem glutenfreien, rindfleischveganen Ernährungsstil gerecht wurden. Man könnte es auch bezeichnen “Der Schlemmertörn”, und ich
verstehe nicht, was daran sinnlos sein sollte,wenn man nicht die Zeit meint, die bei derartigem Kochen, im Wasser schwankend auf kleinstem Raum draufgeht, während das Riesenungetüm, in der aktuellen ZEIT auch genannt “Das iPhone aus Wuppertal” gewisse Püriergerichte in einem Bruchteil der Zeit erledigt.
Wahrscheinlich ist das Kochen-2.0-Gerät zu wesentlich mehr imstande als nur die simultan
wärmende Zubereitung von Püriertem.Erwarten würde ich von einem Wundergerät in derartiger Preiskategorie – das auch meine Vorwerk-affine Mutter in der Küche stehen hätte, wäre ihr Körper nicht schon längst von Unterirdischen Friedhofsarbeitern in der Sorgfalt eines Thermomixvorgangs zersetzt – auch das Entsaften von Spinat und Karotten und die Zubereitung einer Fleischbrühe, wo ich doch gerne Klare Brühe mit Brocken drin esse.
Doch selbst wenn: wie soll so ein Riesenklopper (der für die sechsköpfige Familie meines Metzgers dann auch noch zu klein ist!) dem Leben einer Hobbyköchin Sinn verleihen, die nach drei Monaten in improvisierter Kombüse in die 20 Quadratmeter Wohnküche zurückgekehrt die Eier in einen Topf Wasser legt, um dann festzustellen, dass man ja einen automatischen Eierkocher hat. Unnötigerweise.
Das sinnlose Bordleben im Milva Kochstudio wurde unterstützt durch
- zwei Campingkocher mit vier Töpfen und einer Pfanne
- einem Stabmixer (Landstrom)

- drei Schneide- und gleichzeitig als Teller verwendbare Holzbrettchen
- ein Nudelsieb, überflüssig aufgrund des Trangia Nudelsiebdeckelsystems und dem verblüffenden FÖRBLUFFAD Kochtopf des pseudoschwedischen Möbelaldis
- zwei Suppenschüsseln, Becher und Salatschüssel aus kompostierbarem Bambusmaterial, Besteck und Pfannenwender
Gegen niederländisches Appelgebak, Bitterballen und Kibbelinge hat die thermomixlose Kombüse durchaus leckere Resultate hervorgebracht, sowie einschlägige Erfahrungen wie zum Beispiel die Erkenntnis, dass man Küchenkräuter auch bei Lagerung auf einem Boot der Haltbarkeit und osmotischen Vorgänge wegen besser nicht mit Salzwasser wässern sollte;-)





WATER YOU THINKING ? BRING IN THE DUTCH! steht auf einem großen Betonklotz am Deltaworks Damm, der Oosterschelde von der Nordsee trennt. Offenbar habe ich auch Wasser im Kopf. Das mit dem mal auf die Schnelle Niederländisch lernen klappt so nicht. Ich bin seit Wochen in Hoofdstuk 1, Oevening 3b des Lehrbuchs. Nee, dit is geen glas met Gin, dit is en potje koffie! Und Flamen wie Niederländer sagen mir, das sei aber auch eine sehr schwere Sprache. In der Marina habe ich heute wieder ein Mißverständnis enthüllt, nachdem ich den jungen deutschen Segler, der statt zu grüßen nur komisch glotzt, mit einem Eimer voller gespültem Geschirr aus dem Raum mit dem Schild ‘WASSERRETTE’ kommen sah. Bis dahin hielt ich den Raum zweifelsfrei für den Sitz der niederländischen Seenothelfer – Wasser Rette, logisch! Dort stehen aber ein paar Bücher zum Zeitvertreib auf der Fensterbank, zwei Waschmaschinen, zwei Trockner und ein großes Waschbecken, an welches der afrikanische Putzmann jeden Morgen den Wasserschlauch anschließt. Ich bin auch so eine Wasserrette!



















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